Arbeitsmarktbericht September 2026

Entwicklung des Arbeitsmarktes im Bezirk der Agentur für Arbeit Bonn im September 2026

30.09.2026 | Presseinfo Nr. 30

  • Im Vergleich zum Vormonat sinkt die Arbeitslosigkeit um 817 Personen (-2,4 Prozent) auf 33.742 Personen.
  • Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Arbeitslosigkeit um 465 Personen oder 1,4 Prozent.
  • Im Versichertenbereich (SGB III) sinkt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 473 Personen (-3,5 Prozent).
  • Im Grundsicherungsbereich (SGB II) sinkt die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 344 Personen (-1,6 Prozent).
  • Die Zugänge aus der Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit sinken im Vergleich zum Vormonat um 12,9 Prozent.
  • Die Arbeitslosenquote sinkt im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat leicht auf 6,5 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote in der Stadt Bonn sinkt im Vergleich zum Vormonat auf 7,5 Prozent (-0,2 Prozentpunkte).
  • Die Arbeitslosenquote im Rhein-Sieg-Kreis sinkt auf 5,9 Prozent (-0,2 Prozentpunkte).
  • Im August wurden im Agenturbezirk 1.530 neue Stellen gemeldet. Dies ist ein Zuwachs von 53 Stellen (+3,6 Prozent) zum Vormonat sowie 587 Stellen (+16,9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat.

„Der Arbeitsmarkt startet versöhnlich ins letzte Jahresviertel 2026: Im September ist die Arbeitslosigkeit in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zurückgegangen. Es haben weniger Menschen ihre Arbeitsstelle verloren und gleichzeitig wieder mehr Menschen eine Beschäftigung aufgenommen als noch im August“, sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg. „Zudem richten auch die Unternehmen ihren Blick weiter nach vorn und melden uns erneut mehr offene Stellen als im Vormonat und im Vorjahresvergleich.“

Zusammenfassung zur Situation der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg sinkt im September 2026 im Vergleich zum Vormonat (von 34.559 auf 33.742 Personen).
Im Agenturbezirk Bonn/Rhein-Sieg sinken die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit um 12,9 Prozent von 2.491 auf 2.170 Personen. Die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit steigen um 22,3 Prozent im Ver-gleich zum August 2026. Dies bedeutet, dass im Vergleich zum Vormonat 403 Menschen mehr eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben. Im Vergleich zum September 2025 sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit um 8,4 Prozent gestiegen (+172 Personen).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 1,4 Prozent gestiegen.

Arbeitslosigkeit nach Personengruppen

Im September ist die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) im Vergleich zum Vormonat um insgesamt 215 Personen auf 2.797 Personen gesunken (-7,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 164 Personen (+6,2 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit der Älteren (50 plus) sinkt im Vergleich zum Vormonat um 91 Personen (-0,8 Prozent). Im Vorjahresvergleich steigt sie um 98 Personen (+0,9 Prozent).

Die Langzeitarbeitslosigkeit im Grundsicherungsbereich sinkt im Vormonatsvergleich um 154 auf 11.402 Personen (-1,4 Prozent). Im Versichertenbereich sinkt die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 15 auf 1.473 Personen (+1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt die Langzeitarbeitslosigkeit im Versichertenbereich um 204 Personen (+16,1 Prozent), im Grundsicherungsbereich sinkt sie um 142 Personen (-1,2 Prozent).

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, sinkt im Vergleich zum Vormonat auf 6,5 Prozent (-0,1 Prozentpunkte). Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt sie leicht (+0,1 Prozentpunkte).

Situation konjunktureller Kurzarbeit

Anzeigen

Für den August 2026 legt die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach gab es im August 2026 insgesamt von 21 Unternehmen der Region Bonn/Rhein-Sieg für 154 potentiell betroffene Beschäftigte eine neue Anmeldung zur Kurzarbeit. Im Vormonat Juli 2026 waren es 23 Neuanzeigen für 203 Beschäftigte. Die Anzeigen bedeuten jedoch nicht, dass diese Kurzarbeit tatsächlich realisiert wurde. Wie viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich in welchem Umfang in Kurzarbeit gegangen sind, kann erst im Nachgang beurteilt werden.

Kurzarbeitende Betriebe und Kurzarbeitende

Zur realisierten Kurzarbeit im Monat März 2026 liegt erneut eine aktuelle Hochrechnung vor. Danach realisierten im Agenturbezirk 239 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit. 1.368 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren danach von Kurzarbeit betroffen.

Die überwiegende Anzahl der Betriebe, die Kurzarbeit realisierten, kam aus dem verarbeitenden Gewerbe (27 Betriebe mit 499 Beschäftigten), dem Baugewerbe (154 Betriebe mit 656 Beschäftigten) und dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (38 Betriebe mit 126 Beschäftigten). In geringerem Maße meldeten Betriebe aus dem Bereich Information und Kommunikation (6 Betriebe mit 16 Beschäftigten) und aus dem Bereich Freiberufl., wissensch. u. techn. Dienstleistungen (7 Betriebe mit 22 Beschäftigten) Kurzarbeit an.

Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Am 30. September 2026 endet das Berufsberatungsjahr 2025/26. Die Ergebnisse der Datenerhebung zu Ausbildungssuchenden, Ausbildungsstellen sowie konkrete Zahlen über abgeschlossene Ausbildungsverträge werden im Rahmen einer Pressekonferenz der Agentur für Arbeit Bonn, IHK Bonn/Rhein-Sieg,
Kreishandwerkerschaft Bonn/Rhein-Sieg und der Handwerkskammer zu Köln präsentiert. Diese findet statt am 3. November 2026. Eine Einladung für die Presse folgt.

Für Fragen und Anliegen rund um die Berufswahl steht die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn telefonisch oder per E-Mail gerne zur Verfügung.

Kontaktmöglichkeiten für Jugendliche:
Jugendliche, die bisher noch keinen Kontakt zur Berufsberatung der Agentur für Arbeit hatten, erreichen die Kolleginnen und Kollegen unter:
Bonn: Telefon (02 28) 924 8000
E-Mail: Bonn.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Siegburg: Telefon (0 22 41) 300 800
E-Mail: Siegburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

Kontaktmöglichkeiten für Arbeitgeber*innen:
Freie Ausbildungs- und Praktikumsplätze nimmt die Agentur für Arbeit unter der Arbeitgeber-Hotline 0800 4 5555 20 entgegen.

Arbeitslosenzahlen nach Geschäftsstellen, Gebietskörperschaften und Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) steigt die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich insgesamt an (+1.203 Personen).
Bei den von den Jobcentern Bonn und Rhein-Sieg betreuten Personen, die Grundsicherung (SGB II) beziehen, sinkt die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich insgesamt (-738 Personen).

Geflüchtete Menschen in Bonn/Rhein-Sieg

Die Berichterstattung über geflüchtete Menschen1, die bei den Agenturen für Arbeit und Jobcentern arbeitsuchend bzw. arbeitslos2 gemeldet sind, bezieht sich auf Arbeitsuchende und Arbeitslose im Bestand nach ihrem Aufenthaltsstatus. Hierzu wurde die Kategorie "Personen im Kontext von Fluchtmigration" gebildet. Zu dieser Personengruppe zählt die Statistik der Bundesagentur Kunden im Status

  • "Aufenthaltserlaubnis Flucht",
  • "Aufenthaltsgestattung" (einschl. "Antrag noch nicht gestellt") oder
  • "Duldung"

in Zusammenhang mit einem Asylverfahren.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration umfasst für den Agenturbezirk im August 8.618 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.801 arbeitslose Personen.

Im Bereich der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) umfasst der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 992 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 672 arbeitslose Personen.

Im Grundsicherungsbereich (Rechtskreis SGB II) beträgt der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration 7.626 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich 4.192 arbeitslose Personen.

Der Bestand an arbeitsuchenden Personen im Kontext von Fluchtmigration beträgt im September in beiden Rechtskreisen für die Stadt Bonn 3.823 und im Rhein-Sieg-Kreis 4.795 geflüchtete Menschen. Darunter befanden sich in der Stadt Bonn 2.182 und im Rhein-Sieg-Kreis 2.619 arbeitslose Personen.

1 Bitte beachten Sie, dass für ukrainische Staatsangehörige die aufenthaltsrechtlichen Informationen zum Fluchthintergrund stark untererfasst sind. Die Werte für Personen im Kontext Flucht werden daher, bis auf Weiteres, gänzlich ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ausgewiesen.

2 Die Status Arbeitsuche und Arbeitslosigkeit werden nach den im Sozialgesetzbuch festgelegten Kriterien vergeben; danach werden Personen als Arbeitsuchende geführt, wenn sie eine Beschäftigung als Arbeitnehmer suchen, und als Arbeitslose, wenn sie darüber hinaus keine Beschäftigung haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und nicht an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teilnehmen. Arbeitslose bilden deshalb eine Teilmenge der Arbeitsuchenden.

Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt Bonn/Rhein-Sieg

Zugang und Abgang an Arbeitslosen

Im Verlauf des Monats September meldeten sich 5.721 Menschen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeitslos, dies sind 664 weniger Arbeitslosmeldungen (-10,4 Prozent) als im Vormonat und 402 mehr als im Vorjahresmonat (+7,6 Prozent). Darunter befanden sich 2.170 Personen, die aus einer Erwerbstätigkeit kamen. Das sind 321 Personen (-12,9 Prozent) weniger als im Vormonat und 45 Personen (+2,1 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Demgegenüber meldeten sich im September 6.538 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab, das sind 655 Personen (+11,1 Prozent) mehr als im Vormonat und 331 (+5,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. 2.211 Menschen meldeten sich in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 403 Personen-Abgänge (+22,3 Prozent) in eine Erwerbstätigkeit mehr als im Vormonat und 172 (+8,4 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

Situation beim Stelleneingang und -bestand

Der Bestand der gemeldeten Arbeitsstellen steigt im Vormonatsvergleich um 174 Stellen auf insgesamt 5.634 Stellen (+3,2 Prozent) und steigt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,9 Prozent (+1.361 Stellen). Der Zugang an Arbeitsstellen steigt um 53 Stellen (+3,6 Prozent) auf 1.530 Stellen im Vergleich zum Vormonat. Zum Vorjahresmonat steigt der Zugang um 587 Stellen (+62,2 Prozent).