Kreis Paderborn

Der Arbeitsmarkt im August 2026

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 122

„Nach dem Ferienmonat Juli steigt die Arbeitslosigkeit im August erneut an. Saisonal betrachtet melden sich im August noch vermehrt Personen nach einer Ausbildung arbeitslos. Es haben sich zugleich aber auch mehr zuvor Erwerbstätige arbeitslos gemeldet, was diesen Anstieg begründet“, so Mathilde Schulze-Middig, Leiterin der Detmolder-Paderborner Arbeitsagentur. Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum August des Vorjahres unverändert bei 6,2 Prozent geblieben. „Die Konjunktur hat sich zuletzt zwar gefestigt, aber die Entwicklung der Arbeitslosigkeit tritt auf der Stelle“, bilanziert die Agenturchefin die aktuelle Lage am Paderborner Arbeitsmarkt.
Nach Ende der Ferien, wenn in den Unternehmen überall wieder der Alltag eingekehrt ist, setzt mit dem Ausbildungsbeginn und betrieblichen Einstellungsterminen die übliche Herbstbelebung ein.
Die Arbeitsmarkt-Expertin empfiehlt, vertrauensvoll mit der Arbeitsagentur zusammenzuarbeiten, „und die Angebote an Beratung, Vermittlung und Fördermöglichkeiten – etwa für Qualifizierungen – auszuschöpfen.“
Auch online ist das leicht möglich. So kann die Akquise passender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitnah von der Agentur für Arbeit unterstützt werden. Um Angebot und Nachfrage effizient in Ausgleich zu bringen und die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken, seien alle Stellenmeldungen extrem wichtig.
Unterstützung finden Arbeitgeber nicht nur mit dem Vermittlungsangebot, sondern vielmehr trägt heute ein umfassendes Förder- und Qualifizierungsangebot dazu bei, dass Arbeitsuchende wie auch Beschäftigte in den Unternehmen im gesamten Erwerbsleben aktuelle Qualifikationen erlangen und bestmögliche Beratung und Unterstützung erhalten.
Schulze-Middig: „Qualifizierungen schaffen eine Brücke für die Anforderungen, die neue digitale und regenerative Technologien stellen. Sie sind auch geeignet, die demografischen Herausforderungen zu meistern und einem Fachkräfteengpass entgegenzuwirken.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn steigt im August 2026. Insgesamt sind 11.194 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 321 Personen mehr (plus 3,0 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 61 Personen (minus 0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im August 6,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 6,2 Prozent (plus, minus null Prozentpunkte).                                                                                 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.377 Personen gemeldet. Dies sind 311 Personen mehr als vor einem Monat (plus 7,6 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 101 Personen (plus 2,4 Prozent).                                                                        

Entwicklung in der Grundsicherung (SGB II)
Grundsicherungsgeld erhalten zehn Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 0,1 Prozent) und 162 weniger als im Vorjahr (minus 2,3 Prozent). Insgesamt zählen 6.817 Personen und damit 60,9 Prozent aller Arbeitslosen zum Grundsicherungsgeld gemäß SGB II.                                                                          

Jugendarbeitslosigkeit
1.204 Arbeitslose sind im August 2026 im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Dies sind 29 Personen mehr als im Vormonat (plus 2,5 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 70 junge Menschen mehr arbeitslos (plus 6,2 Prozent).                                                                             

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 66 Personen (plus 1,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 71 Arbeitslose mehr (plus 1,8 Prozent). Insgesamt sind 3.916 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Paderborn arbeitslos.                                                                     

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Paderborn steigt um eine Personen (plus, minus null Prozent). 4.085 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,4 Prozent (3.692 Personen) zum Grundsicherungsgeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 224 Personen (plus 5,8 Prozent).                                                                         

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Paderborn steigt im August 2026. Insgesamt sind 13.152 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 223 Personen mehr (plus 1,7 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 196 Personen (minus 1,5 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Grundsicherungsgeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 500 Stellen gemeldet und damit 34 weniger  als im Vormonat (minus 6,4 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 97 Stellen (plus 24,1 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.302 offene Stellen, sechs weniger als vor einem Monat (minus 0,3 Prozent) und sieben weniger als vor einem Jahr (minus 0,3 Prozent).                   

Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 2.028 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 139 weniger als im Vorjahreszeitraum (minus sechs Prozent). Zugleich gab es 1.918 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von zehn (plus ein Prozent). Ende August waren 331 Bewerber noch unversorgt und 488 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im

Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (minus 52 oder minus 14 Prozent), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war ebenfalls kleiner (51 oder minus neun Prozent).