Der Arbeitsmarkt im April in Dresden

Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Dresden gestiegen

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 20

Monatarbeitslose MenschenArbeitslosenquotefreie Arbeitsstellen
April 202622.8247,2 %4.224
März 202622.7607,2 %4.087

284.003 Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig (Stichtag 31.10.2025)

Gerlinde Hildebrand, Chefin der Dresdner Arbeitsagentur, zur aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt

Zitat:

„Mit den aktuellen Zahlen kann von der üblicherweise eintretenden Frühjahrsbelebung noch keine Rede sein. Im vergangenen Monat sank die Zahl der Arbeitslosen, wohingegen sie im Berichtsmonat wieder leicht anstieg. Beide Rechtskreise sind vom Anstieg prozentual gleich betroffen. Schaut man etwas tiefer in die Struktur, stellt man fest, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III fast 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr beträgt. Das sieht nicht gut aus und lässt keineswegs optimistischer auf die weitere Entwicklung schauen.“
„Zumindest lässt die Zahl neu gemeldeter Stellen als auch derer im Bestand vermuten, dass es noch eine stabile Nachfrage gibt und der Fokus weiterhin auf die Gewinnung von Fachkräften gerichtet ist. Die richtige Qualifikation wird sich als Schlüsselkompetenz erweisen, weswegen wir sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer dazu beraten und auch finanziell unterstützen können, wenn es darum geht, die Qualifikation der Ratsuchenden mit den Anforderungen vorhandener Stellen passgenau zu gestalten.“

Übersicht

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Dresden im April 2026 gestiegen. 22.824 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 64 Personen mehr (0,3 Prozent) als im März und 790 Personen beziehungsweise 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,2 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 7,1 Prozent.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im April bei 27.511 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat März (75 Personen beziehungsweise 0,3 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit April 2025 (480 Personen beziehungsweise 1,8 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Blick auf die Rechtskreise

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.459 Personen (24 Personen mehr als im Vormonat und 741 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 14.365 Arbeitslose registriert (40 Personen mehr als im Vormonat und 49 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 63 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Zu- und Abgänge

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 4.367 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.684 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 4.275 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.583 eine Erwerbstätigkeit auf.

Arbeitskräftenachfrage

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 950 Stellen wurden im April neu gemeldet (33 weniger als im Vormonat und 134 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, Erziehung und Unterricht.
Aktuell befanden sich damit 4.224 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Stellenzugang, aktueller Monat im 3-Jahres-Vergleich

JahrStellen
20241.123
20251.084
2026950

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich 1.624 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, 140 weniger als im Vorjahreszeitraum (–8%). Ende April waren 936 Bewerber noch unversorgt; Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (–26 oder –3%).
Zugleich gab es 2.243 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Minus von 16 (–1%). Bisher sind 1.130 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das –112 oder –9%.

Jahrgemeldete Bewerbergemeldete Ausbildungsstellen
20241.9022.569
20251.7642.259
20261.6242.243

Grundsicherung und Bürgergeld

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 774 (entspricht -4 Prozent) auf insgesamt 21.543.
Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 27.234 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 1.007 Personen weniger (-4 Prozent) als vor einem Jahr.
(Grundsicherungsdaten sind vorläufig und hochgerechnet)