Ein Schwerpunkt war dabei, Chemnitzer Firmen davon zu überzeugen, neue Azubi-Stellen zu melden, sowie die Bewerbung verschiedener Fördermaßnahmen wie der Einstiegsqualifizierung.
Zitat:„Die weiterhin schwierige wirtschaftliche Lage wirkt sich zunehmend auf den Ausbildungsmarkt aus, vor allem im Industrie-Bereich. Dabei ist uns wichtig zu betonen, dass Azubis keine Kostenfalle darstellen, sondern eine nachhaltige Investition für ein Unternehmen“, sagt Katrin Heinze, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Chemnitz. Allerdings gibt es neben der finanziell schwierigen Lage auch andere Problemfelder: „Mangel an Grundkompetenzen bei Schulabgängern wird immer häufiger zum Thema. Für die betroffenen Jugendlichen ist es daher wichtig, zumindest die Chance zu bekommen, sich zu beweisen. Wir können hier zum Beispiel mit der Einstiegsqualifizierung oder einem Berufsorientierungspraktikum unterstützen, was sowohl für die Bewerber als auch für die Unternehmen eine Win-Win-Situation ist.“
Beratung von Firmen zu Unterstützungsangeboten
Im Rahmen der Aktionswoche „MAIsterplan Herbstedition“ vom 07.-11.09.2026 sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitgeberservices und der Berufsberatung gezielt auf Unternehmen zugegangen, um sie mit den noch als unversorgt geltenden Jugendlichen zusammenzubringen. Dabei wurden auch die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten beworben.
Mit der Einstiegsqualifizierung „EQ“ kann eine Art Langzeitpraktikum gefördert werden, um Kenntnisse und Fähigkeiten der Jugendlichen zu stärken und sie zu wertvollen Mitarbeitern ausbilden zu können, die den betrieblichen Anforderungen entsprechen.
Das Berufsorientierungspraktikum „BOP“ ermöglicht Schülern und Studienanfängern eine frühzeitige Orientierung im Unternehmen.
Bei den Gesprächen ging es auch um konkrete Anforderungen und Erwartungen an neue Mitarbeiter und Azubis, worauf es den Jugendlichen heutzutage ankommt, wenn sie sich für eine (duale) Ausbildung interessieren oder auch der Erschließung alternativer Besetzungsstrategien.
Frühzeitige Stellenmeldung und Bewerbung wichtiger Faktor
Zitat:„In wirtschaftlich schwierigen Zeiten finden Jugendliche nicht immer selbst ihren Traumausbildungsplatz und melden sich manchmal erst sehr spät in der Berufsberatung. Wir hatten einige, die erst jetzt im Juli und August vorbeigekommen sind, wobei das Angebot an Ausbildungsplätzen schon sehr gering geworden ist und es keine allzu große Auswahl mehr gab“, berichtet Berufsberaterin Stefanie Höppner. Branchen, in denen kein Fachkräftebedarf herrscht, würden Bewerber mit ungünstigeren Voraussetzungen weniger berücksichtigen. „Außerdem halten einige Bewerber an ihrem Traumberuf fest und sind kaum flexibel hinsichtlich beruflicher Alternativen. Doch Plan B oder Plan C kann ja im weiteren Berufsleben trotzdem noch zum ursprünglichen Ziel führen. Das wollen wir den Jugendlichen auch mitgeben.“
Umso wichtiger sei es, dass Firmen ihre Ausbildungsstellen frühzeitig melden, um Jugendlichen ein breites Angebot und damit rechtzeitig Alternativen aufzeigen zu können. Und die Jugendlichen selbst sollten so früh wie möglich mit der Suche beginnen. Dann haben sie auch die besten Chancen.
Aktuelle Zahlen, Daten, Fakten
Knapp ein Viertel der bisher im Berichtsjahr gemeldeten Bewerber sind noch unversorgt, haben also noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Vor einem Jahr war es noch nicht mal jeder Fünfte.
Von den im Berichtsjahr bislang 1.135 gemeldeten Berufsausbildungsstellen waren im August wiederum 153 noch unbesetzt. Freie Stellen waren unter anderem noch für folgende Ausbildungen gemeldet:
- Verwaltungsfachangestellte/r – Kommunalverwaltung (14)
- Kaufmann/-frau im Einzelhandel (14)
- Verkäufer/in (6)
- Maler/Lackierer/in – Gestaltung/Instandhaltung sowie Ausbautechnik sowie Oberflächengestaltung (jeweils 5)
- Kaufmann/-frau im Büromanagement
- Fleischereifachverkäufer/in
Der Abschlussbericht zum Ausbildungsjahr 2025/2026 wird Anfang November erwartet.
