Der Arbeitsmarkt 2025 im Kreis Euskirchen – Arbeitsagentur und Jobcenter ziehen Bilanz

Der Arbeitsmarkt im Euskirchen zeigte im Jahr 2025 ein gemischtes, insgesamt aber stabiles Bild. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Jahresverlauf mit rund 6,0 Prozent auf einem konstanten Niveau, trotz saisonaler Schwankungen und einer insgesamt zurückhaltenden Einstellungsdynamik. Im Jahresdurchschnitt stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2024 um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.  Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahresverlauf weiter zurück, was die konjunkturelle Unsicherheit widerspiegelt. Gleichzeitig ist ein positives Signal hervorzuheben: Die Abgänge von Arbeitslosen, die eine Erwerbstätigkeit aufnahmen lag mit 4.387 Fällen deutlich über dem Vorjahr und stiegen insgesamt um 195 oder 4,7 Prozent. Damit erreichte die Zahl der Arbeitsaufnahmen erneut ein hohes Niveau. Das zeigt, dass es auch 2025 vielen Menschen gelungen ist, den Übergang in Beschäftigung zu schaffen. 

14.01.2026 | Presseinfo Nr. 5

„Der Arbeitsmarkt im Euskirchen zeigte im Jahr 2025 ein gemischtes, insgesamt aber stabiles Bild. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Jahresverlauf mit rund 6,0 Prozent auf einem konstanten Niveau, trotz saisonaler Schwankungen und einer insgesamt zurückhaltenden Einstellungsdynamik. Im Jahresdurchschnitt stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2024 um 0,1 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.  Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahresverlauf weiter zurück, was die konjunkturelle Unsicherheit widerspiegelt. Gleichzeitig ist ein positives Signal hervorzuheben: Die Abgänge von Arbeitslosen, die eine Erwerbstätigkeit aufnahmen lag mit 4.387 Fällen deutlich über dem Vorjahr und stiegen insgesamt um 195 oder 4,7 Prozent. Damit erreichte die Zahl der Arbeitsaufnahmen erneut ein hohes Niveau. Das zeigt, dass es auch 2025 vielen Menschen gelungen ist, den Übergang in Beschäftigung zu schaffen. Aber halten wir fest: die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Euskirchen mit 6.417 um 131 oder 2,1 Prozent über dem Vorjahr mit 6.287. Getrennt nach Rechtskreisen zeigt sich, dass der Anstieg hauptsächlich zu Lasten der Arbeitslosenversicherung geht. In der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um 122 oder 3,0 Prozent gesunken“, fasst Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl das Jahr 2025 auf dem Arbeitsmarkt zusammen. 

Astrid Hahn, Geschäftsführerin des Jobcenters EU-aktiv ergänzt:

„Auch die Beschäftigungsentwicklung im Kreis Euskirchen zeigt derzeit noch kein durchgehend positives Bild. Nach einem nahezu kontinuierlichen Rückgang seit Mai 2024 ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erstmals im Juni und Juli 2025 wieder leicht gestiegen. Dieses Plus reicht bislang jedoch nicht aus, um das Niveau vom Ende des Jahres 2023 mit über 60.000 Beschäftigten wieder zu erreichen. Auffällig ist, dass der aktuelle Zuwachs vor allem von Beschäftigten mit ausländischer Staatsangehörigkeit getragen wird. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung von Zuwanderung für die Stabilisierung des regionalen Arbeitsmarktes, zeigt aber zugleich, dass sich die Beschäftigung insgesamt erst am Beginn einer vorsichtigen Erholung befindet“. 

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Ende Juni 2025 waren 58.499 Menschen nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen im Kreis Euskirchen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Innerhalb des letzten Jahres verzeichnete der Kreis Euskirchen somit ein Plus von 103 zusätzlichen Beschäftigten (+0,2 Prozent). 

