- Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit um 904 Personen (+2,7 Prozent) auf 34.061 Personen.
- Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 32 Personen oder 0,1 Prozent.
- Im Versichertenbereich (SGB III) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 783 Personen (+6,3 Prozent).
- Im Grundsicherungsbereich (SGB II) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 121 Personen (+0,6 Prozent).
- Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit steigen im Vergleich zum Vormonat um 39,4 Prozent.
- Die Arbeitslosenquote steigt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat leicht auf 6,5 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).
- Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn steigt im Vergleich zum Vormonat auf 7,6 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).
- Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis steigt auf 6,0 Prozent (+0,2 Prozentpunkte).
- Im Juli wurden im Agenturbezirk 1.422 neue Stellen gemeldet. Dies ist ein Zuwachs von etwas über einem Viertel sowohl im Vergleich zum Vormonat (288/25,4 Prozent) als zum Vorjahresmonat (285/25,1 Prozent).
„Saisonal bedingt ist Sauregurkenzeit auf dem Arbeitsmarkt in Bonn und der Region: Wie schon in den vergangenen Jahren steigt die Arbeitslosigkeit zum Quartalsende über alle Altersgruppen hinweg an“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Denn es wurden uns mehr als 1.400 neue Stellen gemeldet. Entsprechend lohnt sich sowohl ein Besuch unseres Stellenportals, als auch ein Termin bei unserer Arbeitsvermittlung oder unserer Ausbildungsberatung.“
Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigt im Juli 2026 im Vergleich zum Vormonat (von 33.157 auf 34.061 Personen).
Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigen die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 39,4 Prozent von 1.749 auf 2.438 Personen. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit steigen um 9,0 Prozent im Vergleich zum Juni 2026. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 145 Menschen mehr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum Juli 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 1,8 Prozent gestiegen (+31 Personen).
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozent gestiegen.
Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Im Juli ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 323 Personen auf 2.950 Personen gestiegen (+12,3 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 48 Personen (+1,7 Prozent).
Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) steigt im Vergleich zum Vormonat um 109 Personen (+0,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 46 Personen (+0,4 Prozent).
Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich sinkt im Vormonatsvergleich um 11 auf 11.507 Personen (-0,1 Prozent). Im Versichertenbereich steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 98 auf 1.495 Personen (+7,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 236 Personen (+18,7 Prozent), im Grundsicherungsbereich steigt sie um 44 Personen (+0,4 Prozent).
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, steigt im Vergleich zum Vormonat auf 6,5 Prozent (+0,1 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sinkt sie um 0,1 Prozentpunkte.
Situation konjunktureller Kurzarbeit
Anzeigen
Für den Juni 2026 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im Juni 2026 insgesamt von 28 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 256 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat Mai 2026 waren es 28 Neuanzeigen für 439 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.
Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende
Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Januar 2026 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 512 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 3.341 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.
Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem verarbeitenden Gewerbe (28 Betriebe mit 545 Beschäftigten), dem Baugewerbe (366 Betriebe mit 2.049 Beschäftigten) und dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (94 Betriebe mit 616 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (9 Betriebe mit 42 Beschäftigten), aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (5 Betriebe mit 36 Beschäftigten) und aus Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz (4 Betriebe mit 15 Beschäftigten) Kurzarbeit an.
Situation auf dem Ausbildungsmarkt
Kurz vor dem Start ins Ausbildungsjahr 2026/2027 geht das Interesse der Jugendlichen an der betrieblichen Ausbildung im Juli 2027 etwas zurück: 4.818 junge Menschen interessierten sich für einen Ausbildungsplatz. Das sind 64 Personen und 1,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Derzeit suchen insgesamt noch 2.424 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. Seitens der Betriebe wurden 3.815 Ausbildungsstellen gemeldet. Dies bedeutet einen Rückgang von 972 oder 20,3 Prozent der Stellen. Von den gemeldeten Stellen sind im Juli 2026 noch 1.386 Stellen unbesetzt.
Weil drei Viertel aller offenen Stellen in der Region Bonn eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzen, bildet dieser Weg in den Beruf eine sehr gute Basis für ein erfolgreiches Berufsleben. Daher wirbt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg Stefan Krause bei Jugendlichen und Eltern darum, jetzt nicht nachzulassen:
„Auch jetzt gibt es noch einige Betriebe, die sich über Bewerbungen auf ihre Ausbildungsstellen freuen. Unsere Berufsberatung steht auch während der Sommerferien bereit, um gemeinsam mit interessierten Jugendlichen den passenden Ausbildungsberuf zu finden und offene Ausbildungsstellen zu vermitteln. Wer sich jetzt noch an uns wendet, hat gute Chancen direkt ins Berufsleben starten.“
Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+783 Personen).
Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg betreuten Personen, die Grundsicherung (SGB II) beziehen, steigt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt an (+121 Personen).
Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg
Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status
- "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
- "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
- "Duldung"
in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.
Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im Juni 8.613 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.876 arbeitslose Personen.
Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 1.006 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 667 arbeitslose Personen.
Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 7.607 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.209 arbeitslose Personen.
Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im Juni in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.825 und im Rhein-Sieg-Kreis 4.788 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.204 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.672 arbeitslose Personen.
1Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Fluchthintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.
2Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.
Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg
Zugang und Abgang an Arbeitslosen
Im Verlauf des Monats Juli meldeten sich 6.513 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 1.611 mehr Arbeitslosmeldungen (+32,9 Prozent) als im Vormonat und 297 mehr als im Vorjahresmonat (+4,8 Prozent). Darunter befanden sich 2.438 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 689 Personen (+39,4 Prozent) mehr als im Vormonat und 67 Personen (+2,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
Demgegenüber meldeten sich im Juli 5.607 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 691 Personen (+14,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 383 (+7,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 1.755 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 145 Personen-Abgänge (+9,0 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit mehr als im Vormonat und 31 (+1,8 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
Situation beim Stelleneingang und -bestand
Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen steigt im Vormonatsvergleich um 2 Stellen auf insgesamt 5.142 Stellen (+0,0 Prozent) und steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 30,4 Prozent (+1.198 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen steigt um 288 Stellen (+25,4 Prozent) auf 1.422 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat steigt der Zugang um 285 Stellen (+25,1 Prozent).