Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen

Im Berufsberatungsjahr 2024/2025 der Agentur für Arbeit Brühl

Jahresbilanz (Oktober bis September)

•Mehr gemeldete Bewerberinnen und Bewerber

1.118 gemeldete Bewerber für Berufsausbildungsstellen (+61 oder +5,8 Prozent ge-genüber Vorjahr)

•Zahl der gemeldeten Stellen leicht gesunken

828 gemeldete betriebliche Berufsausbildungsstellen (-25 oder -2,9 Prozent gegen-über Vorjahr)

•140 Bewerberinnen und Bewerber blieben bis Ende September unversorgt

•131 Bewerberinnen und Bewerber haben sich für eine Alternative entschie-den

•62 Ausbildungsstellen im Kreis Euskirchen blieben unbesetzt                                         

9 oder 17,0 Prozent mehr als im letzten Jahr 

13.11.2025 | Presseinfo Nr. 46

Traditionsgemäß stellt Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl, Ulrich Ivens der Industrie- und Handelskammer Aachen und Richard Graf der Handwerkskammer Aachen, die Daten zum Ausbildungsmarkt 2024/2025 vor. In diesem Jahr zu Gast bei der Theo Hillers GmbH mit Sitz in Kall.

Die Theo Hillers GmbH ist ein international agierendes Unternehmen der Kunststoff- und Metallverarbeitung. Seit ihrer Gründung im Jahr 1980 spezialisiert sie sich auf die Herstellung von Filtern, Präzisionsteilen und Baugruppen aus Kunststoff und Metall – für Kunden aus der Automobil-, Elektro- und Pharmaindustrie.

Am Hauptsitz in Kall beschäftigt das Unternehmen rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weitere Standorte befinden sich in Neustadt/Wied sowie in Györ (Ungarn). Besonders hervorzuheben ist die große Bandbreite an Ausbildungsberufen, die das Unternehmen anbietet – vom Mechatroniker (m/w/d) über den Kunststoff- und Kautschuktechnologen (m/w/d) bis hin zum Industriekaufmann bzw. der Industriekauffrau. Damit steht die Theo Hillers GmbH beispielhaft für gelungene berufliche Ausbildung, regionale Fachkräftesicherung und eine klare Zukunftsorientierung in der Industrie.

Wir investieren hier in Kall ganz bewusst in die Ausbildung unterschiedlicher Fachrichtungen und leisten so einen Beitrag zur Deckung des regionalen Nachwuchsbedarfs. Wer sich für eine Ausbildung bei uns entscheidet, startet nicht nur ins Berufsleben, sondern hilft auch dabei, unser Unternehmen zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, so Christoph Hillers, Geschäftsführer der Theo Hillers GmbH.

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber am Ausbildungsmarkt ist gestiegen, während die Zahl der gemeldeten Stellen leicht gesunken ist.

Von Oktober 2024 bis September 2025 meldeten sich 1.118 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Kreis Euskirchen für eine Ausbildungsstelle bei der Arbeitsagentur Brühl. Das sind 61 oder 5,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden 828 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 25 oder 2,9 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Ein positives Signal kommt von den jungen Geflüchteten: Mit 94 gemeldeten Bewerberinnen und Bewerbern liegt ihre Zahl  um 40 oder 74,1 Prozent über dem Vorjahr. 33 von ihnen haben bereits einen Ausbildungsplatz gefunden, 8 eine Alternative. „Ausbildung ist ein wichtiger Schlüssel zur Integration. Ich freue mich sehr, dass viele Betriebe vorausschauend und bereit sind, jungen Geflüchteten eine Chance zu geben“, betont Holtkötter

 

 

 

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen weißt wieder mehr 
Bewerberinnen- und Bewerber als Betriebliche Ausbildungsplätze auf.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Euskirchen zeigt sich trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten weiter stabil und das Ausbildungsinteresse ist gestiegen. Wir profitieren hier von den 194 jungen Menschen mit ausländischer Herkunft, beziehungsweise den darunter 94 jungen Menschen, mit Fluchterfahrung. Insgesamt suchten Ende September noch 271 Jugendliche nach einem Platz, das sind 54 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn sich ein Teil dieser Erhöhung aus einer neuen Vorgehensweise ergibt, nach der Jugendliche, die sich länger nicht zurückmelden, vorerst im System verbleiben, sodass wir prüfen können, ob sie später doch noch einen Ausbildungsplatz suchen. Wir bieten also hier auch später noch einmal proaktiv unsere Unterstützung an und lassen keinen jungen Menschen in dieser wichtigen Orientierungsphase alleine. Die höhere Zahl spiegelt damit nicht nur die Nachfrage, sondern auch die sorgfältigere Betreuung im Rahmen der Ausbildungsgarantie wider“, so Ralf Holtkötter. 

„Gleichzeitig blieben zum Stichtag Ende September 62 Ausbildungsstellen unbesetzt. Damit ist klar: Es kommt jetzt mehr denn je darauf an, Bewerberinnen und Bewerber passgenau mit den Betrieben zusammenzubringen“, so Holtkötter weiter. 

