Arbeitslosenquote stieg im Dezember in Bremerhaven auf 14,1 Prozent an Personalnachfrage zurückhaltender als im Vormonat Weniger Menschen nahmen an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teil Keine neuen Anträge auf Kurzarbeit

Arbeitslosenzahl (Dezember 2025, Bremerhaven): 8.838

Veränderung gegenüber Vormonat: +116 bzw.    +1,3 %

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat: -53 bzw.    -0,6 %

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert): 14,1 %    (14,2%)

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 3

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im Dezember ist es in Bremerhaven zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Vom Arbeitsmarkt gingen weiterhin kaum Impulse aus. So konnten erneut weniger Arbeitslose eine Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt aufnehmen. Allerdings meldeten sich auch weniger Personen aus Erwerbstätigkeit arbeitslos. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember wurde zudem geprägt durch Rückgänge bei den Teilnehmerzahlen der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Für einen Übergangszeitraum belastet dies den Umfang der Arbeitslosigkeit. Mit 8.838 Personen waren im Dezember 116 Personen oder 1,3 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 14,1 Prozent um 0,2% höher als im Vormonat. 

Die Zahl der Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hat im Dezember um 113 Personen auf 2.351 Personen abgenommen (-4,6%). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 105 Teilnehmende mehr (+4,7%). Den stärksten Rückgang zum Vormonat gab es bei den Angeboten zur Aktivierung und beruflichen Wiedereingliederung. Hier sank die Zahl der Teilnehmenden im Dezember um 153 Personen (-26,9%) auf 416 Personen. 

Das insgesamt größte Teilnehmervolumen besuchte Angebote der Beruflichen Weiterbildung. Es waren 684 Personen, die gleiche Anzahl wie im Vormonat. Bei der aktuellen Arbeitskräftenachfrage hat es im Dezember einen deutlichen Rückgang zum Vormonat gegeben. Mit 190 im Dezember neu gemeldeten Stellen wurden 35 Stellen weniger zur Besetzung aufgegeben. Das entsprach einer Abnahme von -15,6 Prozent zum Vormonat und einer Abnahme von 117 Stellen oder -38,1 Prozent zum Vorjahresmonat Dezember. Der Rückgang zieht sich dabei durch fast alle Bereiche. Mehr Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Vormonat gab es aus allerdings dem Bereichen Öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung. 

Mit 1.283 gemeldeten Stellen hat sich der Stellenbestand zum Vormonat mit -1 Stelle oder 

-0,1 Prozent stabil gehalten. Zum Vorjahresmonat Dezember waren 132 Stellen weniger im Bestand (-9,3%). 

Die Kurzarbeit als Frühindikator für sich abzeichnende größere Probleme am Arbeitsmarkt ist weiterhin unauffällig. Im Dezember gab es keine neuen Anzeigen bei der Arbeitsagentur Bremerhaven.“ 

 

Mehr ausländische Menschen in der Arbeitslosigkeit und weniger mit einer Schwerbehinderung

Im Dezember befanden sich in Bremerhaven 8.838 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vormonat um 116 gemeldete Arbeitslose (oder +1,3 Prozent) an. Prozentual am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit bei den Ausländerinnen und Ausländern (+3,4% oder +108 Personen) und bei den Frauen (+2,0% oder +80 Personen) an. Weniger arbeitslose Menschen gab es bei den Jüngeren zwischen 15 – 20 Jahren (-16 Personen oder -8,9%) sowie in der Gruppe der schwerbehinderten Menschen (-10 Personen oder -2,8%).

Die Quote der Arbeitslosigkeit lag bei 14,1% und somit im Dezember um 0,2 Prozentpunkte oberhalb des Wertes im Vormonat. 

 

Der Blick auf das Vorjahr zeigte mit -0,6% eine Verringerung der Arbeitslosigkeit, sie verringerte sich um 53 Personen. In einzelnen, gesondert betrachteten, Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich. Einen Rückgang um -4,8% gab es in der Gruppe der Jüngeren zwischen 15 und 25 Jahren, auch in der Gruppe der Ausländer fiel mit

-3,2% der Rückgang überproportional aus. Weniger positiv verlief die Entwicklung im Vorjahresvergleich bei den Frauen, hier stieg die Erwerbslosigkeit mit +1,1% am stärksten an.

 

Mehr arbeitslose Menschen in der Grundsicherung, weniger bei der Agentur für Arbeit 

Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung, Sozialgesetzbuch III): In der Stadt Bremerhaven wurden im Dezember 2.029 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gezählt. Bei der Agentur für Arbeit waren damit -1,0 Prozent oder 21 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es ein Plus von 3,8 Prozent (oder +75 Personen). 

Jobcenter (Grundsicherung, Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im Dezember 137 Arbeitslose (+2,1 %) mehr gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es damit 6.809 Personen, 128 Personen weniger (-1,8 Prozent) als vor zwölf Monaten. 

 

Personalnachfrage schwächte zum Vormonat deutlich ab

Im aktuellen Monat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 190 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Der Stellenzugang lag mit -15,6 Prozent (-35 Stellen) deutlich unter dem Wert des Vormonats. Auch im Vergleich zum Vorjahr gingen die Stellenmeldungen im gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Bremerhaven zurück (-117 Stellen oder -38,1%).

Der mit Abstand stärkste Beitrag zum Gesamtrückgang kam aus der Zeitarbeit mit einem Minus von 44 Stellen (-74,6%) verglichen mit dem Vormonatswert. Eine verstärkte Nachfrage nach Arbeitskräften meldete insbesondere der Bereich „Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung“ mit +20 Stellen (+250,0%).

Der Gesamtbestand an freien Stellen, der den Vermittlerinnen und Vermittlern zur Verfügung stand, blieb verglichen mit dem Vormonat fast unverändert bei 1.283 Arbeitsangeboten

 (-1 Stelle oder -0,1%). Im Verhältnis zum Vorjahreswert verringerte sich das Volumen der Arbeitsangebote um 132 Stellen oder -9,3 Prozent. 

 

In Bremerhaven keine neuen Anträge auf Kurzarbeit im Dezember

Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor. 

Aktuell liegen Informationen zu geprüften Anzeigen bis zum Stichtag 29. Dezember vor. Es gingen keine neuen Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Bremerhaven ein.

 

Teilnehmerzahl sank bei Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik

2.351 Personen nahmen im Dezember in Bremerhaven an Angeboten der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Mit einem Minus von 4,6% oder -113 Personen waren es weniger als im Vormonat. Doch im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl an, um 105 Personen oder 4,7%. 

Den stärksten Rückgang der Teilnehmerzahl gab es bei dem Angebot „Aktivierung und berufliche Eingliederung“, ein Minus von 153 Personen oder -26,9%. Das weiterhin stärkste Qualifizierungsinteresse gab es im Bereich der beruflichen Weiterbildung. An diesen Angeboten nahmen 684 Personen teil, genau so viele wie im Vormonat.

 

Unterbeschäftigung ging leicht zurück und lag über 3% unter dem Vorjahreswert

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*. 

Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im Dezember 10.925 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 47 Menschen weniger als im Vormonat (-0,4%). Im Vergleich mit dem Vorjahreswert verringerte sich die Unterbeschäftigung in Bremerhaven (-360 Personen oder -3,2 Prozent).

 

 

* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.