Arbeitsmarkt: „Für 2026 sehen wir vorsichtig optimistische Perspektiven“

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember gegenüber dem Vormonat um 183 auf insgesamt 22.880 leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,9. Das entspricht einem Anstieg von 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Wert vor einem Jahr. Die Entwicklung zum Vorjahresmonat in Zahlen: +920 oder 4,2 Prozent.

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

„Der regionale Arbeitsmarkt blieb 2025 unter Druck, zeigte sich aber insgesamt stabil und behauptete sich im Kern weiterhin“, beschreibt Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, die aktuelle Situation. „Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten konnten Beschäftigung und Nachfrage nach Fachkräften in vielen Branchen gehalten werden. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen und die Beschäftigungsdaten stagnieren. Für 2026 sehen wir vorsichtig optimistische Perspektiven.“


Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Personen erfasst, die erkrankt sind oder an Maßnahmen teilnehmen, lag im aktuellen Berichtsmonat bei 27.804 Personen, dies sind 0,2 Prozent oder 61 Personen weniger als vor einem Jahr.


Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar waren im Dezember 4.585 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber dem Vormonat ist das ein Minus von 102 oder 2,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 839 Stellen weniger (–15,5 Prozent). Arbeitgeber meldeten im Dezember 891 neue Arbeitsstellen. Seit Jahresbeginn wurden damit insgesamt 12.018 Stellen neu gemeldet.

TOP5
Die TOP5 der gemeldeten Arbeitsstellen von Braunschweig bis Braunlage:
Fachkräfte im Verkauf (165 Stellen), Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege (162 Stellen), Schweiß-Fachkräfte (147 Stellen), Lagerhelfer (116 Stellen) sowie in der Kinderbetreuung (99 Stellen).

Der Arbeitsmarkt im Jahr 2025
Im Jahresdurchschnitt 2025 wurden 23.021 Arbeitslose gezählt. Damit hat der Arbeitsmarkt 2025 eine anhaltende Talsohle durchlaufen, die er bislang noch nicht verlassen hat. Insgesamt war im vergangenen Jahr nur wenig Bewegung zu beobachten. Für 2026 erwarten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute jedoch eine moderate konjunkturelle Belebung. Sollte die Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnen, dürfte sich dies mit zeitlicher Verzögerung auch am Arbeitsmarkt niederschlagen. Unter dieser Annahme rechnen wir mit einer vorsichtigen und leichten Entspannung bei der Arbeitslosigkeit. Damit wäre erstmals seit drei Jahren wieder ein geringer Rückgang der durchschnittlichen Jahresarbeitslosigkeit möglich. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren 21.660 Menschen arbeitslos gemeldet.


Arbeitslose Akademiker im Jahr 2025
Im letzten Jahr ist insbesondere die Arbeitslosigkeit der Akademiker angestiegen. Gegenüber dem Vorjahr um 22,4 Prozent oder 479 Arbeitslose. Die Ursachen dafür sehen wir vor allem in der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den Umwälzungen durch die Transformation.
Die jungen Uni-Absolventen haben es schwerer eine Stelle zu finden, weil Unternehmen gerade wenig Stellen ausschreiben. Zur Wahrheit gehört aber auch: die Zahl der Arbeitslosen mit einem akademischen Abschluss ist um ein Vielfaches niedriger als von Unqualifizierten. Der Anteil an allen Arbeitslosen betrug 2025 bei den Akademikern 11,4 Prozent (2.619 Arbeitslosen), bei Ungelernten 57,5 Prozent (13.227 Arbeitslose).


Die nächste Presseinformation zur Arbeitsmarktentwicklung erscheint am 30. Januar.