Die Suche nach einer passenden Ausbildungsstelle kommt in die heiße Phase. Während viele Jugendliche bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche haben, suchen zahlreiche andere Jugendliche im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld nach wie vor einen geeigneten Platz. So waren im Juni noch 939 potenzielle Bewerberinnen und Bewerber auf Ausbildungsplatzsuche. „In den kommenden Wochen gilt es, die Bemühungen um eine geeignete Stelle zu intensivieren. Noch ist vieles möglich“, sagt Rolf Heiber, Geschäftsführer operativ der Coesfelder Arbeitsagentur.
Insgesamt haben sich für das aktuelle Berichtsjahr seit Oktober bei der Arbeitsagentur 2.816 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet. Das sind 174 weniger als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt und somit ein Rückgang um 5,8 Prozent. Viele von ihnen haben bereits eine Zusage für eine Ausbildung erhalten oder eine andere Alternative gefunden. 939 an einer betrieblichen Ausbildung Interessierte sind allerdings noch unversorgt. Heiber rät ihnen, möglichst zeitnah den Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern aufzunehmen.
„Grundsätzlich bietet eine fundierte fachliche Ausbildung eine wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Karriere“, betont der Agenturchef. Wer noch unsicher ist oder gerne in eine Branche zunächst hineinschnuppern möchte, kann die nächsten Wochen zunächst auch für ein Kurz- oder auch Ferienpraktikum nutzen. „Dabei können die Jugendlichen einen Beruf und die Arbeitsrealität hautnah kennenlernen und herausfinden, ob sie dort mit ihren Fähigkeiten und Stärken gut aufgehoben sind.“ Zudem zeige die Erfahrung, dass ein Praktikum nicht selten der Türöffner für eine darauffolgende Ausbildung sei, erklärt der Ausbildungsmarktexperte.
Ein gegenseitiges Kennenlernen im Berufsalltag vor dem Abschluss eines Ausbildungsvertrages befürworten auch viele Unternehmen und Verwaltungen. Möglichkeiten bieten sich hier nach wie vor viele. So waren im Agenturbezirk im Juni weiterhin 1.974 Ausbildungsstellen unbesetzt. Rechnerisch kommen somit auf 100 noch unbesetzte Stellen 48 Bewerberinnen und Bewerber. „Wer bei der Wahl des Ausbildungsberufes flexibel ist und mögliche Fahrtwege in Kauf nimmt, hat also immer noch sehr gute Chancen", macht Heiber deutlich. Insgesamt meldeten die Ausbildungsbetriebe 4.436 freie Stellen, 152 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Wer sich bei der Suche nach möglichen Ausbildungsbetrieben oder der Erstellung von Bewerbungsunterlagen Unterstützung wünscht, findet bei den Expertinnen und Experten der Berufsberatung der Arbeitsagentur fachkundigen Rat. Ein Termin lässt sich unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/coesfeld/bbve vereinbaren. „Unser Beratungsteam hilft auch dabei, mögliche berufliche Alternativen zu finden, wenn es mit dem Wunschberuf bis jetzt nicht geklappt hat", betont Heiber. Auf dem Web-Portal finden Jugendliche zudem weitere Informationen rund um die Berufswahl und die Ausbildungsplatzsuche.
Hinweis
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden.
Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren.
Seit April 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Die BA senkt damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.