Der Arbeitsmarkt 2025 im Rhein-Erft-Kreis – Arbeitsagentur und Jobcenter ziehen Bilanz

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis zeigte im Jahr 2025 ein gemischtes, insgesamt aber stabiles Bild. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Jahresverlauf mit rund 6,5 Prozent auf einem konstanten Niveau, trotz saisonaler Schwankungen und einer insgesamt zurückhaltenden Einstellungsdynamik. Im Jahresdurchschnitt stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2024 um 0,3 Prozentpunkte.  Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahresverlauf weiter zurück, was die konjunkturelle Unsicherheit widerspiegelt.

14.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis zeigte im Jahr 2025 ein gemischtes, insgesamt aber stabiles Bild. Die Arbeitslosenquote bewegte sich im Jahresverlauf mit rund 6,5 Prozent auf einem konstanten Niveau, trotz saisonaler Schwankungen und einer insgesamt zurückhaltenden Einstellungsdynamik. Im Jahresdurchschnitt stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zu 2024 um 0,3 Prozentpunkte. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ging im Jahresverlauf weiter zurück, was die konjunkturelle Unsicherheit widerspiegelt. Gleichzeitig ist ein positives Signal hervorzuheben: Die Abgänge von Arbeitslosen, die eine Erwerbstätigkeiten aufnahmen lag mit 11.527 Fällen deutlich über dem Vorjahr und stiegen insgesamt um 587 oder 5,4 Prozent. Damit erreichte die Zahl der Arbeitsaufnahmen erneut ein hohes Niveau. Das zeigt, dass es auch 2025 vielen Menschen gelungen ist, den Übergang in Beschäftigung zu schaffen. Aber halten wir fest: die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Im Jahresdurchschnitt lag die Zahl der Arbeitslosen im Rhein-Erft-Kreis mit 17.334 um 857 oder 5,2 Prozent über dem Vorjahr mit 16.477. Getrennt nach Rechtskreisen zeigt sich, dass der Anstieg hauptsächlich zu Lasten der Arbeitslosenversicherung geht. In der Grundsicherung ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um lediglich um 101 oder 1,0 Prozent gestiegen“, fasst Ralf Holtkötter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Brühl das Jahr 2025 auf dem Arbeitsmarkt zusammen. 

Birgit Jung, Geschäftsführerin des Jobcenters Rhein-Erft ergänzt:

„Erfreulich ist auch die Entwicklung der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Beschäftigung im Rhein-Erft-Kreis hat sich nicht nur stabil gezeigt, sondern hat in den ersten beiden Quartalen sogar zugelegt. Entscheidend ist dabei weniger der Zuwachs an sich, sondern das, was dahintersteht: Getragen wurde dieser Zuwachs nämlich durch Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Viele Betriebe haben damit bewusst Chancen eröffnet und neue Potenziale genutzt, indem sie auch Menschen mit Fluchtgeschichte oder internationalem Hintergrund in Beschäftigung integriert haben. Der Anstieg zeigt, dass Zuwanderung und Arbeitsmarktintegration zunehmend zusammenwirken und einen spürbaren Beitrag zur Stabilität des regionalen Arbeitsmarktes leisten“. 

 

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Ende Juni 2025 waren 150.907 Menschen nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen im Rhein-Erft-Kreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Innerhalb eines Jahres verzeichnete der Rhein-Erft-Kreis somit ein Plus von 1.409 zusätzlichen Beschäftigten (+0,9 Prozent). 

 Getragen wurde dieser Anstieg durch ausländische Personen (+1.641 Beschäftigte oder 5,6 Prozent), während die Zahl der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit um 232 Beschäftigte (oder 0,2 Prozent) sank.

 

 

 

Arbeitsmarkt im Jahr 2025

Die Arbeitslosenquote hatte im Februar, März und in den Sommermonaten Juli und August 2025 den höchsten Stand und sank bis Dezember 2025 auf 6,3 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Arbeitslosenquote bei 6,5 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über der Durchschnittsquote des letzten Jahres. Vor der Pandemie (Jahresdurchschnitt 2019) lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote im Rhein-Erft-Kreis bei 5,7 Prozent. 

Arbeitslosigkeit – Lange Zeitreihe ab 2008 inklusive Rechtskreisen 

 

 Arbeitslosigkeit im Monatsvergleich

 Im Jahr 2025 waren im Rhein-Erft-Kreis durchschnittlich 17.334 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 857 oder 5,2 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2024. In Nordrhein-Westfalen stieg die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 4,5 Prozent. Insbesondere stieg im Rhein-Erft-Kreis die Jugendarbeitslosigkeit (15 bis unter 25 Jahre) um 10,4 Prozent und auch die Zahl der Älteren über 55 Jahre um 6,7 Prozent an. 

