Heiße Phase am Ausbildungsmarkt: Viele Plätze noch unbesetzt

Zahlreiche Jugendliche, die eine betriebliche Ausbildung ab dem Sommer dieses Jahres anstreben, sind nach wie vor auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz. Im aktuellen Berichtsjahr haben sich im Kreisgebiet der Agentur für Arbeit Coesfeld 2.704 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Zugleich sind 1.029 von ihnen derzeit noch unversorgt. Sie können aktuell unter 2.375 unbesetzten gemeldeten Ausbildungsstellen wählen. Die Agentur für Arbeit empfiehlt, zeitnah mit Unternehmen in Kontakt zu treten.

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 30

„Eine fundierte Ausbildung ist ein wesentlicher Grundstein für jede berufliche Karriere“, betont Frank Thiemann, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld.“ Aktuelle Zahlen zeigen, dass es am Arbeitsmarkt vor allem diejenigen schwer haben, eine Arbeitsstelle zu finden, die über keine Ausbildung verfügen. „Wer nach der Schule in einem Unternehmen oder in einer Verwaltung einen anerkannten Ausbildungsabschluss macht, erhöht die Chancen enorm, anschließend im Wunschberuf Fuß zu fassen“, ist sich der Agenturleiter sicher.

Der steigende Fachkräftebedarf zeige sich mit Blick auf die angebotenen Ausbildungsstellen. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen seit 1. Oktober bis Mai insgesamt 4.365 Ausbildungsangebote im Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld. „Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist das Engagement der Betriebe beim Thema Ausbildung nach wie vor hoch“, stellt Thiemann fest. Ein Grund sei, dass sich der demografische Wandel in vielen Unternehmen bereits bemerkbar mache. „Die Arbeitgebenden möchten über qualifizierte Ausbildungen künftige Fachkräfte für sich gewinnen“, berichtet der Agenturleiter. Aber, so fügt er hinzu: „Es ist schwerer geworden, offene Ausbildungsstellen zu besetzen.“ So kommen auf 100 noch unbesetzte Stellen derzeit nur 43 Bewerbende. 

Jugendlichen, die im Sommer einen passenden Ausbildungsplatz antreten wollen, empfiehlt Thiemann, jetzt dranzubleiben, auch wenn die Situation auf den ersten Blick sehr komfortabel für sie zu sein scheint. „Wir sehen einen hohen Bedarf an Auszubildenden im verarbeitenden Gewerbe sowie im Handel, der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen. Auch das Baugewerbe sucht dringend nach künftigen Fachkräften“, erklärt Thiemann. Er möchte junge Menschen ermutigen, offen zu sein und auch mal über den Tellerrand zu schauen. „Oft lohnt es, sich neben dem Wunschberuf auch mit ähnlichen Berufsbildern auseinanderzusetzen, um zum Ziel zu gelangen.“ Alternativ könne es Sinn ergeben, den Suchradius auszudehnen und gegebenenfalls zu pendeln, falls möglich. 

Unterstützung finden junge Menschen bei den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Arbeitsagentur. „Hier sollten sie zeitnah einen Termin vereinbaren. Durch die Kombination aus einer gut durchdachten Strategie, das Einbeziehen von alternativen Ausbildungsberufen und überzeugenden Bewerbungsunterlagen stehen die Chancen für einen erfolgreichen Berufseinstieg auch jetzt noch gut“, ist sich der Agenturleiter sicher.

Hinweis

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. 

Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. 

Seit April 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Die BA senkt damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.