Arbeitsmarktbericht April 2026

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn im April 2026

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 13

  • Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit um 204 Personen (+0,6 Prozent) auf 33.710 Personen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 517 Personen oder 1,6 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 151 Personen (+1,2 Prozent).
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 53 Personen (+0,3 Prozent).
  • Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit steigen im Vergleich zum Vormonat um 5,0 Prozent.
  • Die Arbeitslosenquote bleibt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 6,5 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn steigt im Vergleich zum Vormonat leicht auf 7,6 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis bleibt unverändert bei 5,9 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte).
  • Der Stellenbestand liegt im April 2026 bei 5.063, das sind 0,5 Prozent mehr als im Vormonat und 11,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
  • Im April 2026 konnten gegenüber dem Vormonat 4,9 Prozent mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Ausbildung oder eine Maßnahme beenden, im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 5,9 Prozent mehr.

„Die Region Bonn/Rhein-Sieg wartet weiterhin auf eine echte Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt. Dennoch haben fast 1.900 Menschen im April eine neue Arbeit gefunden. Zudem gibt es mehr als 5.000 offene Stellen“, berichtet Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Es gibt also durchaus immer noch viele Chancen für Arbeitsuchende in unserem Agenturbezirk.“

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigt im April 2026 im Vergleich zum Vormonat leicht (von 33.506 auf 33.710 Personen).
Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigen die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 5,0 Prozent von 2.133 auf 2.240 Personen. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sinken um 0,3 Prozent im Vergleich zum März 2026. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 6 Menschen weniger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum April 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 1,8 Prozent gesunken (-35 Personen).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 1,6 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im April ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 60 Personen auf 2.765 Personen gesunken (-2,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 188 Personen (+7,3 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) steigt im Vergleich zum Vormonat um 180 Personen (+1,6 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 213 Personen (+1,9 Prozent).

Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich steigt im Vormonatsvergleich um 158 auf 11.668 Personen (+1,4 Prozent). Im Versichertenbereich steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 79 auf 1.440 Personen (+5,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 250 Personen (+21,0 Prozent), im Grundsicherungsbereich steigt sie um 482 Personen (+4,3 Prozent).

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, bleibt im Vergleich zum Vormonat gleich bei 6,5 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt sie um 0,1 Prozent.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den März 2026 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im März 2026 insgesamt von 30 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 384 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat Februar 2026 waren es 22 Neuanzeigen für 124 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Oktober 2025 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 82 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 1.366 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem verarbeitenden Gewerbe (36 Betriebe mit 999 Beschäftigten), aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (11 Betriebe mit 108 Beschäftigten) und dem Baugewerbe (13 Betriebe mit 47 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (10 Betriebe mit 51 Beschäftigten), Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz (5 Betriebe mit 17 Beschäftigten) und sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (3 Betriebe mit 111 Beschäftigten) Kurzarbeit an.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Im April 2026 zeigt sich bei den Jugendlichen weiterhin ein leicht steigendes Interesse an der betrieblichen Ausbildung: 4.067 junge Menschen suchen einen Ausbildungsplatz. Das sind 52 Personen und 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Seitens der Betriebe stehen laut der Statistik 3.345 offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Dies bedeutet einen Rückgang von 1.072 oder 24,3 Prozent der Stellen. Die vorgenannte Zahl dürfte jedoch die Anzahl der tatsächlich gemeldeten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk derzeit zu gering abbilden. Im März 2026 (Daten für den Berichtsmonat April liegen noch nicht vor) lag die tatsächliche Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bundesweit schätzungsweise 6 Prozent und auf Ebene der Länder schätzungsweise bis zu 8 Prozent höher. Ursache für die Untererfassung ist eine bundesweite Verfahrensvereinfachung bei der Meldung von Ausbildungsstellen - die bis vor kurzem bedauerlicherweise von der BA-Statistik nicht erfasst wurde. Derzeit erfolgt eine Revision und Neuauszählung der erfassten und gemeldeten Ausbildungsstellen, die finalen Korrekturen liegen voraussichtlich im Juli 2026 vor.

Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+1.039 Personen).

Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg in der Grundsicherung (SGB II) betreuten Personen sinkt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt (-522 Personen).

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status

  • "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
  • "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
  • "Duldung"

in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im April 8.783 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.867 arbeitslose Personen.

Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 938 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 624 arbeitslose Personen.
Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 7.845 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.243 arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im April in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.962 und im Rhein-Sieg-Kreis 4.821 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.168 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.699 arbeitslose Personen.

1 Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Fluchthintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.

2 Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg

Zugang und Abgang an Arbeitslosen

Im Verlauf des Monats April meldeten sich 5.806 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 182 mehr Arbeitslosmeldungen (+3,2 Prozent) als im Vormonat und 99 mehr als im Vorjahresmonat (+1,7 Prozent). Darunter befanden sich 2.240 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 107 Personen (+5,0 Prozent) mehr als im Vormonat und 109 Personen (+5,1 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Demgegenüber meldeten sich im April 5.608 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 164 Personen (-2,8 Prozent) weniger als im Vormonat und 221 (-3,8 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. 1.870 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 6 Personen-Abgänge (-0,3 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit weniger als im Vormonat und 35 (-1,8 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Situation beim Stelleneingang und -bestand

Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen steigt im Vormonatsvergleich um 26 Stellen auf insgesamt 5.063 Stellen (+0,5 Prozent) und steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,3 Prozent (+516 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen sinkt um 526 Stellen (-31,4 Prozent) auf 1.150 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat sinkt der Zugang um 96 Stellen (-7,7 Prozent).