Die Anzahl der arbeitslosen Menschen, die Leistungen durch das Jobcenter Rhein-Erft erhielten, stieg im Jahresdurchschnitt um 101 Personen (+1,0 Prozent) auf im Schnitt 10.544 Arbeitslose. In der Arbeitslosenversicherung stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 757 Personen (+12,5 Prozent) auf durchschnittlich 6.790 Arbeitslose. „Die Integration in den Arbeitsmarkt ist für viele unserer Kundinnen und Kunden nach wie vor eine große Herausforderung. Das betrifft insbesondere geflüchtete Menschen sowie Personen, die über längere Zeit arbeitsmarktfern waren oder nur geringe formale Qualifikationen mitbringen. Umso wichtiger ist die kontinuierliche und oft kleinschrittige Unterstützungsarbeit des Jobcenters. Dass diese Arbeit wirkt, zeigt sich 2025 deutlich: Die Abgänge von Arbeitslosen in Erwerbstätigkeit sind in der Grundsicherung um 5,8 Prozent gestiegen. Damit ist es gelungen, spürbar mehr Menschen wieder in Beschäftigung zu bringen als im Vorjahr. Das ist ein ermutigendes Signal und bestätigt den eingeschlagenen Weg aus Beratung, Qualifizierung und individueller Begleitung“, so Birgit Jung.

Insgesamt betreute das Jobcenter im Dezember 2025 22.923 erwerbsfähige sowie 8.866 nicht erwerbsfähige Leistungsbeziehende in durchschnittlich 16.169 Bedarfsgemeinschaften. „Ein bedeutender und oft unterschätzter Teil der täglichen Arbeit der Jobcenter betrifft die Betreuung von Bedarfsgemeinschaften – also Haushalten, in denen mindestens eine leistungsberechtigte Person nach dem Zweiten Buch des Sozialgesetzbuches lebt. Diese Gruppe ist erheblich größer, als die reine Zahl der registrierten Arbeitslosen und macht deutlich, dass die Leistungen und Unterstützungsangebote weit über arbeitsmarktpolitische Vermittlung hinausreichen, etwa zur Sicherung des Lebensunterhalts, zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben und zur Stabilisierung familiärer Lebenssituationen“ ergänzt Jung.

 

Arbeitslose mit ausländischer Herkunft

Weiter zugelegt hat im Rhein-Erft-Kreis die Zahl der Arbeitslosen mit ausländischer Herkunft. Insgesamt nahm die Zahl der arbeitslosen Ausländer im Jahresdurchschnitt um 179 oder 2,8 Prozent zu. Der Anstieg ist hier in der Arbeitslosenversicherung zu verzeichnen, denn in der Grundsicherung sank die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 78 oder 5,6 Prozent, während die Zahl in der Arbeitslosenversicherung um 216 oder 14,6 Prozent stieg.

Der Bestand arbeitsloser Staatsangehöriger der 8 stärksten Asylherkunftsländer sank gegenüber 2024 um 9 oder 0,6 Prozent auf 1.617. Der Bestand an arbeitslosen Ukrainerinnen und Ukrainern stieg gegenüber 2024 um 63 oder 7,0 Prozent auf 951.

 

 Langzeitarbeitslosigkeit

Die durchschnittliche Zahl der Langzeitarbeitslosen im Rhein-Erft-Kreis hat in beiden Rechtskreisen zugenommen. Insgesamt waren in 2025 6.174 und damit 235 oder 3,9 Prozent mehr Menschen langzeitarbeitslos als in 2024. In NRW stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um durchschnittlich 5,0 Prozent.

 

Kurzarbeit 

Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit blieb auch in 2025 auf niedrigem, wenn auch leicht gestiegenem Niveau. Von Januar 2025 bis Juni 2025 wurden durchschnittlich von rund 20 Unternehmen Kurzarbeitergeld für insgesamt rund 250 Beschäftigte in Anspruch genommen.

Im letzten Jahr wurde im gleichen Zeitraum durchschnittlich noch von rund 15 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt rund 290 Beschäftigte in Anspruch genommen. 

 

*Hinweis zur Statistik

Zunächst zeigen die Unternehmen an, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen werden. Nach der Anzeige können die Unternehmen das Instrument flexibel entsprechend ihres Bedarfs einsetzen. Rückwirkend werden die Abrechnungen bei der Agentur für Arbeit eingereicht. Erst der rückwirkende

Antrag enthält eine detaillierte Aufstellung der tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit. Für diesen Antrag haben die Unternehmen drei Monate Zeit. 

 

Arbeitskräftenachfrage 

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 6.126 freie (davon 5.965 sozialversicherungspflichtig) Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Brühl und dem Jobcenter Rhein-Erft zur Besetzung gemeldet. Dies waren 708 Stellen (-10,4 Prozent) weniger als im Vorjahr.

