Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven im Juli saisonüblich angestiegen. Insgesamt waren 45.731 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.294 Personen (+2,9 Prozent) mehr als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 990 Personen (-2,1 Prozent) gesunken. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli auf 10,4 Prozent.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli kommt nicht überraschend und entspricht dem saisonalen Verlauf der vergangenen Jahre“, erklärt Joachim Ossmann, Leiter der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven. „Mit Beginn der Sommerferien melden sich viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos. Sie befinden sich in einer Übergangsphase zwischen Schule und Ausbildung, Studium oder anderen Bildungswegen. Sobald diese beginnen, endet die Arbeitslosigkeit in vielen Fällen wieder. Deshalb ist der Anstieg im Juli kein Zeichen für eine grundlegende Verschlechterung des Arbeitsmarktes, sondern vor allem Ausdruck dieser saisonalen Effekte.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenquote verbessert. Die Arbeitslosigkeit liegt nun das fünfte Mal in Folge unter dem Vorjahreswert (- 2,1%).
Erfreulich ist auch der Blick in die Struktur der Arbeitslosigkeit. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit bei zwei Zielgruppen gesunken: Jugendliche unter 20 Jahre (- 5%) und Ausländer (-6 %).“
Stadt Bremen:
In der Stadt Bremen waren im Juli 34.342 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl um 784 Personen beziehungsweise 2,3 Prozent. Im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres zeigt sich jedoch eine positive Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit lag um 788 Personen oder 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Stadt Bremerhaven:
Auch in Bremerhaven ist die Arbeitslosigkeit im Juli saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 8.871 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 339 Personen (+4,0 Prozent) mehr als im Juni. Im Vorjahresvergleich fällt die Bilanz dagegen positiv aus: Die Zahl der Arbeitslosen ging um 392 Personen oder 4,2 Prozent zurück.
Landkreis Osterholz:
Im Landkreis Osterholz waren im Juli 2.518 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 171 Personen oder 7,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Anders als in Bremen und Bremerhaven lag die Arbeitslosigkeit damit auch über dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber Juli 2025 waren 190 Personen beziehungsweise 8,2 Prozent mehr arbeitslos gemeldet.
Der Stellenmarkt: Deutlich mehr neue Stellen im Juli gemeldet
Der regionale Arbeitsmarkt bietet weiterhin zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Juli waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven 7.312 freie Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 77 Stellen (+1,1 Prozent) mehr als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich der Bestand leicht um 138 Stellen (-1,9 Prozent).
Besonders erfreulich entwickelte sich die Nachfrage der Unternehmen im Juli. Sie meldeten der Agentur für Arbeit 1.716 neue Arbeitsstellen und damit 318 (+22,7 Prozent) mehr als im Juni. Auch im Vergleich zum Vorjahr wurden mehr neue Stellen gemeldet – ein Plus von 93 Stellen (+5,7 Prozent). Damit signalisieren viele Unternehmen trotz der Sommerferien weiter-hin einen anhaltenden Bedarf an qualifizierten Arbeits- und Fachkräften.
Der Ausbildungsmarkt im Agenturbezirk Bremen-Bremerhaven:
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 haben sich 5.115 junge Menschen bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven gemeldet. Das sind 268 Personen (+5,5 Prozent) mehr als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch 1.845 Bewerberinnen und Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das entspricht einem Anstieg von 134 Personen oder 7,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Unternehmen meldeten seit Oktober insgesamt 4.428 Berufsausbildungsstellen und damit 600 Stellen beziehungsweise 11,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Von diesen Ausbildungsplätzen sind derzeit noch 1.576 unbesetzt. Das sind 97 Stellen (-5,8 Prozent) weniger als vor einem Jahr.
„Auch wenn das neue Ausbildungsjahr unmittelbar bevorsteht, ist der Einstieg in eine Ausbildung noch längst nicht entschieden“, sagt Joachim Ossmann. „Viele Betriebe suchen weiter-hin dringend Nachwuchskräfte und gleichzeitig haben zahlreiche junge Menschen ihren Aus-bildungsplatz noch nicht gefunden. Deshalb lohnt es sich für beide Seiten, jetzt aktiv zu wer-den. Jugendliche sollten sich auch jetzt noch bei der Berufsberatung melden – häufig ergeben sich kurzfristig neue Chancen. Gleichzeitig möchte ich Unternehmen ermutigen, bei der Auswahl ihrer Auszubildenden auch Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben, deren Lebenslauf nicht auf den ersten Blick perfekt erscheint. Motivation, Lernbereitschaft und Engagement sind oft die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung.“