Der Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn zeigt sich durchwachsen: Auf der einen Seite steigt die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat, wofür es saisonale Gründe gibt. Gleichzeitig sinkt die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,2 Prozentpunkte“, so die Kurzbilanz von Mathilde Schulze-Middig, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. „Belebende Impulse senden Arbeitgeber in der Region, denn sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahresmonat steigen die Meldungen offener Stellen, so dass es durchaus Beschäftigungsoptionen gibt, oder zumindest geben könnte.“ Oftmals gebe es allerdings Mismatch-Probleme zwischen Angebot und Nachfrage, weshalb die Agenturchefin nachhaltig für Weiterbildung und Qualifizierung wirbt. Ihre Botschaft: „Das Ziel muss es sein, die offenen Stellen bei uns im Kreis Paderborn bestmöglich mit Bewerbern besetzen zu können. Als Arbeitsagentur verstehen wir uns als Brückenbauer hierfür, und zwar als beratende, vermittelnde und – wo immer möglich – auch als fördernde Institution.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn steigt im Juli 2026. Insgesamt sind 10.873 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 291 Personen mehr (plus 2,7 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 415 Personen (minus 3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Juli 6,0 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,2 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.066 Personen gemeldet. Dies sind 198 Personen mehr als vor einem Monat (plus 5,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl um 145 Personen (minus 3,4 Prozent).
Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)
Grundsicherungsgeld erhalten 93 Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 1,4 Prozent) und 270 weniger als im Vorjahr (minus 3,8 Prozent). Insgesamt zählen 6.807 Personen und damit 62,6 Prozent aller Arbeitslosen zum Grundsicherungsgeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.175 Arbeitslose sind im Juli 2026 im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Dies sind 140 Personen mehr als im Vormonat (plus 13,5 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 19 junge Menschen weniger arbeitslos (minus 1,6 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 20 Personen (plus 0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es elf Arbeitslose weniger (minus 0,3 Prozent). Insgesamt sind 3.850 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Paderborn arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Paderborn steigt um 95 Personen (plus 2,4 Prozent). 4.084 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter beziehen 90,4 Prozent (3.690 Personen) Grundsicherungsgeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 221 Personen (plus 5,7 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Paderborn sinkt im Juli 2026. Insgesamt sind 12.909 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 60 Personen weniger (minus 0,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 588 Personen (minus 4,4 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 534 Stellen gemeldet und damit 148 mehr als im Vormonat (plus 38,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 97 Stellen (plus 22,2 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.308 offene Stellen, 126 mehr als vor einem Monat (plus 5,8 Prozent) und 23 weniger als vor einem Jahr (minus 1,0 Prozent).
Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 1.995 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 101 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus fünf Prozent). Zugleich gab es 1.842 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 23 (minus ein Prozent). Ende Juli waren 471 Bewerber noch unversorgt und 672 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (minus 29 oder minus sechs Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (minus 54 oder minus sieben Prozent).
Hinweis: Zum Juli wurden die Ausbildungsmarktdaten aufgrund einer vorherigen technisch bedingten Untererfassung revidiert. Es können dadurch Abweichungen gegenüber Auswertungen mit früherem Erstellungsdatum auftreten.