 „Der Zugang an gemeldeten Stellen ist im Rhein-Erft-Kreis seit seinem Höchststand im Jahr 2018 mit über 11.000 neuen Stellen kontinuierlich zurückgegangen. Im Jahr 2025 lag der Jahresdurchschnitt mit 6.126 gemeldeten Stellen rund 10,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur die konjunkturelle Zurückhaltung wider, sondern auch strukturelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Viele Arbeitgeber melden offene Stellen heute deutlich selektiver oder verzichten ganz darauf, weil sie aus Erfahrung wissen, wie schwierig eine Besetzung geworden ist. Der Fachkräftemangel, lange Vakanzzeiten und wiederholte erfolglose Suchläufe führen dazu, dass offene Stellen häufiger intern, über persönliche Netzwerke oder gar nicht mehr öffentlich ausgeschrieben werden. Der Rückgang der gemeldeten Stellen ist damit nicht gleichzusetzen mit einem fehlenden Bedarf, sondern zeigt vielmehr, wie angespannt und anspruchsvoll die Personalgewinnung inzwischen geworden ist“, konstatiert Holtkötter. 

Gesucht werden vor allem Fachkräfte. 2.957 oder 48 Prozent der neu gemeldeten 6.126 Stellen richteten sich in 2025 an Fachkräfte und damit Menschen mit einer passenden dualen Berufsausbildung. 1.226 oder 20 Prozent der gemeldeten Stellen waren für Spezialisten/Experten.  Insgesamt waren zum Jahresende 1.845 oder 55 Prozent aller 3.329 offener Stellen im Bestand für Fachkräfte gemeldet. Diesen standen durchschnittlich 5.092 arbeitslose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit passender Fachkraft-Qualifikation gegenüber. 

Deutlich geringer ist das Angebot für Menschen ohne aktuelle Ausbildung: 889 Stellen oder 26,7 Prozent aller Arbeitsangebote im Bestand waren als Helfertätigkeiten, also für an- und ungelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgeschrieben. Arbeitslos gemeldet waren hier im Jahresdurchschnitt 2025 9.253 Menschen ohne eine aktuelle Ausbildung. 

 

Strukturentwicklung

Das Jahr 2025 markierte für das Rheinische Revier den entscheidenden Übergang von der strategischen Planung in die sichtbare Umsetzung. Dies zeigt sich in den bislang knapp 500 geförderten Projekten im Rheinischen Revier. Die BA unterstützt dabei die wirtschaftliche Neuausrichtung durch Personalsuche und gezielte Qualifizierungsstrategien.

Mit dem Bau der Microsoft-Rechenzentren stärkt die Region ihren Ruf als attraktiver IT-Standort. Diese Investition wirkt als Katalysator für die gesamte regionale Wirtschaft und erfordert Fachkräfte, die moderne digitale Technologien sicher beherrschen. Die BA begleitet diesen Weg aktiv, um das Revier als vernetzten Bildungs- und Innovationsstandort zu stärken.

In enger Kooperation mit der Zukunftsagentur Rheinisches Revier und weiteren regionalen Akteuren haben wir die Vernetzung weiter vertieft. Ziel ist ein „kohärentes Qualifizierungssystem“, das den Menschen im Revier einen einfachen und transparenten Zugang zu Fördermitteln und Weiterbildungen ermöglicht. 

Ab 2026 rücken kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verstärkt in den Fokus. Mit einem neuen Netzwerk für Personalverantwortliche schaffen wir eine Plattform, um den Fachkräftebedarf im Schulterschluss zu bewältigen. Flankierend unterstützt die neu gestartete „Jobdrehscheibe Rheinisches Revier“ Unternehmen im Strukturwandel aktiv dabei, nahtlose Übergänge für ihre Beschäftigten in neue Arbeitsverhältnisse zu realisieren.

Die Bundesagentur für Arbeit bleibt die zentrale Partnerin im Strukturwandel. Mit der Berufsberatung im Erwerbsleben unterstützen wir Beschäftigte und Betriebe auch 2026 dabei, die Chancen der neuen Arbeitswelt frühzeitig zu erkennen und zu nutzen.

 

Blick nach vorne 

Herausforderungen und Chancen im Überblick

 

1.            Absehbare Herausforderungen 2026

Strukturelle Passungsprobleme bleiben bestehen

„Auch 2026 wird es nicht darum gehen, ob Arbeit vorhanden ist, sondern ob Qualifikationen, Anforderungen und individuelle Lebenslagen zusammenpassen. Besonders betroffen bleiben langzeitarbeitslose Menschen, Geflüchtete und Personen ohne formalen Berufsabschluss oder mit unterbrochenen Erwerbsbiografien“, so Holtkötter.

