Dortmunder Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Juli 2026

Sommerflaute lässt Arbeitslosigkeit steigen

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 30

Die zweite Jahreshälfte startet mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um 1,2 Prozent und liegt im Juli bei 40.913 Personen. Das sind zu Beginn der Sommerferien 468 Menschen mehr als im Vormonat. Der Anstieg ist für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich, er wiederholt sich jährlich. Zur Jahresmitte laufen viele befristete Arbeitsverträge aus, außerdem beenden zahlreiche junge Menschen ihre dreijährige Ausbildung. Dies führt zu einem Anstieg insbesondere bei den unter 25 jährigen Arbeitslosen.

„Wir sehen im Juli den für die Ferienzeit typischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Entwicklung kommt also nicht überraschend. Besonders junge Menschen spüren die saisonübliche Entwicklung. Junge Fachkräfte melden sich nach dem Abschluss ihrer Ausbildung zunächst für eine Übergangszeit arbeitslos. Trotzdem sind die Chancen, mit abgeschlossener Ausbildung einen Berufseinstieg zu finden, größer als ohne. Auch in schwierigen und herausfordernden Zeiten werden Fachkräfte gebraucht. Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nach wie vor die beste Grundlage für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Sie eröffnet langfristige Perspektiven und sorgt für mehr Arbeitsplatzsicherheit. Der Ausbildungsmarkt biegt gerade auf die Zielgerade ein. Wer noch auf der Suche ist, sollte sich jetzt an das Jugendberufshaus wenden – wir können aktuell noch mehr als 1.300 Ausbildungsplätze in vielen Bereichen vermitteln“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, sagt: „Aus Sicht des Jobcenters Dortmund zeigt der Arbeitsmarkt im Juli ein differenziertes Bild. Die Zahl der arbeitslosen Menschen, die Grundsicherungsgeld erhalten, stieg im Vergleich zum Vormonat um 178 Personen. Diese Entwicklung weist darauf hin, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd sind. Die leicht gestiegene Zahl der Bedarfsgemeinschaften verdeutlicht, dass viele Haushalte weiterhin auf Unterstützung angewiesen sind. Gleichzeitig konnten im Juli 795 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Das ist ein Zeichen dafür, dass Bewegung am Arbeitsmarkt vorhanden ist und unsere Integrationsarbeit Wirkung erzielt. Für uns als Jobcenter bedeuten diese Entwicklungen, weiterhin gezielt auf individuelle Beratung, Qualifizierung und die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen zu setzen. Unser Ziel bleibt es, Menschen nachhaltig in Arbeit zu integrieren, sodass sie ihren Lebensunterhalt in Zukunft selbst sicherstellen können.“

Saisonbedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli 

Im Juli wurden 40.913 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 10.485 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.428 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 468 Personen gestiegen. 

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen steigt auf 12,3 Prozent (Juli 2025: 12,2 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur beträgt 3,1 Prozent, für das Jobcenter liegt sie bei 9,1 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Juli 7.642 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 1.891 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 320 Personen mehr als im Vormonat. 7.167 Personen meldeten sich im Juli bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.469 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 76 Personen mehr als im Vormonat.

Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit zu Sommerbeginn

Im Juli waren 3.790 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 307 Personen bzw. 8,8 Prozent mehr als im Vormonat und 152 Personen bzw. 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote liegt im Juli bei 10,9 Prozent.

Juli beschert Zuwachs an Stellenmeldungen

746 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Juli gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 113 Stellenmeldungen mehr. Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 4.025 offene Stellen. Das sind 52 mehr als im Vormonat aber 15 weniger als im Juli des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Erziehung und Sozialarbeit, Lagerwirtschaft, Fahrzeugführung im Straßenverkehr sowie Altenpflege und Büro/Sekretariat.

Unterbeschäftigung geringfügig gestiegen

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.455 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 55 Personen mehr.


Ausbildungsmarkt 2025/2026 
Ausbildungsmarkt biegt auf die Zielgerade ein

Während der Arbeitsmarkt saisonbedingt stockt, laufen Ende Juli die Vermittlungen auf dem Ausbildungsmarkt weiter auf Hochtouren. Das Suchen vieler Betriebe nach dem richtigen Auszubildenden oder der richtigen Auszubildenden ist noch lange nicht zu Ende. Jugendliche, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bisher nicht fündig geworden sind, haben auch jetzt noch gute Chancen. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen seit Beginn des Berichtsjahres liegt Ende Juli bei 3.476. Dies sind im Vorjahresvergleich 220 Stellen weniger. Aktuell steht davon noch 1.339 zur Besetzung offen. Seit Oktober 2025 meldeten sich 3.187 Jugendliche bei der Berufsberatung als Bewerberin oder Bewerber. Das sind 5,0 Prozent weniger als im Vorjahr. 1.090 junge Menschen sind aktuell noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.