Arbeitsmarktbericht August 2026

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn im August 2026

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 25

  • Im Vergleich zum Vormonat steigt die Arbeitslosigkeit um 498 Personen (+1,5 Prozent) auf 34.559 Personen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 378 Personen oder 1,1 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 361 Personen (+2,7 Prozent).
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) steigt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 137 Personen (+0,7 Prozent).
  • Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit steigen im Vergleich zum Vormonat um 2,2 Prozent.
  • Die Arbeitslosenquote steigt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat leicht auf 6,6 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn steigt im Vergleich zum Vormonat auf 7,7 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis steigt auf 6,1 Prozent (+0,1 Prozentpunkte).
  • Im August wurden im Agenturbezirk 1.477 neue Stellen gemeldet. Dies ist ein Zuwachs von 55 Stellen (+3,9 Prozent) zum Vormonat sowie 219 Stellen (+17,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

„Zum Ende der Sommerferien präsentiert sich der Arbeitsmarkt in Bonn und der Region weiterhin verhalten – die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, wenn auch nur geringfügig“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Zwei Lichtblicke gibt es: Zum einen haben wieder mehr Menschen als in den Vormonaten aus der Arbeitslosigkeit eine Arbeitsstelle gefunden. Zum anderen haben uns die Arbeitgeber erneut mehr Stellen gemeldet als im Juli und im vergangenen Jahr zur selben Zeit. Daher rufen wir erneut Stellen- und Ausbildungsplatzsuchende auf, sich bei uns zu melden und gemeinsam mit uns ihre Chancen auszuloten.“

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigt im August 2026 im Vergleich zum Vormonat (von 34.061 auf 34.559 Personen).
Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg steigen die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 2,2 Prozent von 2.438 auf 2.491 Personen. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit steigen um 3,0 Prozent im Vergleich zum Juli 2026. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 53 Menschen mehr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum August 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 6,2 Prozent gestiegen (+343 Personen).
Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 1,1 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im August ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 62 Personen auf 3.012 Personen gestiegen (+2,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 59 Personen (+2,0 Prozent). Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) steigt im Vergleich zum Vormonat um 54 Personen (+0,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 173 Personen (+1,5 Prozent).
Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich steigt im Vormonatsvergleich um 52 auf 11.559 Personen (+0,5 Prozent). Im Versichertenbereich sinkt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 37 auf 1.458 Personen (-2,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 186 Personen (+14,6 Prozent), im Grundsicherungsbereich sinkt sie um 14 Personen (-0,1 Prozent).
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, steigt im Vergleich zum Vormonat auf 6,6 Prozent (+0,1 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt sie gleich.

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den Juli 2026 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im Juli 2026 insgesamt von 23 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 203 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat Juni 2026 waren es 28 Neuanzeigen für 256 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat Februar 2026 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 450 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 2.668 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus
dem verarbeitenden Gewerbe (26 Betriebe mit 434 Beschäftigten), dem Baugewerbe (310 Betriebe mit 1.655 Beschäftigten) und dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (89 Betriebe mit 447 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (8 Betriebe mit 31 Beschäftigten), aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (6 Betriebe mit 40 Beschäftigten) und aus Handel; Instandhalt. u. Rep. v. Kfz (6 Betriebe mit 24 Beschäftigten) Kurzarbeit an.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Im August 2026 hat das Interesse der Jugendlichen an einer Ausbildung gegen-über dem Vormonat leicht abgenommen: 5.012 junge Menschen interessierten sich für einen Ausbildungsplatz. Das sind 41 Personen und 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Seitens der Betriebe wurden 3.893 Ausbildungsstellen ge-meldet. Dies bedeutet einen Rückgang von 911 oder 19,0 Prozent der Stellen. Von den gemeldeten Stellen sind im August 2026 noch 864 Stellen unbesetzt.
Für alle Jugendlichen, die derzeit noch eine Ausbildungsstelle suchen, veranstaltet die Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg im September eine weitere Vermittlungsaktion: Die Veranstaltung „Last Minute Ausbildung 2026“ findet am 7. und 8. September 2026 von 9 bis 15 Uhr in den Dienststellen in Bonn, Villemombler Str. 101, sowie am 8. September 2026 von 9 bis 15 Uhr in Siegburg, Schumannstr. 7, statt. Interessierte Jugendliche und Eltern sind herzlich eingeladen, auch spontan zur „Last Minute Ausbildung 2026“ zu kommen.

In dieser Zeit erhalten Jugendliche und junge Erwachsene Unterstützung von Berufsberaterinnen und Berufsberatern bei der Auswahl eines Ausbildungsberufes oder dualen Studiums – passend zu den jeweiligen Interessen und Fähigkeiten. Daneben können die Berufsberater*innen bei der Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen helfen und auch mögliche Alternativen zur Berufsvorbereitung aufzeigen. Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit vermittelt auf Wunsch direkt den Kontakt zu Ausbildungsbetrieben, die in diesem Jahr noch Auszubildende einstellen möchten. Daneben ist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg anwesend und berät speziell zu den Ausbildungsmöglichkeiten in IHK-Berufen. Außerdem werden Anbieterinnen und Anbieter von Bildungsmaßnahmen für eine Alternativplanung vor Ort sein, um eine unmittelbare Kontaktaufnahme und Anmeldungen zu ermöglichen.

Weitere Informationen zur „Last Minute Ausbildung“ am 7. September

Weitere Informationen zur „Last Minute Ausbildung“ am 8. September

Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+1.234 Personen).
Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg betreuten Personen, die Grundsicherung (SGB II) beziehen, sinkt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt (-856 Personen).

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status

  • "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
  • "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
  • "Duldung"

in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.
Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im August 8.707 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.972 arbeitslose Personen.
Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 1.000 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 690 arbeitslose Personen.
Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 7.707 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.282 arbeitslose Personen.
Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im August in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.848 und im Rhein-Sieg-Kreis 4.859 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.228 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.744 arbeitslose Personen.

1 Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Fluchthintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.

2 Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg

Zugang und Abgang an Arbeitslosen

Im Verlauf des Monats August meldeten sich 6.385 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 128 weniger Arbeitslosmeldungen (-2,0 Prozent) als im Vormonat und 667 mehr als im Vorjahresmonat
(+11,7 Prozent). Darunter befanden sich 2.491 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 53 Personen (+2,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 309 Personen (+14,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.
Demgegenüber meldeten sich im August 5.883 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 276 Personen (+4,9 Prozent) mehr als im Vormonat und 343 (+6,2 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 1.808 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 53 Personen-Abgänge (+3,0 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit mehr als im Vormonat und 108 (+6,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Situation beim Stelleneingang und -bestand

Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen steigt im Vormonatsvergleich um 318 Stellen auf insgesamt 5.460 Stellen (+6,2 Prozent) und steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 27,6 Prozent (+1.180 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen steigt um 55 Stellen (+3,9 Prozent) auf 1.477 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat steigt der Zugang um 219 Stellen (+17,4 Prozent).