Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremer-haven: „Im März hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen weiter abgenommen. Auf den Arbeitsmarkt wirkten aber unterschiedliche Faktoren ein. Es konnten mehr zuvor arbeitslose Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden. Zwar mussten sich auch mehr Personen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden, aber ihre Zahl war geringer. Auf die Zahl der statistisch gezählten Arbeitslosen dämpfend wirkte sich auch der Anstieg der Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen aus, da diese Personen während der Teilnahme als arbeitsuchend und nicht als arbeitslos gezählt werden. Mit 8.933 Personen waren im März 149 Personen oder -1,6 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als im Februar. Die Arbeitslosenquote lag mit 14,3 Prozent um 0,2 Prozentpunkte unter der des Vormonats.
Bei der aktuellen Arbeitskräftenachfrage hat es im März einen Rückgang zum Vormonat gegeben. Mit 348 im März neu gemeldeten Stellen wurden 29 Stellen weniger zur Besetzung aufgegeben. Das entsprach einem Rückgang von -7,7 Prozent zum Vormonat. Verglichen mit dem Vorjahr zeigte sich allerdings ein deutlicher Anstieg von 62 Stellen oder +21,7 Prozent. Deutlich mehr Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Vormonat gab es aus der Zeitarbeit und aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Mit 1.312 gemeldeten Stellen hat sich der Stellenbestand zum Vormonat um 109 Stellen oder -7,7 Prozent reduziert. Zum Vorjahresmonat März waren 47 Stellen mehr im Bestand (+3,7%).
Die Anzeigen auf voraussichtliche Kurzarbeit spielten im Berichtsmonat März kaum eine Rolle. Sie lagen unter der statistischen Veröffentlichungsgrenze.“
Rückgang der Arbeitslosigkeit in zahlreichen Personengruppen, außer bei Jüngeren und schwerbehinderten Menschen
Im März befanden sich in Bremerhaven 8.933 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit sank im Vergleich zum Vormonat um 149 gemeldete Arbeitslose (oder -1,6 Prozent). Der Rückgang erreichte zahlreiche Personengruppen. Mit -3,4% (-139 Personen) fiel er bei den Frauen am ausgeprägtesten aus. Auch in der Gruppe der Ausländer (-2,5% oder -85 Personen) und der Älteren ab 50 Jahren (-1,9% oder -55 Personen) ging die Arbeitslosigkeit überproportional zurück. Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist gab es dagegen bei den Jüngeren von 15 bis unter 25 Jahren (+2,5% oder +21 Personen) und den schwerbehinderten Menschen (+1,4% oder +5 Personen).
Die Quote der Arbeitslosigkeit lag bei 14,3% und somit 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat und sogar 0,7 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert 15,0%.
Arbeitsmarktsituation günstiger als im Vorjahr
Der Blick auf den März 2025 zeigte eine Verringerung der Arbeitslosenzahl um 4,3%. Insgesamt waren 404 Personen weniger im Berichtsmonat arbeitslos. Nach ausgewählten Personengruppen betrachtet waren bei allen Rückgänge der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Das Ausmaß gestaltete sich jedoch unterschiedlich. Die Spanne der Veränderungen reicht im März von –6,8% bei Ausländern bis zu –2,2% bei den 15- bis unter 25-Jährigen.
Zahl der Arbeitslosen sinkt bei Agentur für Arbeit und Jobcenter
Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung, Sozialgesetzbuch III):
In der Stadt Bremerhaven wurden im März 2.064 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gezählt. Bei der Agentur für Arbeit waren damit 2,0 Prozent oder 42 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es ein Minus von 2,1 Prozent (oder -44 Personen).
Jobcenter (Grundsicherung, Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im März 107 Arbeitslose (-1,5 %) weniger gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es damit 6.869 Personen, auch weniger Menschen als noch vor zwölf Monaten (-360 Personen oder -5,0 Prozent).
Angebot an freien Stellen geht im März zurück - Bestand des Angebotes aber größer als im Vorjahr
Im aktuellen Monat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 348 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Der Stellenzugang lag mit 7,7 Prozent (-29 Stellen) unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Umfang der Stellenmeldungen im gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Bremerhaven allerdings an um 62 Stellen oder +21,7%.
In den Branchen zeigten sich im März sehr unterschiedliche Entwicklungen. Am stärksten war der Zuwachs an neuen Stellenangeboten in der Zeitarbeit (+51 Stellen) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (+17 Stellen). Dem stand ein deutlicher Stellenrückgang im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber (-110 Stellen). Hier war der Vormonat allerdings durch einen größeren Einzelauftrag mit einem Beschäftigungseinsatz im westlichen Niedersachsen geprägt gewesen. Im Handel gab es einen Rückgang von 10 gemeldeten Arbeitsstellen.
