Der Arbeitsmarkt im Juli

Arbeitslosigkeit steigt wieder über die 7-Prozent-Marke

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 27

Blick auf den Arbeitsmarkt

Monatarbeitslose MenschenArbeitslosenquotefreie Arbeitsstellen
Juli 202622.9947,2 %4.313
Juni 202622.2256,9 %4.338

280.342 Menschen arbeiten sozialversicherungspflichtig (Stichtag 31.01.2026)

Gerlinde Hildebrand, Chefin der Dresdner Agentur für Arbeit, zur aktuellen Entwicklung:

Zitat:

„In diesem Monat kann keine Entlastung des Arbeitsmarktes berichtet werden. Die weiterhin schwache und zudem sommerpausierende Konjunktur führt zu einem Anstieg der Arbeitslosen auf knapp 23.000. Dieser Anstieg bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Quote; diese übersteigt wieder die 7-Prozent-Marke und liegt nun bei 7,2 Prozent.

Einer der Gründe für den Anstieg der Arbeitslosigkeit ist saisonal wiederkehrend und war zu erwarten. Durch die Beendigung von betrieblichen und schulischen Ausbildungen stieg die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen um knapp 11 Prozent. Erfahrungsgemäß baut sich dieser Anstieg in den kommenden Monaten wieder ab, wenn nach der Sommerpause die frisch ausgebildeten Fachkräfte eingestellt werden.

Die Ausbildungsvermittlung läuft weiter auf Hochtouren. Das neue Ausbildungsjahr beginnt bald und noch sind einige Bewerber / Bewerberinnen unversorgt und Ausbildungsstellen unbesetzt. Unsere Berufsberatung bietet daher zusätzlich noch am 04. und 08. August 2026 in der Zeit von 10.00 – 14.00 Uhr individuelle Beratungsgespräche ohne vorherige Terminvereinbarung an.“

Übersicht

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Dresden im Juli 2026 gestiegen. 22.994 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 769 Personen mehr (4 Prozent) als im Juni und 89 Personen beziehungsweise 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 7,2 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 7,2 Prozent.

Unterbeschäftigung

Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juli bei 27.453 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat Juni (536 Personen beziehungsweise 2 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit Juli 2025 (421 Personen beziehungsweise 1,6 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Blick auf die Rechtskreise

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.692 Personen (493 Personen mehr als im Vormonat und 546 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 14.302 Arbeitslose registriert (276 Personen mehr als im Vormonat, aber 457 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 62 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Zu- und Abgänge

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 4.728 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.747 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 3.931 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.328 eine Erwerbstätigkeit auf.

Arbeitskräftenachfrage

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 841 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (75 weniger als im Vormonat und 206 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Verarbeitendes Gewerbe, öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung. Aktuell befanden sich damit 4.313 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Stellenzugang, aktueller Monat im 3-Jahres-Vergleich

JahrStellen
20241.097
20251.047
2026841

Grundsicherung

In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjahresvergleich um 764 (entspricht -4 Prozent) auf insgesamt 21.178.
Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 26.800 erwerbsfähige Grundsicherungsgeldberechtigte betreut, das waren 992 Personen weniger (-4 Prozent) als vor einem Jahr.
(Grundsicherungsdaten sind vorläufig und hochgerechnet)

Ausbildungsmarkt

Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 meldeten sich bei der Dresdner Berufsberatung bisher 1.913 Ausbildungsplatzbewerber. Das sind 159 Jugendliche oder 7,7 Prozent weniger als im Vergleich zum Vorjahr.
598 Bewerber / Bewerberinnen sind noch unversorgt, das sind acht oder 1,4 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.
Auf der anderen Seite des Ausbildungsmarktes wurden bisher von Unternehmen der Region 2.523 Ausbildungsstellen gemeldet, das sind 67 oder 2,7 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.
720 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt, 13 oder 1,8 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich.
 

Jahrgemeldete Bewerbergemeldete Ausbildungsstellen
20242.2062.729
20252.0722.456
20261.9132.523