Der Arbeitsmarkt im April

04.05.2026 | Presseinfo Nr. 26

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Kreis Borken ist im Berichtsmonat April auf 10.069 angestiegen. Das sind 108 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 430 und somit um 4,1 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote im Kreis Borken bleibt unverändert bei 4,4 Prozent.

Vor allem ältere Menschen sind von dem Anstieg betroffen. In der Altersgruppe ab 50 Jahren wurde ein Plus von 78 arbeitslos gemeldete Personen im Vergleich zum Vormonat verzeichnet. Offenbar setzen die Unternehmen bei den Einstellungen noch stärker als bisher auf junge Talente. „Ohnehin erleben wir derzeit eine gewisse Zurückhaltung auf Seiten der Arbeitgeber, wenn es darum geht, neues Personal einzustellen“, erklärt Frank Thiemann, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, die Entwicklung.

So haben zwar 524 Personen im April eine neue Arbeit aufnehmen können, das sind allerdings 212 weniger als im Monat März dieses Jahres und 130 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. „Die wirtschaftliche Unsicherheit, die viele Verantwortliche in Unternehmen erleben, spiegelt sich in diesen Rückgängen wider“, ist Thiemann überzeugt.

Das zeigt sich auch mit Blick auf die Arbeitskräftenachfrage. Insgesamt 394 neu gemeldete freie Stellen verzeichnete die Agentur für Arbeit im April im Kreisgebiet. Somit meldeten die Unternehmen und Verwaltungen 123 weniger zu besetzende Arbeitsstellen als im Vormonat März und 203 weniger als im Vorjahr. Der aktuelle Bestand an gemeldeten Stellen im Vergleich zum Vormonat sank um 49 auf 3.301. „Der anhaltend hohe Kostendruck führt möglicherweise dazu, langfristige Investitionen wie die Einstellung von Personal hintenanzustellen“, ordnet Frank Thiemann die Entwicklung ein.

Weiterhin wirkt sich der Krieg im Nahen Osten auf die Energie- und Spritpreise aus. „Der Ausgang dieser Krise ist nach wie vor ungewiss. Es wäre wünschenswert, dass die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung die Investitionsbereitschaft der Arbeitgeber positiv beeinflussen und sich die Lage am Arbeitsmarkt stabilisiert“, sagt der Arbeitsmarktexperte und erklärt: „Fachkräfte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Krisen. Die Zurückhaltung ist nachvollziehbar, aber nur mit geeignetem und qualifiziertem Personal können sich Unternehmen langfristig zukunftssicher aufstellen.“

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Die Arbeitslosigkeit im Kreis Coesfeld ist erneut gesunken und unterschreitet erstmals wieder die 5.000er-Marke. Mit 4.984 arbeitslos gemeldeten Menschen waren es 104 weniger als im März dieses Jahres sowie 454 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Vergleich zum April 2025 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 8,3 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote im Kreisgebiet hingegen bleibt trotz der sinkenden Arbeitslosenzahlen nahezu unverändert bei 3,9 Prozent. Damit liegt sie 0,4 Prozentpunkte niedriger als noch vor einem Jahr sowie auch im April weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

„Insgesamt erleben wir derzeit eher eine zurückhaltende Arbeitgebernachfrage. Dass die Arbeitslosigkeit sich derzeit wenig verändert, liegt daran, dass gemeldete Personen nicht mehr so schnell eine neue Anstellung finden wie in der Vergangenheit“, erläutert Frank Thiemann, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, die Entwicklung. Insgesamt verzeichnete die Agentur für Arbeit im April einen Zugang von 268 neu gemeldeten Stellen. Das sind 37 weniger als im Vormonat und 16 weniger als im April des Vorjahres. Der Bestand von aktuell 1.596 gemeldeten Stellen zeigt eine leichte Stagnation auf dem Arbeitsmarkt. So sind es derzeit lediglich 19 Stellen mehr als im Vormonat, hingegen 148 weniger als im Vorjahr.

Erfreulich deutlich fällt die sinkende Jugendarbeitslosigkeit ins Auge. 479 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren waren im April arbeitslos gemeldet und damit 23 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 27,4 Prozent. „Der Bedarf an qualifizierten und gut ausgebildeten Arbeitskräften in den Unternehmen ist trotz der aktuell angespannten Situation groß. Viele junge Menschen haben erst kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen und schnell eine Beschäftigungsmöglichkeit im Erwerbsleben gefunden“, ordnet Thiemann ein.

Gleichwohl wirkt sich der Krieg im Nahen Osten auch weiterhin auf die Energie- und Spritpreise aus. „Der Ausgang dieser Krise ist nach wie vor ungewiss. Es wäre wünschenswert, dass die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung die Investitionsbereitschaft der Arbeitgeber positiv beeinflussen und sich die Lage am Arbeitsmarkt stabilisiert“, sagt der Arbeitsmarktexperte und erklärt: „Fachkräfte sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor in Krisen. Die Zurückhaltung ist nachvollziehbar, gleichzeitig braucht es auch erfahrenes qualifiziertes Personal, um sich als Unternehmen langfristig zukunftssicher aufzustellen.“

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im April stabil geblieben. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent lag sie im nun abgelaufenen Monat exakt auf dem Niveau des Vormonats. Allerdings waren im April mit 48.061 arbeitslos gemeldeten Personen 124 mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als noch im März dieses Jahres. Etwas deutlicher zeigt sich die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. So waren vor einem Jahr noch 635 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im aktuellen Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote lag damals mit 5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher.

Im April wurden den Arbeitsagenturen im Münsterland 2.126 freie Stellen gemeldet, 165 weniger als noch im März dieses Jahres. Damit waren es sogar 458 weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen lag hingegen mit 12.316 um 64 höher als im Vormonat.