Lage auf dem Ausbildungsmarkt im Juli

Der Arbeitsmarktbericht im Juli.

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 11

„Der Blick auf den Ausbildungsmarkt in Duisburg muss nachdenklich stimmen. Aktuell verzeichnen wir einen deutlichen Rückgang der gemeldeten Ausbildungsplätze von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Bewerberseite sehen wir dagegen mit 3.229 eine nahezu gleichbleibende Zahl an Ausbildungsinteressierten. Auch wenn uns naturgemäß nie alle Ausbildungsstellen in der Stadt gemeldet werden, ist dieser Rückgang jedoch als sehr kritisch für den Ausbildungsmarkt in Duisburg zu bewerten. Es kommt daher auch jetzt noch darauf an, dass uns Betriebe möglichst alle freien Stellen melden“, erklärt Marcus Zimmermann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Duisburg. „Unverzichtbar ist in dieser Lage der enge Kontakt der jungen Leute auf Ausbildungsplatzsuche zu unseren Fachleuten aus der Berufsberatung. Um den richtigen Weg in die berufliche Zukunft einschlagen zu können, ist eine Berufsberaterin oder ein Berufsberater eine wichtige Unterstützung, um gemeinsam Strategien zu entwickelt und Möglichkeiten auszuloten. Es gibt noch Chancen auf den passenden Ausbildungsplatz und es gibt weiterhin auch Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. Es gilt jetzt, diese Chancen auch zu ergreifen, um Sicherheit zu haben, wie es nach der Schule und den Ferien weitergehen wird.“

Im Bereich der Agentur für Arbeit Duisburg waren bis Juli insgesamt 3.229 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 944 Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Von den 3.229 Bewerbern und Bewerberinnen waren zahlenmäßig 11 Personen (0,3 Prozent) weniger als im Juli 2025 gemeldet. Aktuell suchen 1.049 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.

41 Prozent der gemeldeten Bewerber bzw. Bewerberinnen bewarben sich mit dem Realschulabschluss, 24 Prozent mit dem Hauptschulabschluss und 32 Prozent mit der Fach- oder Hochschulreife auf die offenen Stellen. 49 Prozent der Jugendlichen hat die Schule im aktuellen Berufsberatungsjahr beendet, die Übrigen schon vor längerer Zeit.

Die Top 10 der Berufswünsche der Jugendlichen sind: Kaufmann/-frau - Büromanagement, Kfz-Mechatroniker - PKW-Technik, Verkäufer/in, medizinische/r Fachangestellte/r, Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Anlagenmechaniker - Sanitär-/Heiz.-Klimatechnik, Elektroniker/in für Betriebstechnik, Automobilkaufmann/-frau, Friseur/in und Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung.

Es haben sich bislang 2.180 Jugendliche bei der Berufsberatung abgemeldet. Von ihnen begannen rund 32 Prozent eine Berufsausbildung bzw. ein duales Studium. 23 Prozent der abgemeldeten Jugendlichen besuchen auch zukünftig die Schule. Weitere 2 Prozent starteten in ein Studium. 43 Prozent der Bewerber bzw. Bewerberinnen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, begannen eine Fördermaßnahme zur Berufsvorbereitung oder leisten gemeinnützige/soziale Dienste.

Die regionalen Unternehmen haben bisher 2.122 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (785 Stellen bzw. 27 Prozent weniger als vor einem Jahr). Rein rechnerisch kommen damit auf 100 Stellen 155 Bewerber bzw. Bewerberinnen. Aktuell sind 733 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Fachkraft - Lagerlogistik, Medizinische/r Fachangestellte/r und Kaufmann/-frau - Büromanagement.

Die Top 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen (inkl. der dualen Studienplätze) waren: Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau - Büromanagement, medizinische/r Fachangestellte/r, Fachkraft - Lagerlogistik, Elektroniker/in für Betriebstechnik, zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Fachwirt/in - Handel, Kaufmann - Spedition/Logistikdienstleistung und Industriemechaniker/in. 

Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Duisburg im Juli 2026 gestiegen. 36.039 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 365 Personen mehr (1,0 Prozent) als im Juni und 74 Personen bzw. 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 13,5 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 13,5 Prozent.

Die Unterbeschäftigung lag nach vorläufigen Angaben im Juli bei 41.366 Personen. Sie erhöhte sich gegenüber dem Vormonat Juni (188 Personen bzw. 0,5 Prozent) und erhöhte sich verglichen mit Juli 2025 (780 Personen bzw. 1,9 Prozent). Zur Unterbeschäftigung zählen neben den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie beispielsweise im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit Duisburg) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.637 Personen (236 Personen mehr als im Vormonat und 765 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (jobcenter Duisburg) waren 27.402 Arbeitslose registriert (129 Personen mehr als im Vormonat, aber 691 Personen weniger als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 76 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 5.357 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.676 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 5.023 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 1.381 eine Erwerbstätigkeit auf.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 702 Stellen wurden im Juli neu gemeldet (171 mehr als im Vormonat und 88 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Verarbeitendes Gewerbe. Aktuell befanden sich damit 3.326 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. 

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