Der Gesamtbestand an freien Stellen, der den Vermittlerinnen und Vermittlern zur Verfügung stand, sank zum Vormonat um 7,7% oder -109 Stellen. Er lag damit bei 1.312 Arbeitsangeboten. Im Vergleich zum Vorjahr war der Bestand um 3,7 Prozent oder 47 Stellen größer.
Kurzarbeit spielte im März kaum eine Rolle
Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.
Aktuell liegen Informationen zu geprüften Anzeigen bis zum Stichtag 26. März 2026 vor. Es gingen weniger als drei neue Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit in Bremerhaven ein. Kurzarbeit spielte im März kaum eine Rolle. Aus Datenschutzgründen werden in diesem Fall keine weiteren Angaben gemacht.
Unterstützungsangebote der Arbeitsmarktpolitik stärker gefragt
2.408 Personen nahmen im März in Bremerhaven an Angeboten der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil, um ihre Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern. Das waren knapp 200 Teilnehmende mehr als noch im Februar (+196 Personen oder +8,9%). Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl sogar um 300 Personen an (+14,2%).
In der beruflichen Weiterbildung sahen viele Arbeitslose eine Chance. Mit 784 Personen gab es hier die größte Zahl an Teilnehmenden und auch den größten Anstieg bei der Teilnehmerzahl binnen Monatsfrist (+21,2% oder +137 Personen). Das zweitgrößte Angebot stellten die Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung mit 477 Teilnehmenden dar (+ 30 Personen oder +6,7% zum Vormonat).
Umfang der Unterbeschäftigung geht leicht zurück
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.
Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im März 11.050 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 75 Menschen weniger als im Vormonat (-0,7%). Im Vergleich mit dem Vorjahreswert verringerte sich die Unterbeschäftigung in Bremerhaven ebenfalls (-547 Personen oder -4,7 Prozent).
Halbzeit am Ausbildungsmarkt: Mehr Interessenten und ein geringeres Angebot an Ausbildungsstellen
Von Oktober 2025 bis März 2026 haben sich in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bremerhaven 1.104 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren 14 Jugendliche mehr (+1,3%) als im Vorjahreszeitraum, die sich für eine
* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.
Ausbildungsstelle interessierten. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen lag mit 726 Ausbildungsstellen in Bremerhaven im März unter dem Vorjahreswert (-43 Stellen oder -5,6%).
Alle Vermittlungsprozesse am Ausbildungsmarkt laufen noch sehr intensiv. Die Zahlen vom März zeigen nach einem halben Jahr nun dieses Zwischenergebnis des Marktes: Im Vergleich zum Vorjahr waren aktuell mehr Bewerberinnen und Bewerber unversorgt (724 Personen; ein Plus von 6,2% oder 42 Personen). Anders auf der Stellenseite, hier waren weniger unbesetzt als noch vor einem Jahr im März (485 Ausbildungsstellen, ein Minus von 10,0% oder -54 Stellen).
Wichtiger Hinweis zur aktuellen statistischen Stellenanalyse
Die statistische Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist seit April 2025 unvollständig. Die Auswirkungen konzentrieren sich auf das Berichtsjahr 2025/26. Hintergrund sind prozessuale Umstellungen.
Im Februar 2026 (Daten für den Berichtsmonat März liegen noch nicht vor) war die tatsächliche Anzahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen bundesweit schätzungsweise 6% und auf Ebene der Länder schätzungsweise bis zu 9% höher.
Entsprechend war der Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um ca. 5 Prozentpunkte und auf Ebene der Länder bis zu 7 Prozentpunkte geringer. An der Korrektur der statistischen Abbildung wird gearbeitet.
Statement zum Ausbildungsmarkt
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Die Zahl der seit Geschäftsjahresbeginn der Berufsberatung gemeldeten Ausbildungsplätze liegt vor dem Hintergrund der schwierigen Konjunkturlage mit 726 Ausbildungsplätzen aktuell um 43 Plätze oder -5,6% unter den gemeldeten Ausbildungsplätzen des gleichen Vorjahreszeitraumes.
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungssuchenden ist mit 1.104 Personen um 14 Personen oder +1,3% gestiegen. Betrachtet man die Zahlen der unversorgten Jugendlichen und der noch unbesetzten Ausbildungsplätze, liegen diese mit 724 Personen und 485 unbesetzten Ausbildungsplätzen weit auseinander. Fügt man die geschätzte Untererfassung den Ausbildungsstellen hinzu, dürften Angebot und Nachfrage bezogen auf den Arbeitsagenturbezirk Bremerhaven aktuell allerdings weniger weit voneinander entfernt sein.
Ich empfehle allen Jugendlichen, die bisher ohne Unterstützung auf Ausbildungsplatzsuche sind, den Kontakt zur Berufsberatung in der Jugendberufsagentur aufzunehmen und bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsplatzsuche zu halten. Der Ausbildungsmarkt hat in diesem Jahr noch viel zu bieten und unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne. Unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 00 bekommt man einen Termin zur Berufsberatung.“