 

Getragen wurde dieser Anstieg durch ausländische Personen (+377 Beschäftigte oder 4,9 Prozent), während die Zahl der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 274 Beschäftigte (oder 0,5 Prozent) sank.

 

 Arbeitsmarkt im Jahr 2025

Die Arbeitslosenquote hatte im Januar, Februar, März und in den Sommermonaten Juli und August 2025 den höchsten Stand und sank bis Dezember 2025 auf 5,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Arbeitslosenquote bei 5,9 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte über der Durchschnittsquote des letzten Jahres. Vor der Pandemie (Jahresdurchschnitt 2019) lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Kreis Euskirchen bei 4,9 Prozent. 

Arbeitslosigkeit – Lange Zeitreihe ab 2008 inklusive Rechtskreisen 

 

 Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich

 Im Jahr 2025 waren im Kreis Euskirchen durchschnittlich 6.417 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 130 oder 2,1 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2024. In Nordrhein-Westfalen stieg die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 4,5 Prozent. 

 

Die Anzahl der arbeitslosen Menschen, die Leistungen durch das Jobcenter EU-aktiv erhielten, sank im Jahresdurchschnitt um 122 Personen (-3,0 Prozent) auf im Schnitt 3.926 Arbeitslose. In der Arbeitslosenversicherung stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 253 Personen (+11,3 Prozent) auf durchschnittlich 2.492 Arbeitslose. „Der Weg in den Arbeitsmarkt bleibt für viele Menschen anspruchsvoll. Besonders geflüchtete Personen, langzeitarbeitslose Menschen oder Kundinnen und Kunden mit geringen formalen Abschlüssen benötigen intensive Unterstützung. Genau hier setzt die Arbeit des Jobcenters an. Dass diese kontinuierliche Begleitung Wirkung entfaltet, zeigt sich im konjunkturschwachen Jahr 2025 deutlich. Die Zahl der Übergänge aus der Grundsicherung in Beschäftigung ist nahezu konstant geblieben. Damit konnten wir trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durchschnittlich rund 1.200 Menschen aus der Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit verhelfen. Das bestätigt, wie wichtig individuelle Beratung, Qualifizierung und verlässliche Begleitung sind“, so Astrid Hahn.

 

Bedarfsgemeinschaften

Ein bedeutender und oft unterschätzter Teil der täglichen Arbeit der Jobcenter betrifft die Betreuung von Bedarfsgemeinschaften – also Haushalten, in denen mindestens eine leistungsberechtigte Person nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuches lebt. Diese Gruppe ist deutlich größer als die reine Zahl der registrierten Arbeitslosen was zeigt, dass die Herausforderungen der Grundsicherung nicht nur Arbeitslosigkeit allein betreffen, sondern ganze Lebens- und Versorgungszusammenhänge.

Im Kreis Euskirchen verringerte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gegenüber dem Vorjahresende um fast 300 (5.501 Bedarfsgemeinschaften im Dezember 2024 zu 5.225 Bedarfsgemeinschaften im Dezember 2025). 

Damit sank auch die Zahl der Personen im Bürgergeldbezug um 567 (11.286 im Dezember 2024 zu 10.719 Dezember 2025). Hier sieht man, wie groß die Gruppe ist, zu der Menschen zählen, die durch das Jobcenter begleitet werden. Diese Zahl macht deutlich, dass die Leistungen und Unterstützungsangebote weit über arbeitsmarktpolitische Vermittlung hinausreichen, etwa zur Sicherung des Lebensunterhalts, zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben und zur Stabilisierung familiärer Lebenssituationen.

 

Arbeitslose mit ausländischer Herkunft

Leicht gesunken ist im Kreis Euskirchen die Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Herkunft. Insgesamt nahm die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Jahresdurchschnitt um 110 oder 5,6 Prozent ab. Der Rückgang ist hier in der Grundsicherung zu verzeichnen, denn in der Arbeitslosenversicherung stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 67 oder 20,7 Prozent, während die Zahl in der Grundsicherung um 177 oder 10,8 Prozent sank.

