Frank Sänger, Geschäftsführer Operativ in der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im Februar hat sich der sonst saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit im Winter nicht fortgesetzt. Es gab sogar einen leichten Rückgang. Erfreulicherweise haben weniger Menschen ihren Arbeitsplatz verloren und gleichzeitig konnten mehr zuvor arbeitslose Personen Arbeit aufnehmen. Wegen der Beendigung von Ausbildungen ist die Jugendarbeitslosigkeit entgegen der allgemeinen Entwicklung angestiegen. Das ist im Jahresverlauf typisch, aber als Übergangseffekt zu bewerten. Mit 9.082 Personen waren im Februar 85 Personen oder
-0,9 Prozent weniger gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 14,5 Prozent um 0,1 Prozentpunkt unter der des Vormonats.
Die Zahl der Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ist im Februar mit einem Rückgang um fünf Personen auf 2.225 Personen (-0,2%) fast stabil geblieben. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 147 Teilnehmende mehr (+7,1%). Der Schwerpunkt der Arbeitsmarktpolitik lag weiterhin mit 645 Personen im Bereich der Förderung der beruflichen Weiterbildung. Während die Zahl der Teilnehmenden zum Vormonat um 12 Personen (-1,8%) abgenommen hat, kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem Anstieg um 24 Personen oder +3,9 Prozent.
Bei der aktuellen Arbeitskräftenachfrage hat es im Februar einen Anstieg zum Vormonat gegeben. Mit 377 im Februar neu gemeldeten Stellen wurden 204 Stellen mehr (+117,9%) zur Besetzung aufgegeben. Darin enthalten ist allerdings ein größerer Einzelauftrag mit einem Beschäftigungseinsatz im westlichen Niedersachsen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug die Zunahme 39,1 Prozent oder +106 Stellen. Der stärkste Beitrag zur Gesamtentwicklung kam durch ein Plus von 119 Stellen im Verarbeitenden Gewerbe, mit einem großen Einzelauftrag. Dazu kamen aus der Zeitarbeit noch 17 Stellen mehr als im Zugang des Vormonats sowie ein Plus von 13 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen und 12 Stellen aus dem Handel.
Mit 1.421 gemeldeten Stellen hat sich der Stellenbestand zum Vormonat um 163 Stellen oder +13,0 Prozent erhöht. Auch zum Vorjahresmonat Februar gab es einen Aufwuchs, um waren 138 Stellen oder +10,8%.“
Rückgang der Arbeitslosigkeit bei vielen Personengruppen, außer bei Jüngeren und Langzeitarbeitslosen
Im Februar befanden sich in Bremerhaven 9.082 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit sank im Vergleich zum Vormonat um 85 gemeldete Arbeitslose (oder -0,9 Prozent). Der Rückgang erreichte zahlreiche Personengruppen. Mit -2,7% (-111 Personen) fiel er bei den Frauen am ausgeprägtesten aus, auch in der Gruppe der Ausländer und der Älteren ab 55 Jahren ging die Arbeitslosigkeit überproportional zurück, um -1,9% oder -56 Personen. Anders die Entwicklung bei den Jüngeren von 15 bis unter 25 Jahren, hier kam es zu einem Anstieg von 5,8% (+46 Personen). Zu einem leichten Anstieg kam es auch in der Gruppe der Langzeitarbeitslosen (+0,3% zu +11 Personen).
Die Quote der Arbeitslosigkeit lag bei 14,5% und somit 0,1 Prozentpunkt niedriger als im Vormonat.
Veränderung zum Vorjahr für alle betrachteten Personengruppen positiv
Der Blick auf den Februar 2025 zeigte eine Verringerung der Arbeitslosigkeit um 3,6%. Insgesamt 343 Personen weniger waren im Berichtsmonat arbeitslos. In allen gesondert betrachteten Personengruppen entwickelte sich die Erwerbslosigkeit positiv, allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Mit -5,5% lag die Arbeitslosigkeit bei den Ausländern am stärksten unter dem Vorjahreswert, ähnlich bei den Jüngeren von 15 bis unter 25 Jahren mit -5,2%. In der Gruppe der Älteren dagegen reduzierte sich die Zahl der arbeitslosen Menschen mit einem Minus von 2,5% am wenigsten.
Weniger arbeitslose Menschen sowohl bei Agentur für Arbeit als auch im Jobcenter
Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung, Sozialgesetzbuch III):
In der Stadt Bremerhaven wurden im Februar 2.106 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gezählt. Bei der Agentur für Arbeit waren damit -1,1 Prozent oder 23 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es ein Minus von 4,2 Prozent (oder -93 Personen).
Jobcenter (Grundsicherung, Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im Februar 62 Arbeitslose (-0,9 %) weniger gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es damit 6.976 Personen, auch weniger Menschen als noch vor zwölf Monaten (-250 Personen oder -3,5 Prozent).
Suche nach Arbeitskräften zieht deutlich an im Februar – Stellenbestand wächst
Im aktuellen Monat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 377 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Der Stellenzugang lag mit +117,9 Prozent (+204 Stellen) stark über dem Wert des Vormonats. Auch im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Stellenmeldungen im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Bremerhaven (+106 Stellen oder +39,1%).
Der stärkste Beitrag zur Gesamtentwicklung kam durch ein Plus von 119 Stellen im Verarbeitenden Gewerbe. Dahinter steht vor allem ein Einzelauftrag mit einem Beschäftigungseinsatz im westlichen Niedersachsen. Dazu kamen aus der Zeitarbeit noch 17 Stellen mehr als im Zugang des Vormonats sowie ein Plus von 13 Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen und 12 Stellen aus dem Handel.
Der Gesamtbestand an freien Stellen, der den Vermittlerinnen und Vermittlern zur Verfügung stand, stieg zum Vormonat um 13,0% oder 163 Stellen an. Er lag somit bei 1.421 Arbeitsangeboten. Der Wert lag um 10,8 Prozent oder 138 Stellen über dem Vorjahresvolumen.
In Bremerhaven kaum neue Anträge auf Kurzarbeit im Februar
Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.
Aktuell liegen Informationen zu geprüften Anzeigen bis zum Stichtag 24. Februar 2026 vor. Es gingen drei neuen Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Bremerhaven ein, maximal betroffen wären 25 Personen.
Fast 150 Menschen mehr in Angeboten der Arbeitsmarktpolitik als noch vor einem Jahr
2.225 Personen nahmen im Februar in Bremerhaven an Angeboten der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit einem Minus von 0,2% oder -5 Personen waren es ähnlich viele wie im Vormonat. Doch im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um fast 150 Teilnehmende an (+147 Personen oder +7,1%).
Mit -7,0% (-24 Personen) fiel der Rückgang bei den „Beschäftigung schaffenden Maßnahmen“ am deutlichsten aus. Den stärksten Anstieg bei den Teilnehmerzahlen gab es beim Angebot „Aktivierung und berufliche Eingliederung“ mit +9,0 Prozent oder 37 Personen.
Umfang der Unterbeschäftigung bleibt fast unverändert, aber deutlich unter Vorjahreswert
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.
Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im Februar 11.111 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 3 Menschen weniger als im Vormonat (-0,0%). Im Vergleich mit dem Vorjahreswert verringerte sich die Unterbeschäftigung in Bremerhaven (-573 Personen oder -4,9 Prozent).
* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.