Arbeitslosigkeit im April gestiegen
Im Berichtsmonat April hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen zugenommen. Mit 45.484 Personen waren gegenüber dem Vormonat 203 Arbeitslose mehr im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven gemeldet. Dies entsprach einer Zunahme von +0,4 Prozent. Gegenüber dem April 2025 hat die Zahl der Arbeitslosen um -15 Personen oder -0,0% abgenommen. Die Arbeitslosenquote betrug im April 10,4% (Vormonat: 10,3%, Vorjahresmonat: 10,5%).
Zunahme der Arbeitslosenzahl in der Stadt Bremen
Mit 34.209 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremen im Berichtsmonat April um 213 Personen oder +0,6 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren 30 Personen weniger arbeitslos gemeldet (-0,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Berichtsmonat unverändert 10,9% (Vormonat 10,9%, Vorjahresmonat 11,0%).
Weniger Arbeitslose in Bremerhaven
In der Stadt Bremerhaven sank die Zahl der Arbeitslosen im April. Mit 8.857 Personen gab es 76 gemeldete Arbeitslose weniger als im Februar (-0,9%). Gegenüber dem Vorjahr befanden sich 239 Personen weniger in der Arbeitslosigkeit (-2,6%). Die Arbeitslosenquote betrug im April 14,1% (Vormonat 14,3%, Vorjahr 14,6%).
Anstieg der Arbeitslosenzahl im Landkreis Osterholz
Im Berichtsmonat April ist die Arbeitslosigkeit im Landkreis Osterholz gestiegen. Mit 2.418 arbeitslos gemeldeten Personen erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 66 Personen oder +2,8 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Anstieg um +254 Personen oder +11,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug 3,9% (Vormonat 3,8%, Vorjahresmonat 3,5%).
Fast unverändert – Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung im April
Der Zugang in Arbeitslosigkeit aus einer Erwerbstätigkeit heraus betraf 2.605 Personen im April. Das waren ähnlich viele wie im Vormonat, ein nur leichtes Plus von 0,8% oder 20 Personen. Zum Vorjahr gab es eine Zunahme um +154 Personen oder +6,3 Prozent.
Mehr Arbeitsaufnahmen von zuvor Arbeitslosen im April
Im April konnten 2.378 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch eine Arbeitsaufnahme beenden. Das waren 61 Personen oder +2,6 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April haben 203 Personen (+9,3%) mehr ihre Arbeitslosigkeit durch Beschäftigungsaufnahme beendet.
Statement zum Arbeitsmarkt
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im April hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen leicht zugenommen. Auf dieses Ergebnis am Arbeitsmarkt wirkten unterschiedliche, dynamische Faktoren ein. Es mussten sich mehr Personen als im März aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden. Auffällig waren hier das Verarbeitende Gewerbe, der Wirtschaftsbereich „Information und Kommunikation“ sowie das Gesundheitswesen.
Andererseits konnten auch mehr zuvor arbeitslose Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden. Entlastung für den Arbeitsmarkt brachte auch der Anstieg der Teilnehmerzahlen an Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik, vor allem in der beruflichen Weiterbildung. Solange für eine Person eine Maßnahme dauert, wird diese als arbeitsuchend und nicht als arbeitslos gezählt. Mit 45.484 Personen waren im April 203 Personen oder +0,4 Prozent mehr gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag mit 10,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkt über der des Vormonats.
Bei der aktuellen Arbeitskräftenachfrage hat es im April einen Rückgang zum Vormonat gegeben. Mit 1.422 im April neu gemeldeten Stellen wurden 366 Stellen weniger zur Besetzung aufgegeben. Das entsprach einem Rückgang von -20,5 Prozent zum Vormonat und einem Rückgang von 231 Stellen oder -14,0 Prozent zum Vorjahresmonat April. Deutliche Rückgänge der Arbeitskräftenachfrage gegenüber dem Vormonat gab es aus der Zeitarbeit, den Dienstleistungen, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Gastgewerbe.