„Für uns als Jobcenter bedeutet das weiterhin intensive, individuelle Begleitung, wo sie erforderlich ist und die Nutzung schneller Vermittlungserfolge, wo es realisierbar ist“, ergänzt Jung.

Fachkräftemangel verstetigt sich

Der Fachkräftemangel wird sich nicht entspannen, sondern verlagert sich zunehmend:

   weniger klassische Engpassberufe

• mehr Bedarf an spezifischen Qualifikationen, digitalen Kompetenzen und Anpassungsfähigkeit

„Das erschwert Vermittlung und verlängert Suchprozesse – sowohl für Betriebe als auch für Arbeitsuchende“, so Holtkötter.

Steigende Anforderungen an Beratung und Steuerung

„Gesetzliche Anpassungen wie die Mindestlohnerhöhung, mögliche Weiterentwicklungen beim Bürgergeld und veränderte Beschäftigungsformen z.B. durch Steigerung der Minijob-Grenze erhöhen den Beratungsbedarf. Das bedeutet für die Arbeitsagentur und uns als Jobcenter, dass wir mehr erklären, einordnen und begleiten müssen – und dies bei maximal gleichbleibenden Ressourcen“, erklärt Jung.

2. Chancen und positive Ansatzpunkte für 2026

Stabile Beschäftigung als Fundament

Die stabile und leicht steigende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bildet eine wichtige Ausgangsbasis. Sie zeigt, Unternehmen halten an ihrem Personal fest. Das eröffnet Chancen für schrittweise Integration, etwa über Teilzeit, Nachqualifizierung oder betriebsnahe Einstiege.

Qualifizierung gewinnt weiter an Bedeutung

2026 wird Qualifizierung noch stärker zum zentralen Hebel:

• Nachholen von Abschlüssen

• modulare Weiterbildungen

• arbeitsplatznahe Qualifizierung

Arbeitsmarkt wird aufnahmebereiter für neue Wege

Neben der konjunkturellen Entwicklung stellt der zunehmende Mangel an Fachkräften die Unternehmen in der Region vor große Herausforderungen. „Da die klassischen Rekrutierungswege nicht mehr ausreichend funktionieren, werden Unternehmen und auch wir in unserer Vermittlungsarbeit neue Wege ausprobieren müssen. Es gilt mehr denn je, Einstellungsanforderungen zu überdenken und auch arbeitsplatzspezifische modulare Qualifizierungen in Betracht zu ziehen. Das schafft uns neue Spielräume der unterstützten Beschäftigung und damit Vermittlung, auch für Menschen mit nicht linearen Lebensläufen“, so Holtkötter. 

Holtkötter und Jung sind sich einig, dass 2026 kein Jahr schneller Lösungen wird, aber ein Jahr, in dem nachhaltige Arbeitsmarktintegration weiter an Bedeutung gewinnt. „Der Arbeitsmarkt im Rhein-Erft-Kreis wird auch in den kommenden Monaten von strukturellen Herausforderungen geprägt sein. Der Fachkräftemangel, veränderte Qualifikationsanforderungen und komplexe Lebenslagen vieler Arbeitsuchender erfordern weiterhin differenzierte Lösungen“, so Jung. „Gleichzeitig bietet die stabile Beschäftigungslage eine tragfähige Grundlage, um Menschen schrittweise in Arbeit zu integrieren. Für Jobcenter und Arbeitsmarktakteure wird es entscheidend sein, Qualifizierung, individuelle Begleitung und betriebsnahe Ansätze weiter zu stärken, um vorhandene Potenziale besser zu nutzen“, ergänzt Holtkötter.

Der demografische Wandel macht sich nicht nur auf dem Arbeitsmarkt insgesamt bemerkbar, sondern auch in den Institutionen selbst. Auch die Agentur für Arbeit wird in den kommenden Jahren altersbedingt Beschäftigte verlieren. Umso wichtiger ist es, Abläufe zu vereinfachen, Prozesse zu automatisieren und digitale Angebote konsequent weiterzuentwickeln. „Digitale Wege können die persönliche Beratung nicht ersetzen, sie aber sinnvoll ergänzen und Bearbeitungszeiten deutlich beschleunigen. Voraussetzung dafür ist, dass Kundinnen und Kunden diese Angebote annehmen und nutzen. Je selbstverständlicher digitale Services in Anspruch genommen werden, desto mehr Zeit bleibt für individuelle Unterstützung dort, wo sie wirklich gebraucht wird“, ergänzt Holtkötter und wirbt damit abschließend für die vielen digitalen Angebote der Arbeitsagentur und des Jobcenters.