Der Bestand arbeitsloser Staatsangehöriger der 8 stärksten Asylherkunftsländer sank gegenüber 2024 um 107 oder 18,0 Prozent auf 489 Der Bestand an arbeitslosen Ukrainerinnen und Ukrainern sank gegenüber 2024 um 21 oder 3,7 Prozent auf 546.

 

 

 

Langzeitarbeitslosigkeit

Die durchschnittliche Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Euskirchen hat im Jahresdurchschnitt leicht zugenommen. Insgesamt waren in 2025 2.331 und damit 52 oder 2,3 Prozent mehr Menschen langzeitarbeitslos als in 2024. In NRW stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um durchschnittlich 5,0 Prozent.

 

Kurzarbeit 

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit blieb auch in 2025 auf niedrigem, wenn auch leicht gestiegenem Niveau. Von Januar 2025 bis Juli 2025 wurden durchschnittlich von rund 17 Unternehmen Kurzarbeitergeld für insgesamt rund 250 Beschäftigte in Anspruch genommen.

Im letzten Jahr wurde im gleichen Zeitraum durchschnittlich noch von rund 15 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt rund 120 Beschäftigte in Anspruch genommen. 

 

*Hinweis zur Statistik

Zunächst zeigen die Unternehmen an, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden. Nach der Anzeige können die Unternehmen das Instrument flexibel entsprechend ihres Bedarfs einsetzen. Rückwirkend werden die Abrechnungen bei der Agentur für Arbeit eingereicht. Erst der rückwirkende Antrag enthält eine detaillierte Aufstellung der tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit. Für diesen Antrag haben die Unternehmen drei Monate Zeit. 

 

Arbeitskräftenachfrage 

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 3.063 freie (davon 2.912 sozialversicherungspflichtig) Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Brühl und dem Jobcenter EU-aktiv zur Besetzung gemeldet. Dies waren 59 Stellen (-1,9 Prozent) weniger als im Vorjahr.

 

 

„Der Zugang an gemeldeten Stellen ist im Kreis Euskirchen seit seinem Höchststand im Jahr 2017 mit über 5.000 neuen Stellen kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2025 lag der Jahresdurchschnitt mit 3.063 gemeldeten Stellen rund zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur die konjunkturelle Zurückhaltung wider, sondern auch strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Viele Arbeitgeber melden offene Stellen heute deutlich selektiver oder verzichten ganz darauf, weil sie aus Erfahrung wissen, wie schwierig eine Besetzung geworden ist. Der Fachkräftemangel, lange Vakanzzeiten und wiederholte erfolglose Suchläufe führen dazu, dass offene Stellen häufiger intern, über persönliche Netzwerke oder gar nicht mehr öffentlich ausgeschrieben werden. Der Rückgang der gemeldeten Stellen ist damit nicht gleichzusetzen mit einem fehlenden Bedarf, sondern zeigt vielmehr, wie angespannt und anspruchsvoll die Personalgewinnung inzwischen geworden ist“, konstatiert Holtkötter. 

 

Gesucht werden vor allem Fachkräfte. 1.601 oder 52 Prozent der neu gemeldeten 3.063 Stellen richteten sich in 2025 an Fachkräfte und damit Menschen mit einer passenden dualen Berufsausbildung. 635 oder 20,7 Prozent der gemeldeten Stellen waren für Spezialisten/Experten.  Insgesamt waren zum Jahresende 820 oder 55 Prozent aller 1.494 offener Stellen im Bestand für Fachkräfte gemeldet. Diesen standen durchschnittlich 1.934 arbeitslose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit passender Fachkraft-Qualifikation gegenüber. 