Mit 7.358 gemeldeten Stellen hat sich der Stellenbestand zum Vormonat um 43 Stellen oder +0,6 Prozent erhöht. Zum Vorjahresmonat April waren 234 Stellen weniger im Bestand (-3,1%).
Im April gingen vier Anzeigen auf voraussichtliche Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven ein, betroffen wären davon maximal 99 Mitarbeitende. Im Vorjahresmonat April lag die Zahl unterhalb der statistischen Veröffentlichungsgrenze.“
Deutlicher Rückgang des Stellenzugangs
Im April wurden der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven von den Betrieben 1.422 Stellen neu zur Besetzung aufgegeben. Das waren 366 Stellen oder -20,5 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich gab es einen Rückgang um -231 Stellen oder -14,0 Prozent.
Bestand an offenen Stellen beinah unverändert
Insgesamt befanden sich im April 7.358 offene Stellen im Bestand. Das waren mit +43 Stellen oder +0,6 Prozent kaum mehr als im März. Zum Vorjahr gab es -234 oder -3,1 Prozent weniger offene Stellen im Bestand.
Anzeigen für Kurzarbeit
Insgesamt gingen im April vier Anzeigen auf voraussichtliche Kurzarbeit ein, maximal 99 Mitarbeitende wären davon betroffen. Im April des Vorjahres lag die Zahl unter der statistischen Veröffentlichungsgrenze.
Für den jeweiligen Monat können die Betriebe die Anzeige auf Kurzarbeit bis zum Monatsende einreichen. Die Zahlung des Kurzarbeitergeldes durch die Agenturen für Arbeit erfolgt anhand der Abrechnungslisten aus den Betrieben. Diese müssen für jeden Kalendermonat mit Kurzarbeit innerhalb von drei Monaten nach Beendigung dieses Monats eingereicht werden. Daher liegen valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.
Arbeitslosigkeit der Zielgruppen entwickelt sich sehr unterschiedlich
Betrachtet man die besonderen Personengruppen am Arbeitsmarkt, so gab es im April zum Vormonat sehr unterschiedliche Bewegungen: Im Gegensatz zum allgemeinen Anstieg von +0,4% gab es bei den AusländerInnen mit -0,5% (-95 Personen) und bei den Jüngeren bis 25 Jahren mit -0,3% (-12 Personen) einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Einen stärkeren Anstieg als im Durchschnitt gab es dagegen bei den schwerbehinderten Menschen (+2,7% oder +50 Personen), den älteren Arbeitslosen ab 50 Jahren mit +2,0% oder +290 Personen, bei den Frauen mit +1,5% (+309 Personen) und bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen (+1,0% oder +184 Personen).
Unterbeschäftigung geht leicht zurück
Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.
Nach dieser Definition waren nach vorläufigen Angaben im April 56.563 Personen im Agenturbezirk Bremen-Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren -69 Personen weniger als im Vormonat (-0,1%) und -817 Personen oder -1,4 Prozent weniger als vor einem Jahr.
In der Stadt Bremen waren im April 42.385 Personen unterbeschäftigt, 50 Personen (+0,1%) mehr als im Vormonat und -421 Personen (-1,0%) weniger als im Vorjahr. Mit 10.932 Personen waren in Bremerhaven -149 Personen oder -1,3% weniger unterbeschäftigt als im Vormonat und -473 Personen (-4,1%) weniger als im April 2025. Die Zahl der Unterbeschäftigten im Landkreis Osterholz lag mit 3.246 Personen um 30 Personen (+0,9%) höher als im Vormonat und um 77 Personen (+2,4%) höher als im Vorjahresmonat März.
Mehr Teilnehmende an arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im April
10.882 Personen haben im April im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teilgenommen. Das waren 336 Personen (+3,2%) mehr als im Vormonat und 1.422 Personen (+15,0%) mehr als im Vorjahr.
