Bochum. Die Agentur für Arbeit verzeichnet im August eine Zunahme der Arbeitslosigkeit sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahr. Ein Anstieg ist jedoch für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, da zum Beispiel viele Jugendliche kurz vor dem Besuch einer weiterführenden Schule oder einer Ausbildung noch einmal arbeitslos gemeldet werden. So verzeichnet die Agentur derzeit auch den höchsten Anstieg bei jungen Menschen. Hinzu kommt: Auch die Sommerferien wirken sich noch aus, und die Agentur registriert weniger Menschen in Maßnahmen.
Trotz anhaltender Unsicherheit hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ist die Situation auf dem Bochumer Arbeitsmarkt im August aber stabil. Der Arbeitsmarkt bleibt in Bewegung. Die Zugänge in die Arbeitslosigkeit sind leicht rückläufig, während die Abgänge in Erwerbstätigkeit steigen. Insgesamt gibt es jedoch mehr Arbeitslose, und die Quote ist gestiegen. Neue Einstellungen werden von den Unternehmen immer häufiger kritisch bewertet. Das Einstellen neuer Mitarbeiter ist nicht selten mit Existenzfragen verbunden. Ähnlich verhält es sich bei der Frage, inwieweit neue Ausbildungsverhältnisse eingegangen werden.
Im August sind in Bochum 19.395 Arbeitslose gemeldet, was 417 Personen oder 2,2 Prozent mehr als im Juli und 833 Personen oder 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr entspricht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im August 9,6 Prozent, im Vergleich zu 9,3 Prozent vor einem Jahr (ein Anstieg um 0,3 Prozentpunkte).
Christopher Meier, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum, sieht die weiterhin angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, warnt aber davor, Investitionen in Personal und Nachwuchs zurückzustellen:
„Auch in Bochum steigt die Arbeitslosigkeit. Dabei spielen aktuell saisonale Effekte eine wichtige Rolle. Gleichzeitig dürfen wir nicht übersehen, dass wir seit Beginn des Jahres keine spürbare Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt sehen. Eine weiterhin hohe Unsicherheit in den Unternehmen zeigt, wie herausfordernd die wirtschaftliche Situation bleibt. Gerade jetzt wäre es aber die falsche Antwort, sich weiter in die Defensive zurückzuziehen. Wenn wir einen Trendwechsel wollen, müssen wir am Ball bleiben. Die Transformation der Arbeitswelt geht weiter, unabhängig von der aktuellen Konjunktur. Deshalb müssen wir bestehende Beschäftigte qualifizieren und gleichzeitig junge Menschen ausbilden. Denn der Fachkräftebedarf verschwindet nicht, im Gegenteil: Er wird uns in den kommenden Jahren noch stärker beschäftigen. Auch für den Ausbildungsmarkt gilt: Der Ausbildungsstart ist kein Schlusspunkt. Unternehmen, die noch Nachwuchs suchen, und junge Menschen ohne Ausbildungsplatz sollten jetzt nicht aufgeben. Unsere Vermittlung läuft weiter. Wir beraten, bringen beide Seiten zusammen und können mit verschiedenen Fördermöglichkeiten unterstützen. Auch jetzt ist noch viel möglich.“
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.145 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Das sind etwa so viele wie im Vorjahreszeitraum (plus 8). Zugleich gab es 2.198 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 144 (plus 7 Prozent). Ende August waren 498 Bewerber noch unversorgt und 714 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es mit plus 28 Jugendliche oder 6 Prozent mehr unversorgte Bewerber. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls größer: plus 76 Stellen oder 12 Prozent.
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 7.630 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 114 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 294 Personen. 92,0 Prozent (7.017 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
1.625 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 160 Arbeitslose (10,9 Prozent) mehr. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 35 arbeitslose junge Menschen oder 2,2 Prozent weniger.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 6.555 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 45 Personen oder 0,7 Prozent weniger. Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 123 Arbeitslose mehr (1,9 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.622 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 43 Personen oder 0,8 Prozent mehr. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 514 Personen oder 10,1 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im August 2026 insgesamt 13.773 Arbeitslose. Das sind 374 Arbeitslose mehr (2,8 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 319 Arbeitslose oder 2,4 Prozent mehr. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 71,0 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
583 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im August 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 35 Stellenmeldungen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 103 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 2.892 offene Stellen. Das sind genauso viele wie im Vormonat und 60 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 23.147 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 150 Personen mehr. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 469 Personen.
Mehr Datenmaterial und Erläuterung zur Entwicklung auf dem Bochumer Arbeitsmarkt finden Sie anliegend oder unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bochum/statistik
Wichtige Telefonnummern und eServicevarianten:
• 0234 305 5555: Regionale Hotline der Agentur für Arbeit Bochum
• 0800 4 5555 00: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitnehmer
• 0800 4 5555 20: Kostenfreie Servicenummer für Arbeitgeber
• Bochum.Berufsberatung@arbeitsagentur.de für Jugendliche
• www.arbeitsagentur.de/eServices
• www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit
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