Gesamtentwicklung
Insgesamt waren 6.248 Menschen arbeitslos, das waren 111 oder 1,8 Prozent mehr als im November 2025. Der Bestand der Arbeitslosen lag mit einem Plus von 51 oder 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte liegt damit aktuell bei 5,7 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen zeigt eine stabile Beschäftigungslage, jedoch eine leicht steigende Arbeitslosigkeit. Insgesamt zeigt sich, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Kreis Euskirchen durch eine Kombination von saisonalen, wirtschaftlichen und strukturellen Faktoren verursacht wird.“, so Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl.
Der Anstieg der Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Dezember kann durch verschiedene Faktoren erklärt werden. Zunächst ist es üblich, dass viele Branchen, insbesondere solche, die stark vom Wetter abhängen, wie das Baugewerbe, die Landwirtschaft und der Gartenbau, im Winter nicht oder nur eingeschränkt arbeiten können, was oft zu saisonalen Entlassungen führt. Allerdings verläuft der Winter noch mild, und es konnte kaum ein witterungsbedingter Anstieg aus Erwerbstätigkeit verzeichnet werden. Stattdessen stieg die Zahl derer, die nach einer Ausbildung oder auch arbeitsmarktpolitischen Maßnahme keine Anschlussbeschäftigung gefunden haben.
Darüber hinaus gibt es auch strukturelle Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit. „Der Fachkräftemangel bei den Unternehmen wird immer spürbarer, was es schwieriger macht, geeignete Mitarbeiter zu finden. Das Qualifikationsniveau der gemeldeten Arbeitslosen passt häufig nicht zum Anforderungsprofil der zu besetzenden Stellen.
Ein weiterer Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit ist aber auch weiterhin der Krieg in der Ukraine. Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, die durch den Krieg verursacht wird, beeinflusst nach wie vor spürbar die Einstellungsentscheidungen vieler Unternehmen. Dies führt zu einer Vorsicht bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, was wiederum zu einer höheren Arbeitslosigkeit führt. “, so Holtkötter weiter.
Am 14.01.2026 zieht die Arbeitsagentur Brühl die Bilanz zum Arbeitsmarkt im Jahr 2025 und wagt einen ersten Blick auf die Herausforderungen und Chancen für das neue Jahr.
Ausbildungsmarkt
Die ersten validen Daten zur Lage am Ausbildungsmarkt werden im März 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz mit den Vertretern der Kammern bekanntgegeben.
Konjunkturelle Kurzarbeit
Für den November 2025 (Daten für Dezember liegen noch nicht vor) legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten im November weniger als drei Unternehmen aus dem Kreis Euskirchen Kurzarbeit an. Im November 2024 waren es weniger zwölf (für 334 darin aufgeführte Personen). In den Anzeigen wurden der Arbeitsagentur für November 2025 weniger als drei Personen genannt.
*Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurde im Vergleich zum Vormonat 64 oder 2,6 Prozent mehr arbeitslose Personen aus dem Kreis Euskirchen gezählt. Insgesamt betreut die Brühler Arbeitsagentur damit aktuell 2.549 Kunden aus dem Kreis Euskirchen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 314 oder 14,0 Prozent mehr Arbeitslose verzeichnet.
Die Zahl der vom Jobcenter EU-aktiv (gemeinsame Einrichtung des Kreises Euskirchen und der Arbeitsagentur) betreuten Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) ist im Dezember um 47 oder 1,3 Prozent gestiegen. Aktuell sind 3.699 Frauen und Männer beim Jobcenter EU-aktiv arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl um 263 oder 6,6 Prozent gesunken.
Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg um 0,1 Prozentpunkte und beträgt damit aktuell 5,7 Prozent. Im Dezember 2024 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen ebenfalls 5,7 Prozent.
Arbeitslosmeldungen und Arbeitsaufnahmen
Im Dezember meldeten sich 1.102 Männer und Frauen arbeitslos, 30 oder 2,8 Prozent mehr als im Vormonat und 107 oder 10,8 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Personen, die sich unmittelbar nach Verlust ihres Arbeitsplatzes arbeitslos meldeten, betrug im aktuellen Monat 435 das sind 23 oder 5,0 Prozent weniger als im Vormonat (zum Vorjahr: +30 oder +7,4 Prozent). Bis zum Zähltag im Dezember meldeten sich insgesamt 286 Personen nach einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat wurden hier 70 oder 32,4 Prozent mehr gezählt (zum Vorjahr: +54 oder +23,3 Prozent).
Den im Dezember arbeitslos gewordenen Menschen standen im gleichen Zeitraum 997 Männer und Frauen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, 190 oder 16,0 Prozent weniger als im letzten Monat und 16 oder 1,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 300 Personen und damit 40 oder 11,8 Prozent weniger als im letzten Monat (-9 oder -2,9 Prozent zum Vorjahresmonat) nahmen eine abhängige Beschäftigung auf. Insgesamt 189 Menschen (-133 oder -41,3 Prozent zum Vormonat; -43 oder -18,5 Prozent zum Vorjahresmonat) begannen eine Ausbildung oder sonstige Maßnahme.
Stellenangebote
Arbeitgeber meldeten im Dezember 243 neue Arbeitsstellen, das waren 45 oder 15,6 Prozent weniger als im letzten Monat und 53 oder 17,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Derzeit hat die Agentur für Arbeit Brühl 1.462 Arbeitsstellen aus dem Kreis Euskirchen im Bestand, gegenüber dem letzten Monat ist dies ein Minus von 10 oder 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 100 Stellen weniger (-6,4 Prozent).
Aktive Arbeitsmarktpolitik
489 Menschen bereiteten sich durch die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt vor, +13 oder +2,7 Prozent zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren dies +22 oder +4,7 Prozent. 176 Menschen nahmen an Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung teil (-30 oder -14,6 Prozent zum Vormonat, +73 oder +70,9 Prozent zum Vorjahresmonat), 124 Menschen wurden in ihrer Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert (+3 oder +2,5 Prozent gegenüber Vormonat und -8 oder -6,1 Prozent zum Vorjahresmonat).