An beruflicher Weiterbildung haben im April 3.669 Personen teilgenommen. Das waren 128 Personen mehr (+3,6%) als im Vormonat und 323 Personen mehr vor einem Jahr (+9,7%). Mit 1.051 Personen haben im aktuellen Berichtsmonat 16 Personen mehr (+1,5%) an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen teilgenommen als im Vormonat und 65 Teilnehmende weniger (-5,8%) als noch vor einem Jahr.
Ausbildungsmarkt
Im April standen mit 3.681 seit Beginn des Berufsberatungsgeschäftsjahres gemeldeten Ausbildungsplätzen -628 Ausbildungsplätze oder -14,6 Prozent weniger Ausbildungsplätze im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven zur Verfügung als im gleichen Vorjahreszeitraum. Von den 3.681 gemeldeten Ausbildungsplätzen waren 2.301 noch unbesetzt (-274 Stellen oder -10,6% zum Vorjahr). Diesem Ausbildungsplatzangebot standen mit 4.316 gemeldeten Ausbildungsplatzbewerber/-innen 242 Ausbildungsplatzbewerber/-innen mehr (+5,9%) gegenüber als im gleichen Vorjahreszeitraum. 2.582 dieser Bewerberinnen und Bewerber waren noch unversorgt (+142 Personen oder +5,8%).
Statement zum Ausbildungsmarkt
Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Die Zahl der seit Geschäftsjahresbeginn der Berufsberatung gemeldeten Ausbildungsplätze liegt ist weiterhin vor dem Hintergrund der schwierigen Konjunkturlage zu sehen. Mit 3.681 Ausbildungsplätzen lag die Zahl aktuell um 628 Plätze oder -14,6% unter den gemeldeten Ausbildungsplätzen des gleichen Vorjahreszeitraumes. Der Rückgang wird allerdings durch einen Einfluss der Statistik relativiert, er ist also nicht in der gesamten Höhe der Konjunktur zuzuschreiben. Wie bereits im März wirkt sich eine bundesweit wirksame Untererfassung aus, die erst in den nächsten Monaten korrigiert werden kann. Der tatsächliche Rückstand zum Vorjahr ist deutlich geringer, als es die aktuellen Daten es ausweisen.
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungssuchenden ist mit 4.316 Personen um 242 Personen oder +5,9% gestiegen. Betrachtet man die Zahlen der unversorgten Jugendlichen und der noch unbesetzten Ausbildungsplätze, liegen diese mit 2.582 Personen und 2.301 unbesetzten Ausbildungsplätzen leicht auseinander. Fügt man allerdings die geschätzte Untererfassung den Ausbildungsstellen hinzu, dürften Angebot und Nachfrage bezogen auf den Arbeitsagenturbezirk Bremen-Bremerhaven aktuell ungefähr ausgeglichen sein.
Die Berufsberatung in der Jugendberufsagentur ist für alle Jugendlichen da, die sich bei der Orientierung oder Ausbildungsplatzsuche unterstützen lassen möchten. Wichtig ist es, bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsplatzsuche im Kontakt zu bleiben. So bleiben sie über besondere Vermittlungsaktionen oder Unterstützungsangebote informiert. Die Palette der angebotenen Ausbildungsberufe ist nach wie vor sehr breit, unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne. Unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 00 bekommt man seinen Termin zur Berufsberatung.“
Wichtiger Hinweis zur aktuellen Ausbildungsmarktstatistik:
„Die statistische Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen ist seit April 2025 unvollständig. Die Auswirkungen konzentrieren sich auf das Berichtsjahr 2025/26. Hintergrund sind prozessuale Umstellungen. Im März 2026 (Daten für den Berichtsmonat April liegen noch nicht vor) war die tatsächliche Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bundesweit schätzungsweise 6% und auf Ebene der Länder schätzungsweise bis zu 8% höher. Entsprechend war der Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit um ca. 5 Prozentpunkte und auf Ebene der Länder bis zu 7 Prozentpunkte geringer. Das wirkt sich auch auf die Status der Stellen (wie z. B. unbesetzt) sowie abgeleitete Messgrößen wie Bewerber-Stellen-Relationen aus. An der Korrektur der statistischen Abbildung wird gearbeitet.
Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.