Arbeitsmarktbericht für den Monat Juli 2026

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Juli

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 39

Die Entwicklung am Arbeitsmarkt im Juli

Der Arbeitsmarkt im Kreis Borken

Saisonbedingt stieg im Juli die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Borken an. 9.763 Personen waren dort zuletzt arbeitslos gemeldet und somit 362 mehr als im Vormonat. Vor allem ein Anstieg der Arbeitslosigkeit um 19,2 Prozent bei Jugendlichen bis 25 Jahren fällt dabei ins Gewicht. „In unterschiedlichen Ausbildungsberufen legen die Absolventinnen und Absolventen im Sommer ihre Abschlussprüfungen ab. Nicht alle wollen oder können danach im Betrieb verbleiben“, erklärt Dirk Weigelt, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. „Manche nutzen den Zeitpunkt auch, um sich bewusst neu zu orientieren und melden sich übergangsweise arbeitslos. Zudem laufen auch viele befristete Arbeitsverhältnisse zum Ende des Halbjahres aus“, ordnet er den saisonalen Anstieg ein und weist zugleich auf eine positive Entwicklung hin: „Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank die Zahl arbeitslos gemeldeten Menschen im Kreisgebiet um 689 Personen.“

Die aktuelle saisonale Entwicklung zeigt sich auch in einer gestiegenen Arbeitslosenquote. Sie erhöhte sich im Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent. Damit liegt sie hingegen um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Gleichzeitig stieg im Kreisgebiet die Arbeitskräftenachfrage an. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen insgesamt 489 neue Stellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 9 weniger als im Vorjahr, aber 171 mehr als noch im Juni dieses Jahres. Somit sind aktuell 3.235 offene Stellen verzeichnet. Seit Jahresbeginn vermeldet die Arbeitsagentur einen Zugang von insgesamt 2.934 Stellenangeboten. „Entgegen dem üblichen Trend im Sommer ist das ein erfreuliches Zeichen“, sagt Weigelt.

Insbesondere gut ausgebildete Fachkräfte seien nach wie vor am Arbeitsmarkt gefragt. „Wer derzeit im Kreisgebiet eine neue Arbeitsstelle sucht, hat angesichts der gestiegenen Nachfrage recht gute Chancen, schnell eine neue Arbeitsstelle zu finden“, ist der Bereichsleiter überzeugt und hebt hervor: „Üblicherweise gehen die Stellenmeldungen in der Sommersaison eher zurück. Zum Beispiel, weil  Personalverantwortliche im Urlaub sind oder das Unternehmen sogar Betriebsferien hat.“ Stellenangebote würden daher oft erst in der Zeit nach den Ferien ausgeschrieben. „Dass aktuell wieder mehr neue Jobs angeboten werden, zeigt eine gewachsene Investitionsbereitschaft in qualifizierte Arbeitskräfte und eine weiterhin recht robuste Wirtschaft in unserer Region“, erklärt Weigelt.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Coesfeld

Erwartungsgemäß ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Kreis Coesfeld im Juli saisontypisch gestiegen. So waren insgesamt 5.004 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen und damit 176 mehr als im Vormonat. Insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit zog merklich an. So stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten jungen Menschen bis 25 Jahre im Vergleich zum Juni um 19,8 Prozent. „In den vergangenen Wochen haben viele Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlussprüfungen in der Ausbildung abgelegt. Nicht alle können oder wollen von ihrem Ausbildungsbetrieb in ein neues Arbeitsverhältnis übernommen werden“, erklärt Dirk Weigelt, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Coesfeld. Manche nutzen die Zeit auch, um sich bewusst neu zu orientieren. Weigelt ist überzeugt davon, dass gut ausgebildete Jugendliche schnell eine neue Anstellung auf dem Arbeitsmarkt finden können. „Nach wie vor werden vor allem Fachkräfte in den Unternehmen und Verwaltungen gesucht, sodass sich für viele jungen Menschen interessante neue Perspektiven ergeben werden“, sagt der Arbeitsmarktexperte. Ebenfalls endeten zum Halbjahr zahlreiche Zeitverträge, was sich in der Sommersaison auf die Zahlen niederschlage. „Mit Blick auf das Vorjahr erkennen wir hingegen einen leichten Aufwärtstrend“, so Weigelt. „In diesem Juli waren 603 Personen weniger arbeitslos als 2025.“ Das mache Mut in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, sagt er.

Dass bei Unternehmen nach wie vor eine gewisse Investitionszurückhaltung herrscht, zeigt der Blick auf die gemeldeten Arbeitsstellen. So verzeichnete die Arbeitsagentur im Juli 233 neue Jobangebote von Betrieben und Verwaltungen. Das sind 13 mehr als im Vormonat aber nur 3 mehr als im Vorjahr. „Diese Entwicklung ist allerdings nicht vollkommen überraschend, da von vielen Unternehmen generell im Sommer weniger Stellen ausgeschrieben werden“, ordnet Weigelt ein. „Da viele Personalverantwortliche dieser Tage im Urlaub sind, erwarten wir einen deutlicheren Anstieg eher in der Zeit nach den Sommerferien.“ Auch konzentrierten sich die Personalabteilungen aktuell verstärkt darauf, die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. „Insgesamt wartet der Juli mit keinen Überraschungen auf. Bewerberinnen und Bewerbern raten wir zu Geduld und Beharrlichkeit bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle.“

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im Juli gegenüber dem Vormonat gestiegen. So waren im aktuellen Berichtsmonat 47.843 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.420 Arbeitslose mehr als noch im Juni dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,7 Prozent im Juni auf nun 4,9 Prozent.

Durch die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen wurden im Juli 2.833 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Damit waren es 730 mehr als noch im Vormonat und sogar 717 mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt standen Arbeitsuchenden im Juli 12.798 freie Stellen zur Verfügung, 249 mehr als noch im Vormonat.