Deutlich geringer ist das Angebot für Menschen ohne aktuelle Ausbildung: 827 Stellen oder 27 Prozent aller Arbeitsangebote im Bestand waren als Helfertätigkeiten, also für an- und ungelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgeschrieben. Arbeitslos gemeldet waren hier im Jahresdurchschnitt 2025 3.555 Menschen ohne eine aktuelle Ausbildung. 

 

 

Strukturentwicklung

Das Jahr 2025 markierte für das Rheinische Revier den entscheidenden Übergang von der strategischen Planung in die sichtbare Umsetzung. Dies zeigt sich in den bislang knapp 500 geförderten Projekten im Rheinischen Revier. Die BA unterstützt dabei die wirtschaftliche Neuausrichtung durch Personalsuche und gezielte Qualifizierungsstrategien.

Mit dem Bau der Microsoft-Rechenzentren stärkt die Region ihren Ruf als attraktiver IT-Standort. Diese Investition wirkt als Katalysator für die gesamte regionale Wirtschaft und erfordert Fachkräfte, die moderne digitale Technologien sicher beherrschen. Die BA begleitet diesen Weg aktiv, um das Revier als vernetzten Bildungs- und Innovationsstandort zu stärken.

In enger Kooperation mit der Zukunftsagentur Rheinisches Revier und weiteren regionalen Akteuren haben wir die Vernetzung weiter vertieft. Ziel ist ein „kohärentes Qualifizierungssystem“, das den Menschen im Revier einen einfachen und transparenten Zugang zu Fördermitteln und Weiterbildungen ermöglicht. 

 

Ab 2026 rücken kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verstärkt in den Fokus. Mit einem neuen Netzwerk für Personalverantwortliche schaffen wir eine Plattform, um den Fachkräftebedarf im Schulterschluss zu bewältigen. Flankierend unterstützt die neu gestartete „Jobdrehscheibe Rheinisches Revier“ Unternehmen im Strukturwandel aktiv dabei, nahtlose Übergänge für ihre Beschäftigten in neue Arbeitsverhältnisse zu realisieren.

 

Die Bundesagentur für Arbeit bleibt die zentrale Partnerin im Strukturwandel. Mit der Berufsberatung im Erwerbsleben unterstützen wir Beschäftigte und Betriebe auch 2026 dabei, die Chancen der neuen Arbeitswelt frühzeitig zu erkennen und zu nutzen.

 

Blick nach vorne 

Herausforderungen und Chancen im Überblick

1.            Absehbare Herausforderungen 2026

Strukturelle Passungsprobleme bleiben bestehen

„Auch 2026 wird es nicht darum gehen, ob Arbeit vorhanden ist, sondern ob Qualifikationen, Anforderungen und individuelle Lebenslagen zusammenpassen. Besonders betroffen bleiben langzeitarbeitslose Menschen, Geflüchtete und Personen ohne formalen Berufsabschluss oder mit unterbrochenen Erwerbsbiografien“, so Holtkötter.

„Mit den Änderungen im SGB II rückt der Vermittlungsvorrang wieder stärker in den Fokus. Für uns als Jobcenter bedeutet das, Chancen auf eine zeitnahe Arbeitsaufnahme konsequent zu nutzen. Gleichzeitig bleibt es unsere Aufgabe, Menschen nicht nur schnell, sondern auch tragfähig in Beschäftigung zu bringen. Gerade bei komplexen Lebenslagen braucht es neben der Vermittlung weiterhin Beratung, Begleitung und Qualifizierung, damit Arbeitsaufnahmen stabil bleiben und Perspektiven eröffnen“, ergänzt Hahn.

Fachkräftemangel verstetigt sich

Der Fachkräftemangel wird sich nicht entspannen, sondern verlagert sich zunehmend:

   weniger klassische Engpassberufe

• mehr Bedarf an spezifischen Qualifikationen, digitalen Kompetenzen und Anpassungsfähigkeit

„Das erschwert Vermittlung und verlängert Suchprozesse – sowohl für Betriebe als auch für Arbeitsuchende“, so Holtkötter.

