Über den Ursprung und die Deutung des 8. März gibt es unterschiedliche Theorien. In seiner wechselvollen Geschichte ist das Grundanliegen dieses Tages aber immer gleichgeblieben: Es geht um Frauenrechte, Antidiskriminierung, gleiche Bezahlung und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für Frauen, das Recht auf Selbstbestim-mung und auf ein gewaltfreies Leben.
Seit dem ersten Frauentag, der übrigens am 19. März 1911 gefeiert wurde, haben sich viele der damals gesteckten Ziele ganz oder teilweise erfüllt. Das Frauenwahlrecht ist mittlerweile über 100 Jahre alt, Frauen können einen Beruf ihrer Wahl ergreifen, studieren, arbeiten gehen. Sie erhalten umfangreiche Unterstützung wie Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, können selbst über die Mutterschaft entscheiden – das alles zumindest in Deutschland. Es entsteht der Eindruck, dass kein Handlungsbedarf bestünde. Sieht man genauer hin, gibt es eben doch noch Unterschiede.
Die gute Nachricht: die Beschäftigungsquote von Frauen in Dresden ist hoch. Mit 63,7 Prozent liegt die Beschäftigungsquote unter dem Sachsendurchschnitt von 64,8 Prozent, aber komfortabel über der bundeweiten Quote von 60,0 Prozent.
Nach wie vor sind die typischen Arbeitsverhältnisse weiblicher Beschäftigter in Teilzeit. Unter dem Blickwinkel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wählen viele Frauen insbesondere im Anschluss an die Elternzeit eine Beschäftigung in Teilzeit. Mit fortschreitendem Alter und Selbständigkeit der Kinder entsteht dann meist der Wunsch, wieder in Vollzeit zu arbeiten, dem dann oft wegen fehlender Rahmenbedingungen, wie flexibler Arbeitszeitgestaltung und Kinderbetreuung oder fehlenden Rechtanspruchs auf Rückkehr in eine Vollzeitbeschäftigung, nicht nachgekommen werden kann.
Bei der Entlohnung von Frauen ist noch Luft nach oben, denn Lohnunterschiede in Dresden zwischen Frauen und Männern gibt es generell bei allen Beschäftigten und
nicht nur bei Teilzeitverdiensten. Im Jahr 2024 hat sich der allgemeine Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern – also der unbereinigte Gender Pay Gap –
im Vergleich zum Vorjahr minimal verschlechtert. Frauen verdienten rund 10,5 % weniger als Männer.
https://doku.iab.de/regional/S/2026/regional_s_0126.pdf
In Ostdeutschland haben Frauen gute Chancen auf Führungspositionen. In der ersten Führungsebene beträgt der Frauenanteil rund 33% und in der zweiten Führungsebene immerhin schon 46% – noch nicht ganz ausgewogen aber das kann sich wirklich sehen lassen.
https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-24.pdf
Diese Beispiele zeigen, dass bei weitem noch nicht alle Ziele, die die Initiatorinnen des Weltfrauentages vor Augen hatten, erreicht sind. Es muss weiter an der Umsetzung dieser Ziele und der Schaffung der dafür geeigneten Rahmenbedingungen gearbeitet werden. In der Agentur für Arbeit Dresden berät die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) zum Wiedereinstieg in den Beruf, zu Möglichkeiten der Kinderbetreuung oder auch Unternehmen, um individuelle Wege der Beschäftigung von Frauen zu schaffen.
Tipp:Kontaktdaten:
Beauftragte für Chancengleichheit der Agentur für Arbeit Dresden
Ingrun Freudenberg,
0351 2885 1464
Auch wenn noch Einiges zu tun ist, kann und soll sich Frau am 8. März einfach einmal zurücklehnen, stolz auf sich sein und einen wunderbaren Tag haben.
