Kreis Paderborn

Der Arbeitsmarkt im Mai 2026

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 86

Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 10.744 Personen arbeitslos. Dies sind im Vergleich zum Vormonat 244 Personen weniger (-2,2 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 73 Personen (-0,7 Prozent).

„Dies ist in Anbetracht der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage ein erfreulicher Trend. Gleichwohl ist dies keine überschwänglich gute Nachricht, denn die Zeichen auf dem Arbeitsmarkt stehen weder auf einer umfassenden konjunkturellen noch saisonalen Frühjahrsbelebung, was sich auch an der festgefahrenen Stellensituation auf niedrigem Niveau zeigt. Es ist weitgehend ein Verharren auf dem Status quo“, so Heinz Thiele Leiter der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn, der auch die beiden Vorjahre im Blick hat: „Zwar ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr gesunken liegt aber deutlich höher als vor zwei Jahren. Das kann uns nicht gefallen, und fordert dazu auf, verstärkt in Qualifizierung zu investieren. Jede konjunkturelle Schwäche mit Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sollte genutzt werden sich für die Zukunft besser aufzustellen, weshalb ich dringend an alle Betroffenen appelliere, nicht auf bessere Zeiten zu war-ten, sondern die eigene Arbeitslosigkeit für Weiterbildungsanstrengungen zu nutzen“, so Thiele.

Seine Botschaft: „Auch wenn der Arbeitsmarkt aktuell kein Wachstum zeigt, werden wieder bessere Zeiten kommen. Umso wichtiger ist es, sich schon jetzt darauf vorzubereiten. Fachkräfte werden auf allen Ebenen und in allen Bereichen gesucht – und der Bedarf wird weiter steigen. Die besten Fachkräfte sind oft die, die man selbst ausbildet. Deshalb plädiere ich auch in schwierigen Zeiten für die duale Ausbildung. Je mehr Jugendliche diesen Weg einschlagen, desto größer sind ihre Chancen auf gute berufliche Perspektiven. Viele entdecken ihre Stärken erst auf den zweiten Blick – und bringen oft mehr mit, als man zunächst vermutet. Entscheidend ist es, allen jungen Menschen eine Chance zu geben und sie zu fördern. Gleichzeitig dürfen wir die Qualifizierung und Weiterbildung der bestehenden Mitarbeitenden und Arbeitslosen nicht vernachlässigen. Neues Wissen und Können sind keine einmalige Sache – sie müssen stetig weiterentwickelt werden. Lebenslanges Lernen bleibt eine zentrale Aufgabe für uns alle.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Paderborn sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 10.744 Personen arbeitslos. Dies sind zum Vormonat 244 Personen weniger (-2,2 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 73 Personen (-0,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt im Mai 5,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,0 Prozent (-0,1 Prozentpunkte).                            

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
In der Arbeitslosenversicherung sind in diesem Monat 3.927 Personen gemeldet. Dies sind 157 Personen weniger als vor einem Monat (-3,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres steigt die Zahl um 177 Personen (+4,7 Prozent).                            

Entwicklung im Bürgergeld (SGB II)
Bürgergeld erhalten 87 Arbeitslose weniger als im Vormonat (-1,3 Prozent) und 250 weniger als im Vorjahr (-3,5 Prozent). Insgesamt zählen 6.817 Personen und damit 63,4 Prozent aller Arbeitslosen zum Bürgergeld gemäß SGB II.                            

Jugendarbeitslosigkeit
1.024 Arbeitslose sind im Mai 2026 im Kreis Paderborn unter 25 Jahre alt. Dies sind 41 Personen weniger als im Vormonat (-3,8 Prozent). Zum selben Monat des Vorjahres sind 6 junge Menschen mehr arbeitslos (+0,6 Prozent).     

Arbeitslose ab 50 Jahre
Die Anzahl arbeitsloser Menschen ab 50 Jahren sinkt zum Vormonat um 62 Personen (-1,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 131 Arbeitslose mehr (+3,5 Prozent). Insgesamt sind 3.880 Menschen ab 50 Jahren im Kreis Paderborn arbeitslos.                        

Langzeitarbeitslose
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Kreis Paderborn sinkt um 45 Personen (-1,1 Prozent). 4.034 Personen sind länger als ein Jahr nicht sozialver-sicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 90,7 Prozent (3.660 Personen) zum Bürgergeld. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen um 279 Personen (+7,4 Prozent).                            

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung im Kreis Paderborn sinkt im Mai 2026. Insgesamt sind 13.013 Personen ohne Beschäftigung. Dies sind zum Vormonat 235 Personen weniger (-1,8 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Unterbeschäftigung um 239 Personen (-1,8 Prozent). Die Unterbeschäftigung setzt sich zusammen aus der Anzahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet sind, und denjenigen, die Arbeitslosengeld oder Bürgergeld erhalten, dem Arbeitsmarkt jedoch aktuell nicht zur Verfügung stehen und daher rechtlich nicht als arbeitslos gelten – wenn man zum Beispiel an einer Fördermaßnahme teilnimmt oder in Mutterschutz ist.

Stellenangebot
Die Arbeitgeber aus dem Kreis Paderborn haben in diesem Monat 383 Stellen gemeldet und damit 51 weniger als im Vormonat (-11,8 Prozent). Im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres sinkt die Anzahl der neuen Stellenmeldungen um 9 Stellen (-2,3 Prozent). Im Bestand befinden sich insgesamt 2.212 offene Stellen, 72 weniger als vor einem Monat (-3,2 Prozent) und 69 weniger als vor einem Jahr (-3,0 Prozent).    

Ausbildungsmarkt 
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 1.898 Bewerber für Berufsausbildungsstellen. Zugleich gab es 1.666 Meldungen für Berufsausbildungsstellen. Ende April waren 740 Bewerber noch unversorgt und 832 Ausbildungsstellen noch unbesetzt.

Hinweis: Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig aus-gewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden. Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.