Steigende Anforderungen an Beratung und Steuerung

„Veränderungen im gesetzlichen Rahmen, etwa durch die Erhöhung des Mindestlohns, mögliche Anpassungen beim Bürgergeld oder neue Beschäftigungsmodelle wie erweiterte Minijob Regelungen, führen zu einem deutlich höheren Beratungsbedarf. Für Arbeitsagentur und Jobcenter bedeutet das, komplexe Regelungen verständlich einzuordnen und Menschen sicher durch Veränderungen zu begleiten und das unter begrenzten Ressourcen“, erklärt Hahn.

 

2. Chancen und positive Ansatzpunkte für 2026

Stabile Beschäftigung als Fundament

Die stabile und leicht steigende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bildet eine wichtige Ausgangsbasis. Sie zeigt, Unternehmen halten an ihrem Personal fest. Das eröffnet Chancen für schrittweise Integration, etwa über Teilzeit, Nachqualifizierung oder betriebsnahe Einstiege.

Qualifizierung gewinnt weiter an Bedeutung

2026 wird Qualifizierung noch stärker zum zentralen Hebel:

• Nachholen von Abschlüssen

• modulare Weiterbildungen

• arbeitsplatznahe Qualifizierung

Arbeitsmarkt wird aufnahmebereiter für neue Wege

Neben der konjunkturellen Entwicklung stellt der zunehmende Mangel an Fachkräften die Unternehmen in der Region vor große Herausforderungen. „Da die klassischen Rekrutierungswege nicht mehr ausreichend funktionieren, werden Unternehmen und auch wir neue Wege ausprobieren müssen. Es gilt mehr denn je, Einstellungsanforderungen zu überdenken und auch arbeitsplatzspezifische modulare Qualifizierungen in Betracht zu ziehen. Das schafft uns neue Spielräume der unterstützten Beschäftigung und damit Vermittlung, auch für Menschen mit nicht linearen Lebensläufen“, so Holtkötter.

„Holtkötter und Hahn sind sich einig, dass das Jahr 2026 kein Jahr schneller Erfolge wird, aber eines, in dem nachhaltige Arbeitsmarktintegration weiter an Bedeutung gewinnt. „Der Arbeitsmarkt im Kreis Euskirchen bleibt von strukturellen Herausforderungen geprägt. Fachkräftemangel, steigende Qualifikationsanforderungen und komplexe Lebenslagen vieler Arbeitsuchender erfordern differenzierte und langfristige Lösungen“, so Hahn. „Gleichzeitig bietet die insgesamt stabile Beschäftigungslage eine solide Basis, um Menschen Schritt für Schritt in Arbeit zu integrieren. Entscheidend bleibt die enge Verzahnung von Qualifizierung, individueller Begleitung und betriebsnahen Ansätzen“, ergänzt Holtkötter. 

Der demografische Wandel macht sich nicht nur auf dem Arbeitsmarkt insgesamt bemerkbar, sondern auch in den Institutionen selbst. Auch die Agentur für Arbeit wird in den kommenden Jahren

altersbedingt Beschäftigte verlieren. Umso wichtiger ist es, Abläufe zu vereinfachen, Prozesse zu automatisieren und digitale Angebote konsequent weiterzuentwickeln. „Digitale Wege können die persönliche Beratung nicht ersetzen, sie aber sinnvoll ergänzen und beschleunigen. Voraussetzung dafür ist, dass Kundinnen und Kunden diese Angebote annehmen und nutzen. Je selbstverständlicher digitale Services in Anspruch genommen werden, desto mehr Zeit bleibt für individuelle Unterstützung dort, wo sie wirklich gebraucht wird“, ergänzt Holtkötter und wirbt damit abschließend für die vielen digitalen Angebote der Arbeitsagentur und des Jobcenters.