„Der Winter hat auch den Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn im Griff“, so lautet die prägnante Kurzbilanz von Heinz Thiele, Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn. „Sowohl saisonal bildet sich die kalte Jahreszeit ab, als auch nach wie vor konjunkturell, was allerdings nicht anders zu erwarten war.“ Trotz der frostigen Bilanz gibt es auch positive Aspekte auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Paderborn. So sank die Zahl der Bürgergeldempfänger im Vergleich zum Vormonat um 4,7 Prozent. „Allerdings wird diese Entlastungswirkung in der Arbeitslosenversicherung wieder aufgehoben, da es hier im Jahresvergleich zu einem Anstieg um 10,3 Prozent kam. In absoluten Zahlen liegt der Kreis Paderborn im Januar 2026 mit 50 arbeitslosen Frauen und Männern über dem Wert im Januar 2025. Um die Situation aufzulösen braucht es zweierlei: Einstellungsimpulse durch heimische Unternehmen, die wiederum auf Konjunkturimpulse angewiesen sind, und die Bereitschaft arbeitsloser Menschen, sich in Zeiten der Arbeitslosigkeit intensiv zu bewerben und weiterzubilden. Bei Beratung, Vermittlung und Qualifizierung unterstützt die Arbeitsagentur intensiv, und zeigt Wege jenseits festgefahrener Überlegungen auf“, so der Agentur-Chef. „Ich empfehle, unsere Berufsberatung für Erwachsene in Anspruch zu nehmen, denn die Berufs- und Arbeitswelt unterliegt ständigen Veränderungen, sei es durch neue Technologien oder durch die Strukturveränderungen vor Ort. Gerade für jüngere Menschen ist es sinnvoll, einen noch fehlenden Berufsabschluss nachzuholen. In anderen Fällen ist es ein notwendiger Schritt sich über Alternativen zu informieren, weil sich die Nachfrage stark verändert hat oder ein Wiedereinstieg nach einer längeren Pause – Kinderbetreuung oder Pflege - geplant wird.“
Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 11.018 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 650 Personen mehr (plus 6,3 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 50 Personen (plus 0,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 6,1 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich ebenfalls auf 6,1 Prozent (plus, minus 0,0 Prozentpunkte).
Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 4.160 Personen gemeldet. Dies sind 432 Personen mehr als vor einem Monat (plus 11,6 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 387 Personen (plus 10,3 Prozent).
Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 218 Arbeitslose mehr als im Vormonat (plus 3,3 Prozent) und 337 weniger als im Vorjahr (minus 4,7 Prozent). Insgesamt zählen 6.858 Personen und damit 62,2 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.
Jugendarbeitslosigkeit
1.014 Arbeitslose sind im Januar 2026 im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Dies sind 49 Personen mehr als im Vormonat (plus 5,1 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 88 junge Menschen weniger arbeitslos (minus 8,0 Prozent).
Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren steigt zum Vormonat um 191 Personen (plus 5,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 110 Arbeitslose mehr (plus 2,9 Prozent). Insgesamt sind 3.913 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Paderborn arbeitslos.
Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Paderborn steigt um 133 Personen (plus 3,4 Prozent). 3.989 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,8 Prozent (3.621 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 253 Personen (plus 6,8 Prozent).
Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Paderborn steigt im Januar 2026. Insgesamt sind 13.135 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 465 Personen mehr (plus 3,7 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 316 Personen (minus 2,3 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.
Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 319 Stellen gemeldet und damit 109 weniger als im Vormonat (minus 25,5 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres steigt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 55 Stellen (plus 20,8 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.186 offene Stellen, 60 weniger als vor einem Monat (minus 2,7 Prozent) und 112 weniger als vor einem Jahr (minus 4,9 Prozent).