In Dortmund ist im Juni die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen geringfügig um
24 Personen zurückgegangen. In den vergangenen Jahren hatte die Arbeitslosigkeit
im Juni häufig leicht zugelegt.
„Am Dortmunder Arbeitsmarkt hat es im Juni nur wenige Veränderungen gegeben.
Trotz der weiterhin ungünstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen ist die
Arbeitslosigkeit zu Beginn des Sommers sogar leicht zurückgegangen. Positiv zu
bewerten ist auch der Rückgang der neuen Arbeitslosmeldungen aus
Erwerbstätigkeit. Gleichzeitig haben jedoch weniger Arbeitsuchende eine neue
Stelle gefunden. Die Integration in Beschäftigung ist derzeit erheblich erschwert. Der
Arbeitsmarkt bleibt insgesamt wenig aufnahmefähig.
Auch der Ausbildungsmarkt wird derzeit von der krisenhaften Lage geprägt.
Gegenüber dem Vorjahr haben die Betriebe weniger Ausbildungsstellen angeboten.
Obwohl den Unternehmen durchaus bewusst ist, dass die Ausbildung eigener
Nachwuchskräfte eine wichtige Investition in die Zukunft darstellt, sind sie derzeit
bei der Schaffung neuer Ausbildungsplätze zurückhaltender. Gleichzeitig bestehen
für Jugendliche weiterhin gute Chancen, noch in diesem Sommer einen
Ausbildungsplatz zu finden. Die Vermittlungsaktivitäten laufen auf Hochtouren“,
kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der
Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeits- und
Ausbildungsmarkt.
Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, sagt:
„Der Arbeitsmarkt in der Grundsicherung zeigt sich im Juni stabil, aber weiterhin
angespannt. Die Zahl der arbeitslosen Menschen im SGB II ist gegenüber dem
Vormonat leicht gesunken und liegt auch geringfügig unter dem Vorjahreswert. Eine
echte Entlastung ist daraus aber noch nicht abzulesen. Mehr als die Hälfte unserer
arbeitslosen Kundinnen und Kunden ist seit über einem Jahr ohne
Beschäftigung - ihre Zahl ist im Juni sogar leicht gestiegen.
Viele Menschen, die wir begleiten, profitieren nicht automatisch von kurzfristigen
Bewegungen am Arbeitsmarkt. Häufig braucht es mehrere Schritte, bis eine
Arbeitsaufnahme realistisch wird - etwa Qualifizierung, Sprachförderung,
gesundheitliche Stabilisierung oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung.
Gleichzeitig gibt es Bewegung. Im Juni haben 789 Kundinnen und Kunden eine
Erwerbstätigkeit aufgenommen. Das ist ein wichtiges Signal. Dennoch bleibt die
zentrale Aufgabe, vorhandene Potenziale besser zu erschließen. Gerade in Zeiten
wirtschaftlicher Unsicherheit und fehlender Fach- und Arbeitskräfte dürfen wir dieses
Potential nicht aus dem Blick verlieren. Unser Ziel bleibt, Menschen nicht nur
kurzfristig in Arbeit zu bringen, sondern Beschäftigung so vorzubereiten, dass sie
dauerhaft tragen kann.“
Geringfügiger Rückgang der Arbeitslosigkeit im Juni
Im Juni wurden 40.445 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren
10.195 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.250 Menschen beim Jobcenter
Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im
Vergleich zum Vormonat um 24 Personen gesunken.
Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen
verharrt unverändert bei 12,1 Prozent (Juni 2025: 11,9 Prozent). Die anteilige
Arbeitslosenquote für die Agentur steigt leicht auf 3,1 Prozent, für das Jobcenter
verharrt sie bei 9,1 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht
durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt
Dortmund wurden im Juni 6.145 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos
registriert. 1.571 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt.
Das sind 148 Personen weniger als im Vormonat. 6.195 Personen meldeten sich im
Juni bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen
beendeten 1.393 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer
Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 171 Personen weniger als im Vormonat.
Leichter Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit zu Sommerbeginn
Im Juni waren 3.483 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind
55 Personen bzw. 1,6 Prozent mehr als im Vormonat und 131 Personen bzw.
3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote liegt im Juni bei
10,0 Prozent.
Arbeitskräftenachfrage sehr verhalten
633 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit
Dortmund im Juni gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das
190 Stellenmeldungen weniger. Im Bestand befinden sich in diesem Monat
insgesamt 3.973 offene Stellen. Das sind 78 weniger als im Vormonat aber 167 mehr
als im Juni des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen
Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung und Sozialarbeit,
Lagerwirtschaft, Fahrzeugführung im Straßenverkehr sowie Altenpflege und
Büro/Sekretariat.
Unterbeschäftigung rückläufig
In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch
die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an
einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten
Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet,
weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis
fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.250 Personen in der
Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 363 Personen
weniger.
Ausbildungsmarkt 2025/2026
Ausbildungsvermittlung läuft auf Hochtouren
Die Sommerferien rücken näher und damit auch die heiße Phase aus dem
Ausbildungsmarkt. In den kommenden Wochen werden viele noch offene
Ausbildungsplätze besetzt. Zwar beginnt das Ausbildungsjahr für viele Berufe
offiziell am 1. August, zahlreiche duale Ausbildungen starten jedoch erst am
1. September. Auch danach ist bei vielen Betrieben ein Ausbildungsbeginn noch
möglich. Für Jugendliche stehen die Chancen weiterhin gut, noch in diesem
Sommer in eine Ausbildung zu starten.
Die Zahl der gemeldeten betrieblichen Ausbildungsstellen seit Beginn des
Berichtsjahres liegt Ende Juni bei 3.150. Dies sind im Vorjahresvergleich 307 Stellen
weniger. Aktuell steht davon noch rund 1.544 zur Besetzung offen. Seit Oktober
2025 meldeten sich 3.019 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder
Bewerber. Das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.295 junge Menschen sind
aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.
* Hinweis:
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf
Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig
ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der BA. Diese müssen
noch in die statistische Erhebung integriert werden.
Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und
Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren.
Seit Mai 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im
Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Wir
senken damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch
in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.