Arbeitsmarktbericht Juni 2026

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn im Juni 2026

01.07.2026 | Presseinfo Nr. 21

  • Im Vergleich zum Vormonat sinkt die Arbeitslosigkeit um 28 Personen (-0,1 Prozent) auf 33.157 Personen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 101 Personen oder 0,3 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 46 Personen (+0,4 Prozent).
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) sinkt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 74 Personen (-0,4 Prozent).
  • Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit sinken im Vergleich zum Vormonat um 16,4 Prozent.
  • Die Arbeitslosenquote bleibt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat gleich bei 6,4 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn bleibt im Vergleich zum Vormonat bei 7,4 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis bleibt ebenfalls gleich bei 5,8 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte).
  • Im Juni sind im Agenturbezirk 5.140 stellen offen. Dies sind 114 Stellen (+2,3 Prozent) mehr als im Mai und 953 Stellen (+22,8 Prozent) mehr als im Juni 2025.

„Auch auf dem Arbeitsmarkt ist in diesem Monat kaum frischer Wind zu spüren: Die Arbeitslosigkeit in Bonn und der Region ist auf hohem Niveau stabil geblieben“, berichtet Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Es haben sich zwar weniger Menschen als im Vormonat arbeitslos melden müssen, allerdings hat auch eine geringere Anzahl von Menschen aus der Arbeitslosigkeit eine neue Stelle antreten können.“

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg sinkt im Juni 2026 im Vergleich zum Vormonat leicht (von 33.185 auf 33.157 Personen).

Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg sinken die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 16,4 Prozent von 2.092 auf 1.749 Personen. Die Abgänge 
aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit sinken um 12,4 Prozent im Vergleich zum Mai 2026. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 227 Menschen weniger eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum Juni 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 4,3 Prozent gesunken (-72 Personen).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 0,3 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im Juni ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 24 Personen auf 2.627 Personen gestiegen (+0,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 58 Personen (+2,3 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) sinkt im Vergleich zum Vormonat um 30 Personen (-0,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 92 Personen (+0,8 Prozent).

Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich sinkt im Vormonatsvergleich um 6 auf 11.518 Personen (-0,1 Prozent). Im Versichertenbereich steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 29 auf 1.397 Personen (+2,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 170 Personen (+13,9 Prozent), im Grundsicherungsbereich steigt sie um 193 Personen (+1,7 Prozent).

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, bleibt im Vergleich zum Vormonat gleich bei 6,4 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte). Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt sie unverändert.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den Mai 2026 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im Mai 2026 insgesamt von 28 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 439 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat April 2026 waren es 20 Neuanzeigen für 220 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Dezember 2025 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 277 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 1.972 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem verarbeitenden Gewerbe (31 Betriebe mit 604 Beschäftigten), dem Baugewerbe (169 Betriebe mit 800 Beschäftigten) und dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (47 Betriebe mit 389 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (10 Betriebe mit 67 Beschäftigten), aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (8 Betriebe mit 64 Beschäftigten) und aus Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz (6 Betriebe mit 13 Beschäftigten) Kurzarbeit an.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Im Juni 2026 geht das Interesse der Jugendlichen an der betrieblichen Ausbildung marginal zurück: 4.613 junge Menschen suchen einen Ausbildungsplatz. Das sind 7 Personen und 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Seitens der Betriebe stehen laut der Statistik 3.601 offene Ausbildungsstellen zur Verfügung. Dies bedeutet einen deutlichen Rückgang von 1.054 oder 22,6 Prozent der Stellen. Die vorgenannte Zahl dürfte jedoch die Anzahl der tatsächlich gemeldeten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk derzeit zu gering abbilden. Im März 2026 (Daten für aktuellere Monate liegen nicht vor) lag die tatsächliche Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bundesweit schätzungsweise 6 Prozent und auf Ebene der Länder schätzungsweise bis zu 8 Prozent höher. Ursache für die Untererfassung ist eine bundesweite Verfahrensvereinfachung bei der Meldung von Ausbildungsstellen - die bis vor kurzem bedauerlicherweise von der BA-Statistik nicht erfasst wurde. Derzeit erfolgt eine Revision und Neuauszählung der erfassten und gemeldeten Ausbildungsstellen, die finalen Korrekturen liegen voraussichtlich im Juli 2026 vor.

Alle Schülerinnen und Schüler, die wenige Wochen vor ihrem Schulabschluss noch keine konkreten Pläne für die Zeit danach haben, werden von der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg aktiv angeschrieben und zur „Perspektive 2026“ am 9. Juli 2026 an die Standorte Bonn und Siegburg eingeladen. Dort stehen Berufsberaterinnen und -berater bereit, um mit den Jugendlichen Stärken und Interessen mit den vorhandenen Berufsfeldern abzugleichen und Ausbildungsperspektiven aufzuzeigen. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Bonn vermittelt auf Wunsch direkt den Kontakt zu Ausbildungsbetrieben, die in diesem Jahr noch Auszubildende einstellen möchten. Daneben ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg anwesend und berät speziell zu den Ausbildungsmöglichkeiten in IHK-Berufen.

Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+1.092 Personen).

Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg in der Grundsicherung (SGB II) betreuten Personen sinkt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt (-991 Personen).

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status

  • "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
  • "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
  • "Duldung"

in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im Juni 8.677 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.802 arbeitslose Personen.

Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 970 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 636 arbeitslose Personen.

Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 7.707 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.166 arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im Juni in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.867 und im Rhein-Sieg-Kreis 4.801 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.129 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.637 arbeitslose Personen.

1Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Flucht hintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.

2Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg

Zugang und Abgang an Arbeitslosen

Im Verlauf des Monats Juni meldeten sich 4.902 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 506 weniger Arbeitslosmeldungen (-9,4 Prozent) als im Vormonat und 329 weniger als im Vorjahresmonat (-6,3 Prozent). Darunter befanden sich 1.749 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 343 Personen (-16,4 Prozent) weniger als im Vormonat und 151 Personen (-7,9 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Demgegenüber meldeten sich im Juni 4.916 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 1.009 Personen (-17,0 Prozent) weniger als im Vormonat und 295 (-5,7 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat. 1.610 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 227 Personen-Abgänge (12,4 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit weniger als im Vormonat und 72 (-4,3 Prozent) weniger als im Vorjahresmonat.

Situation beim Stelleneingang und -bestand

Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen steigt im Vormonatsvergleich um 114 Stellen auf insgesamt 5.140 Stellen (+2,3 Prozent) und steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22,8 Prozent (+953 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen sinkt um 236 Stellen (-17,2 Prozent) auf 1.134 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat steigt der Zugang um 49 Stellen (4,5 Prozent).