Bremerhaven: Frank Sänger, Geschäftsführer Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im November hat sich der saisonal übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit fortgesetzt. Vom Arbeitsmarkt gingen aber weiterhin kaum Impulse aus. So konnten nur etwas weniger zuvor arbeitslose Personen eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt aufnehmen als im Vormonat. Allerdings meldeten sich auch nur etwas weniger Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos. Die Verringerung der Arbeitslosigkeit im November beruhte - wie bereits im letzten Monat – zum einen auf den Beginn einer großen Anzahl von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die entlastend auf die Arbeitslosigkeit gewirkt haben. Zum anderen gab es nun insbesondere in der Gruppe der Ausländer und der Frauen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Mit 8.722 Personen waren im November 77 Personen oder -0,9 Prozent weniger gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 13,9 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter der Arbeitslosenquote des Vormonats.
Die Zahl der Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hat im November um 82 Personen auf 2.484 Personen zugenommen (+3,4%). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 193 Teilnehmende mehr (+8,4%). Ein Schwerpunkt der Arbeitsmarktpolitik lag weiterhin im Bereich der Förderung der beruflichen Weiterbildung. Hier hat die Zahl der Teilnehmenden im November zum Vormonat um 10 Personen (+1,4%) zugenommen, zum Vorjahr (-10 Personen, -1,4%) allerdings abgenommen.
Bei der aktuellen Arbeitskräftenachfrage hat es im November einen Rückgang zum Vormonat gegeben. Mit 225 im November neu gemeldeten Stellen wurden 10 Stellen weniger zur Besetzung aufgegeben. Das entsprach einem Rückgang von -4,3 Prozent zum Vormonat und einer Zunahme von 6 Stellen oder +2,7 Prozent zum Vorjahresmonat November. Mehr Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Vormonat gab es aus insbesondere aus dem Verarbeitenden Gewerbe.
Mit 1.284 gemeldeten Stellen ist der Stellenbestand zum Vormonat unverändert geblieben. Zum Vorjahresmonat November waren 150 Stellen weniger im Bestand (-10,5%).
Die Kurzarbeit als Frühindikator für sich abzeichnende größere Probleme am Arbeitsmarkt ist weiterhin unauffällig. Im November hatten 3 Unternehmen für voraussichtlich 28 betroffene Mitarbeitende Kurzarbeit neu angezeigt.“
Nur leichte Veränderungen bei der Arbeitslosigkeit einzelner Personengruppen
Im November befanden sich in Bremerhaven 8.722 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit sank im Vergleich zum Vormonat um 77 gemeldete Arbeitslose (oder -0,9 Prozent). In fast allen gesondert betrachteten Personengruppen waren nun weniger Menschen ohne Arbeit: Prozentual am stärksten ging die Arbeitslosigkeit bei den Ausländerinnen und Ausländern zurück (-0,8% oder -27 Personen) und bei den Frauen (-0,8% oder -30 Personen). Ein leichter Anstieg von 0,3% betraf die Langzeitarbeitslosen (+ 11 Personen) und die schwerbehinderten Menschen (+1 Person).
Die Quote der Arbeitslosigkeit lag bei 13,9%. Sie sinkt seit August und lag nun im November um 0,2 Prozentpunkte unter den Wert des Vormonats.
Auch der Blick auf das Vorjahr zeigt einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Sie verringerte sich um 130 Personen oder -1,5%. Eine Verbesserung zeigte sich in allen gesondert betrachteten Personengruppen. Am stärksten entspannte sich die Lage in der Gruppe der Ausländer, die Arbeitslosigkeit sank um 5,4%. Bei den Jüngeren zwischen 15 und 25 Jahren betrug der Rückgang 2,8% gegenüber dem November 2024, weniger Bewegung gab es bei den Frauen mit -0,9%.
In beiden Rechtskreisen verringert sich die Arbeitslosigkeit
Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung, Sozialgesetzbuch III): In der Stadt Bremerhaven wurden im November 2.050 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gezählt. Bei der Agentur für Arbeit waren damit -1,7 Prozent oder 36 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es ein Plus von 4,1 Prozent (oder +81 Personen).
Jobcenter (Grundsicherung, Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im November 41 Arbeitslose (-0,6 %) weniger gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es damit 6.672 Personen. Im Vorjahresvergleich waren es 211 Personen weniger (-3,1 Prozent).
Schwächere Personalnachfrage als im Vormonat
Im aktuellen Monat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 225 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Der Stellenzugang lag damit 4,3 Prozent unter dem Wert des Vormonats (-10 Stellen). Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Zuwachs an Stellenmeldungen (+6 Stellen oder +2,7%) im gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Bremerhaven.
Hinter dem Gesamtrückgang verbargen sich unterschiedliche einzelne Entwicklungen in den Wirtschaftszweigen. Der Rückgang der Arbeitskräftenachfrage kam insbesondere aus dem Gastgewerbe (-13 Stellen) und der Zeitarbeit (-7 Stellen). Eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften meldeten insbesondere Betriebe aus dem Verarbeitenden Gewerbe (+19 Stellen).
Der Gesamtbestand an freien Stellen, der den Vermittlerinnen und Vermittlern zur Verfügung stand, blieb verglichen zum Vormonat unverändert bei 1.284 Arbeitsangeboten. Verglichen mit dem Vorjahreswert verringerte sich das Gesamtvolumen um 150 Stellen oder -10,5 Prozent.
Drei neue Anträge auf Kurzarbeit im November
Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.
Aktuell liegen Informationen zu geprüften Anzeigen bis zum Stichtag 25. November vor. Es gingen drei neuen Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Bremerhaven ein. Davon betroffen wären maximal 28 Mitarbeitende.
Berufliche Weiterbildung war der Schwerpunkt bei Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik
2.484 Personen nahmen im November in Bremerhaven an Angeboten der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit einem Plus von 3,4% oder 82 Personen waren es mehr als im Vormonat. Auch zum Vorjahr stieg die Zahl an, um 193 Personen oder 8,4%.
Die meisten Menschen besuchten Angebote zur beruflichen Weiterbildung, es waren insgesamt 705 Personen. Zum Vormonat ergab das einen Anstieg um 10 Menschen oder +1,4%. Viel Anklang fanden auch die Angebote zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, an diesen nahmen 580 Menschen teil (+10,5% oder +55 Personen).
Unterbeschäftigung blieb unverändert
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.
Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im November 10.965 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 4 Menschen mehr als im Vormonat (0,0%). Im Vergleich mit dem Vorjahreswert verringerte sich die Unterbeschäftigung in Bremerhaven (-299 Personen oder -2,7 Prozent).
* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.