„Im Kreis Euskirchen zeigt die rückläufige Ausbildungsbetriebsquote von aktuell 21,8 Prozent, dass noch zu wenige Betriebe aktiv ausbilden, oft aus Kapazitätsgründen oder wirtschaftlicher Vorsicht. Dabei gilt: Betriebe, die ausbilden, sichern langfristig qualifizierte Fachkräfte für die Region und tragen so dazu bei, dass Nachwuchs und Standortentwicklung Hand in Hand gehen“, so Holtkötter.

 

„Betriebe tun daher gut daran, Ihre offenen Ausbildungsstellen bei uns zu melden, denn rund 93 Prozent der bei uns gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen konnten in diesem Jahr mit passenden Bewerbern besetzt werden, 493 der 1.118 jungen Bewerberinnen und Bewerber aus dem Rhein-Erft-Kreis konnten im Berichtsjahr eine Ausbildung beginnen“, so Holtkötter weiter. 

Insgesamt 232 junge Menschen haben sich für eine weiterführende Schule, Studium oder ein Praktikum entschieden, 83 junge Menschen nahmen von einer Berufsausbildung Abstand und begannen eine Erwerbstätigkeit, 13 Bewerberinnen und Bewerber begannen eine Fördermaßnahme, 15 entschieden sich für gemeinnützige/soziale Dienste. 35 junge Menschen meldeten sich arbeitslos und  88 haben sich bislang nicht zurückgemedet, ihr Verbleib ist daher unbekannt.

 „Auch wenn das Ausbildungsjahr schon läuft, ist auf dem Ausbildungsmarkt noch viel Bewegung. Wir befinden uns mitten in der Nachvermittlungsphase und die Chancen stehen gut. Viele Jugendliche sind weiterhin auf der Suche nach einem Einstieg, und gleichzeitig gibt es im Kreis Euskirchen noch rund 60 offene Ausbildungsplätze. Wer bisher noch keine passende Stelle gefunden hat, sollte sich jetzt nicht entmutigen lassen. Entscheidend ist, offen zu bleiben und auch mal Alternativen in Betracht zu ziehen. Oft zeigt sich erst im persönlichen Gespräch, wo die eigenen Stärken wirklich liegen. Und wer sich bisher nicht zurückgemeldet hat: Bitte keine Scheu, einfach den Hörer in die Hand nehmen und die Berufsberatung kontaktieren. Wir sind da, um zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu finden.

 

 

Auch Betriebe sollten den Moment nutzen. Wer jungen Menschen die Chance gibt, sich zu zeigen und zu entwickeln, gewinnt häufig motivierte Nachwuchskräfte, die sich langfristig binden. Zeugnisnoten sagen nicht alles, Persönlichkeit, Einsatzbereitschaft und Lernwille sind oft entscheidender. Jetzt gilt es, diese Potenziale zu entdecken.“, so Holtkötter.

„Es gibt auf beiden Seiten noch Chancen, leider passt Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen, auch wenn der Beruf passt.  Dies kann beispielsweise an der Mobilität der Bewerber*innen oder auch dem Anspruch des Unternehmens liegen“, erklärt Holtkötter.

Hier die Top‘s der unbesetzten Ausbildungsstellen und die Top 10 der Berufswünche der noch suchenden Bewerber*innen.

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur Euskirchen unterstütze laut Holtkötter mit konkreten Ausbildungsangeboten und kläre im persönlichen Gespräch, welche Ausbildungsberufe noch in Frage kommen oder welche Brücken in die Berufsausbildung führen könnten:

 

Ein Berufsorientierungspraktikum ermöglicht praxisnahe Einblicke in einen Ausbildungsberuf. Mögliche Fahr- und Übernachtungskosten können von der Agentur für Arbeit übernommen werden. 

 

Der Mobilitätszuschuss bietet einen Anreiz für junge Menschen, ihr bisheriges Wohnumfeld zugunsten einer Ausbildungsaufnahme in einer anderen Region zu verlassen. Dabei kann für das erste Ausbildungsjahr ein Zuschuss in Höhe von zwei Familienheimfahrten monatlich gewährt werden. 

 

Mit der Einstiegsqualifizierung (EQ) können junge Menschen an eine Ausbildung herangeführt werden. Die EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges betriebliches Langzeitpraktikum (4 – 12 Monate). Ausbildungssuchende erhalten vom Arbeitgeber eine Praktikumsvergütung, der Praktikumsbetrieb wiederum einen finanziellen Zuschuss zur vereinbarten Vergütung.

 

Die Assistierte Ausbildung kann junge Menschen bereits bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz unterstützen und bei Bedarf später auch ausbildungsbegleitend wahrgenommen werden. Die Auszubildenden erhalten bedarfsgerechten Stütz- und Förderunterricht und sozialpädagogische Begleitung, sofern dies erforderlich ist. 

 

 

Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen, können sich unbürokratisch unter folgender Rufnummer: 02251 79 79 79 oder per Mail:

Euskirchen.Berufsberatung@arbeitsagentur.de

melden. 

Arbeitgeber, die eine Ausbildungsstelle anbieten möchten, können sich unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 oder per E-Mail an bruehl.arbeitgeber@arbeitsagentur.de

mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen.