Bochum. Eigentlich deuten die jüngsten Zahlen zur Arbeitslosigkeit, mit einer kaum veränderten Anzahl Arbeitsloser, auf eine Stagnation. Dennoch gibt es Anzeichen für einen positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt. Ein wichtiger Indikator dafür ist die Tatsache, dass weniger Personal freigesetzt und gleichzeitig mehr eingestellt wird. Der deutliche Rückgang in der Jugendarbeitslosigkeit, bedingt durch den Schul- und Ausbildungsstart, ist ein weiterer Aspekt. Ob die momentan positive Entwicklung ausreicht, um einen deutlichen Trendwechsel auf dem Arbeitsmarkt herbeizuführen, zeigen die nächsten Monate. Vor Ort verzeichnet die Agentur weiter Stellenstornierungen. Insbesondere Tätigkeiten auf dem Bau und in der Industrie sind aktuell stark betroffen.
Insgesamt scheint sich die Konjunktur aber nach Jahren der Wirtschaftsschwäche zu stabilisieren. So lauten die aktuellen Analysen des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Allerdings gerät die Beschäftigung durch die demografische Schrumpfung weiter unter Druck. Es steht immer weniger Erwerbspersonenpotenzial den zu besetzenden Stellen gegenüber. Daher bleibt die duale Ausbildung ein immens wichtiger Faktor zur Sicherung des Fachkräftebedarfs. Darüber hinaus spielen Qualifizierung und Weiterbildungen des bestehenden Personals eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Im September 2026 sind mit insgesamt 19.410 gemeldeten Arbeitslosen in Bochum 15 Personen oder 0,1 Prozent mehr arbeitslos als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosigkeit damit um 1.282 Personen oder 7,1 Prozent erhöht. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im September 9,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 9,0 Prozent.
"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, auch wenn der Erfolg noch nicht sofort sichtbar ist. Noch haben die Industrie- und Baubranche vor Ort arg zu kämpfen. Daher ist es sehr ermutigend zu sehen, dass es auch Unternehmen gibt, die wieder mehr Personal einstellen. Das sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Erholung. Aber auch dies ist noch nicht genug, um langfristig auf dem deutschen Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein. Es gilt weiterhin am Ball zu bleiben, zu qualifizieren und auszubilden. All diejenigen, die noch keine Ausbildung gefunden haben, ermutige ich, sich bei uns zu melden und sich weiter zu bewerben. Auch wenn die Ausbildungen bereits gestartet sind, ist das Rennen um einen Ausbildungsplatz noch nicht abgeschlossen“, so Christopher Meier, Leiter der Agentur für Arbeit Bochum.
Langzeitarbeitslosigkeit
Insgesamt 7.733 Personen (SGB III und SGB II) sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit derzeit in Bochum langzeitarbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind dies 103 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Zeit steigt die Zahl um 538 Personen. 91,8 Prozent (7.100 Personen) aller Langzeitarbeitslosen sind in der Grundsicherung gemeldet.
Jugendarbeitslosigkeit
1.495 Jugendliche sind aktuell in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den Jugendlichen zählen in der Arbeitsmarktstatistik alle Personen unter 25 Jahren. Verglichen mit dem Vormonat sind dies 130 Arbeitslose (8,0 Prozent) weniger. Im gleichen Monat des Vorjahres waren es 4 arbeitslose junge Menschen oder 0,3 Prozent mehr.
Arbeitslosigkeit der Älteren
Aktuell sind 6.676 ältere Personen in Bochum arbeitslos gemeldet. Zu den älteren Personen zählen in der Arbeitslosenstatistik alle, die das 50. Lebensjahr überschritten haben. Das sind im Vergleich zum Vormonat 121 Personen oder 1,8 Prozent mehr . Verglichen mit dem Vorjahr um diese Zeit sind es 363 Arbeitslose mehr (5,8 Prozent).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III - Sozialgesetzbuch III) sind derzeit in Bochum 5.477 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 145 Personen oder 2,6 Prozent weniger. Im Vorjahresvergleich zeigt sich hier eine Erhöhung um 429 Personen oder 8,5 Prozent.
Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Die Grundsicherung (SGB II - Sozialgesetzbuch II) zählt im September 2026 insgesamt 13.933 Arbeitslose. Das sind 160 Arbeitslose mehr (1,2 Prozent) als im Vormonat und verglichen mit dem Vorjahresmonat 853 Arbeitslose oder 6,5 Prozent mehr. Von allen Arbeitslosen sind damit rund 71,8 Prozent in der Grundsicherung gemeldet.
Stellenangebote
614 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit im September 2026 gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 31 Stellenmeldungen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr um diese Jahreszeit 66 Stellen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 2.801 offene Stellen. Das sind 91 weniger als im Vormonat und 269 weniger als im Vorjahresmonat.
Unterbeschäftigung
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen steht, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt waren in diesem Monat 23.064 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Verglichen mit dem Vormonat sind das 109 Personen weniger. Ein Blick auf das Vorjahr zeigt einen Anstieg um 540 Personen.
Mehr Datenmaterial und Erläuterung zur Entwicklung auf dem Bochumer Arbeitsmarkt finden Sie anliegend oder unter: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/bochum/statistik
Wichtig:SAVE THE DATE
Terminhinweis Jahresbilanz Ausbildungsmarkt Bochum
Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Agentur für Arbeit Bochum mit allen Paktpartnern, möchten wir Ihnen am
18. November um 11.30 Uhr
die wichtigsten Eckdaten zum Ausbildungsjahr 2025/2026 vorstellen und über aktuelle Entwicklungen am Ausbildungsmarkt sprechen. An diesem Tag werden wir zu Gast bei der Bogestra sein. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon einmal vor. Eine gesonderte Einladung geht Ihnen rechtzeitig zu.