Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis Ende Dezember 2025

• Arbeitslosenzahlen saisonbedingt gestiegen

• Ende Dezember waren 16.940 Menschen aus den Rhein-Erft-Kreis arbeitslos. Das sind 96 oder 0,6 Prozent mehr als im November 2025

• Die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis blieb unverändert und liegt damit weiter bei 6,3 Prozent 

• 3.156 Zugänge in Arbeitslosigkeit

Zum Vormonat 44 oder 1,4 Prozent weniger Zugänge in Arbeitslosigkeit.     

1.045 Zugänge erfolgten aus Erwerbstätigkeit (-105 oder -9,1 Prozent zum Vormonat)

• 3.056 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit 

Minus 593 oder -16,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. 799 Menschen begannen eine Erwerbstätigkeit (-174 oder -17,9 Prozent zum Vormonat)

• Zahl der neu gemeldeten Stellen gesunken

Der Agentur für Arbeit wurden im Dezember 554 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis gemeldet, das sind 93 oder 14,4 Prozent weniger Stellen als im Vormonat und 12 oder 2,2 Prozent mehr als im Dezember 2024.

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

Gesamtentwicklung

Insgesamt waren 16.940 Menschen arbeitslos, das waren 96 oder 0,6 Prozent mehr als im November 2025. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 424 oder 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosenquote blieb konstant und liegt damit weiter bei 6,3 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis zeigt eine stabile Beschäftigungslage, jedoch eine leicht steigende Arbeitslosigkeit. Insgesamt zeigt sich, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Rhein-Erft-Kreis durch eine Kombination von saisonalen, wirtschaftlichen und strukturellen Faktoren verursacht wird.“, so Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl. 

Der Anstieg der Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Dezember kann durch verschiedene Faktoren erklärt werden. Zunächst ist es üblich, dass viele Branchen, insbesondere solche, die stark vom Wetter abhängen, wie das Baugewerbe, die Landwirtschaft und der Gartenbau, im Winter nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, was oft zu saisonalen Entlassungen führt. Allerdings verläuft der Winter noch mild, und es konnte noch kein witterungsbedingter Anstieg aus Erwerbstätigkeit verzeichnet werden. Stattdessen stieg die Zahl derer, die nach einer Ausbildung oder auch arbeitsmarktpolitischen Maßnahme keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben. 

Darüber hinaus gibt es auch strukturelle Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Der Fachkräftemangel bei den Unternehmen wird immer spürbarer, was es schwieriger macht, geeignete Mitarbeiter zu finden. Das Qualifikationsniveau der gemeldeten Arbeitslosen passt häufig nicht zum Anforderungsprofil der zu besetzenden Stellen. 

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber auch weiterhin der Krieg in der Ukraine. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, die durch den Krieg verursacht wird, beeinflusst nach wie vor spürbar die Einstellungsentscheidungen vieler Unternehmen. Dies führt zu einer Vorsicht bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, was wiederum zu einer höheren Arbeitslosigkeit führt. “, so Holtkötter weiter.

Am 14.01.2026 zieht die Arbeitsagentur Brühl die Bilanz zum Arbeitsmarkt im Jahr 2025 und wagt einen ersten Blick auf die Herausforderungen und Chancen für das neue Jahr.

 

Ausbildungsmarkt

Die ersten validen Daten zur Lage am Ausbildungsmarkt werden im März 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz mit den Vertretern der Kammern bekanntgegeben. 

 

Konjunkturelle Kurzarbeit

Für den November 2025 (Daten für Dezember liegen noch nicht vor) legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im November weniger als drei Unternehmen aus dem Rhein-Erft-Kreis Kurzarbeit an. Im November 2024 waren es acht (für 123 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für November 2025 auch weniger als drei Personen genannt.

*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.

Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann 

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen

In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurde im Vergleich zum Vormonat 30 oder 0,4 Prozent mehr arbeitslose Personen aus dem Rhein-Erft-Kreis gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 6.760 Kunden aus dem Rhein-Erft-Kreis. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 608 oder 9,9 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet. 

Die Zahl der vom Jobcenter Rhein-Erft (gemeinsame Einrichtung des Rhein-Erft-Kreises und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 66 oder 0,7 Prozent gestiegen. Aktuell sind 10.180 Frauen und Männer beim Jobcenter Rhein-Erft arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 184 oder 1,8 Prozent gesunken.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen blieb unverändert und beträgt damit weiter 6,3 Prozent. Im Dezember 2024 betrug die Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis 6,2 Prozent. 

 

Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen 

Im Dezember meldeten sich 3.156 Männer und Frauen arbeitslos, 44 oder 1,4 Prozent weniger als im Vormonat und 190 oder 5,7 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 1.045 das sind 105 oder 9,1 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: -49 oder -4,5 Prozent). Bis zum Zähltag im Dezember meldeten sich insgesamt 841 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 92 oder 12,3 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: -165 oder -16,4 Prozent).

Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 3.056 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 593 oder 16,3 Prozent weniger als im letzten Monat und 18 oder 0,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 799 Personen und damit 174 oder 17,9 Prozent weniger als im letzten Monat (-69 oder -7,9 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 712 Menschen (-407 oder -36,4 Prozent zum Vormonat; -24 oder -3,3 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme. 

 

Stellenangebote 

Arbeitgeber meldeten im Dezember 554 neue Arbeitsstellen, das waren 93 oder 14,4 Prozent weniger als im letzten Monat und 12 oder 2,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 3.271 Arbeitsstellen aus dem Rhein-Erft-Kreis im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 19 oder 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 404 Stellen weniger (-11,0 Prozent). 

 

Aktive Arbeitsmarktpolitik

1.055 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +30 oder +2,9 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies -76 oder -6,7 Prozent. 943 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-13 oder -1,4 Prozent zum Vormonat, +379 oder +67,2 Prozent zum Vorjahresmonat), 313 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+8 oder +2,6 Prozent gegenüber Vormonat und -13 oder -4,0 Prozent zum Vorjahresmonat).