Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen | Jugendarbeitslosigkeit weiter im Fokus

In Chemnitz ist die Zahl der Arbeitslosen im Juni weiter gesunken. 12.362 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 150 weniger als noch im Vormonat. Nachdem die Zahl in den vergangenen Monaten eher stagnierte, ist der Rückgang nun so deutlich wie seit November nicht mehr (damals -260). Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 9,7 Prozent und ist nach wie vor die höchste in Sachsen.
 

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 21

Zitat:

„Besonders positiv ist, dass erneut mehr Menschen einen neuen Job finden und sich aus der Arbeitslosigkeit abmelden konnten als umgekehrt. Eine echte Entlastung ist aber nach wie vor noch nicht zu sehen. Nachdem die Arbeitslosenzahlen zuletzt stagnierten, ist der deutlichere Rückgang aber durchaus ein positives Signal für den Arbeitsmarkt“, sagt Katrin Heinze, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Chemnitz. „Mit Sorge schauen wir auf die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit in unserer Stadt. Während in allen Personengruppen Rückgänge bei den Arbeitslosen zu erkennen sind, steigt die Zahl der unter 25- Jährigen weiter, wenn auch in diesem Monat nur gering. Hierzu sind wir als Arbeitsagentur zusammen mit dem Jobcenter unlängst im Austausch mit Vertretern der Wirtschaft und Akteuren in der Stadt. Aktionstage wie zuletzt im Mai oder Vor- Ort-Termine unserer Berufsberaterinnen und Berufsberater sind einer der Bausteine, um jenen Jugendlichen zu helfen, die noch keine Ausbildung oder ein duales Studium finden konnten.“

Arbeitslosenzahl im Juni 2026: 12.362 
Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich (12.512):-150 oder -0,5 Prozent
Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich (12.056)+306 oder +2,5 Prozent
Arbeitslosenquote im Juni 2026:9,7 Prozent

Arbeitslosigkeit: 12.362 Chemnitzerinnen und Chemnitzer sind arbeitslos

Im Jobcenter (Rechtskreis SGB II) ist die Zahl der Arbeitslosen im Monatsverlauf um 105 Personen gesunken (minus 1,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren es 85 Personen weniger (minus 1,0 Prozent). In der Arbeitsagentur (Rechtskreis SGB III) ist die Zahl von Mai auf Juni um 45 gesunken (minus 1,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist eine Steigerung um 391 Personen zu verzeichnen (plus 11,5 Prozent).

Arbeitslosenzahl im Juni 2026, Rechtskreis SGB II: 8.570 
Arbeitslosenzahl im Juni 2026, Rechtskreis SGB III: 3.792

Arbeitsstellen: Etwas geringerer Zuwachs an Stellen als im Vorjahr

Im Juni meldeten Chemnitzer Unternehmen dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters insgesamt 392 neue Arbeitsstellen, 74 weniger als im Vormonat (minus 15,9 Prozent) und 40 weniger als im Vorjahresmonat (minus 9,3 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Chemnitz 1.728 freie Stellen gemeldet, 30 weniger als im Mai (minus 1,7 Prozent), 22 wenige als vor einem Jahr (minus 1,3 Prozent).

Aktionstag mit Jugendlichen im Pflegeheim

Um stärker bei den Menschen vor Ort zu sein und die Themen Berufsorientierung und Berufskunde aktiv zu gestalten, hat die Arbeitsagentur nach dem MAIsterplan einen Aktionstag im Juni mit Schülerinnen und Schülern der FORTIS Akademie sowie dem Pflegeheim „Haus am Wald“ der Stadtmission in Grüna gestartet. Ziel war es, einen Einblick in die tagtägliche Arbeit vor Ort zu erhalten und mit den Jugendlichen ins Gespräch über ihren künftigen Werdegang zu kommen. Denn sie sind angehende Physiotherapeuten im ersten Lehrjahr und haben sich für die Senioren leichte Bewegungsstationen überlegt. Dadurch ergab sich wiederum ein unmittelbarer Praxisbezug für die Berufsberaterinnen, die an der Aktion beteiligt waren. Sie konnten wertvolle Einblicke in den Ausbildungsalltag mitnehmen, ebenso wie in den Arbeitsalltag des Pflegeheims. Dabei kamen sie mit den Jugendlichen ins Gespräch. Was erhoffen sich die jungen Menschen von der Ausbildung? Wie gehen sie mit Druck um? Welche weiteren Qualifizierungen könnten sie sich nach der Ausbildung vorstellen und was für Unterstützung brauchen sie dafür?

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Berufsberaterin Julia Maleikat: „Wir wurden sehr herzlich empfangen und es war super, sich mit den Jugendlichen und den Heimbewohnern auszutauschen. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert, haben aber ehrlich erzählt, dass sie auch etwas aufgeregt waren anfangs, weil sie bisher nie am Patienten üben konnten. Insofern war das hier, glaube ich, echt eine tolle Erfahrung – gerade das Ganze vorzubereiten und sich auszuprobieren, weil sie bislang nur ein Jahr Schule hatten.“

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Berufsberaterin Sandra Schmidt: „Es ist ein Mehrwert für alle Seiten, weil man das Verständnis füreinander fördert und jeder jedem unter die Arme greifen konnte. Die Gespräche mit den Schülern, warum, weshalb, wieso sie eine Ausbildung in dem Bereich starten wollten, bringt uns für unsere Arbeit als Berufsberater natürlich auch weiter.“

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Lehrer Alexander Schott, langjähriger Physiotherapeut und Ausbilder: „Ich sehe die Aktion hier auch als Teambuilding-Maßnahmen, können die Arbeitsagentur und das Pflegeheim hier näher kennenlernen und vielleicht spinnt sich daraus sogar ein regelmäßiges Format. Das Schöne ist, dass, wenn die nach drei Jahren ausgebildet sind, direkt in einen Job übergehen können. Vor zwanzig Jahren war das mal umgedreht gewesen. Jetzt werden die Leute gesucht und das motiviert natürlich ungemein.“

Zitat:

Hausleiter Marcel Kaden: „Es geht nicht nur um die Bewegung, sondern auch den kommunikativen Austausch. Es ist ein Mehrwert, dass junge Menschen und alte Menschen sich begegnen, austauschen und gegenseitig bereichern. Die Jugendlichen haben hier jetzt den ersten Kontakt mit betagten Bewohnern. Das ist anfangs sicherlich nochmal ein Hemmnis: Wie spreche ich mit den Leuten? Wie gehe ich mit ihnen um? Aber mit der Zeit hat sich ein Selbstbewusstsein ergeben und die jungen Leute ganz agil an die Leute herantreten. Die Aktion ist auf jeden Fall eine wunderbare Sache.“