Arbeitsmarktlage im Kreis Segeberg - April 2023:

Osterferien bremsen Frühjahrsbelebung

28.04.2023 | Presseinfo Nr. 34

 

April 2023

März 2023

April 2022

Arbeitslosenzahl

7.565

7.526

6.597

Arbeitslosenquote

4,9

4,8

4,2

 

Arbeitslosenzahl mit leichtem Zuwachs im April

„Die Osterferien wirken wie eine angezogene Bremse beim Auto. Der Arbeitsmarkt kam im April nicht so recht von der Stelle. Die Arbeitslosenzahl ist vorübergehend wieder leicht angestiegen. Die Frühjahrsbelebung wird aber im Mai hoffentlich wieder volle Fahrt aufnehmen“, erklärt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn, die aktuelle Entwicklung.

Dabei handelt es sich um eine durchaus übliche saisonale Entwicklung. Viele Unternehmen besetzen ihre Vakanzen erst nach der Ferienzeit. Auch meldeten sich mit 547 Personen im April mehr Menschen aus einer Beschäftigung arbeitslos als im Vormonat (467 Personen). Die Personalausschreibungen haben im April bereits etwas angezogen, erreichen aber nicht mehr das hohe Vorjahresniveau.

 

Beschäftigung nach der Corona-Krise: Hotels, Gastronomie und Reisebranchen hängen noch hinterher – Erziehung, Baugewerbe und Sicherheit sind gewachsen

Die Beschäftigung im Kreis Segeberg hat sich auch über die Zeit der Corona-Krise positiv entwickelt. So ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 2019 bis 2022 um 3,2 Prozent oder fast 3.000 Personen gestiegen. Dabei gab es durchaus unterschiedliche Entwicklungen in den Branchen. (siehe Tabelle auf Seite 2)

Bereiche, die von der Corona-Pandemie besonders betroffen waren, haben ihr Beschäftigungsdefizit nicht so schnell wieder ausgleichen können. Hotels und Gastronomie hatten zuletzt immer noch 5,6 Prozent weniger (sozialversicherungspflichtig) Beschäftigte als vor der Corona-Pandemie. Reisebüros beschäftigen sogar 16,7 Prozent weniger, wobei sich hier auch der Trend zur Online-Reisebuchung auswirken dürfte. Der Maschinenbau war mit -3,5 Prozent rückläufig und auch bei der Zeitarbeit und im Gesundheitswesen gab es Beschäftigtenverluste.

Großes prozentuales Beschäftigungswachstum gab es hingegen bei den Wachdiensten (+26,2 Prozent), im Bereich Erziehung und Unterricht (+16,7 Prozent) und im Baugewerbe (+6,7 Prozent). Auch im Einzelhandel sind mehr Menschen beschäftigt als vor der Corona-Krise.

 

Der Ausbildungsmarkt bietet noch viele Möglichkeiten für Ausbildungssuchende

Aktuell sind noch 330 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 769 unbesetzte Ausbildungsplätze im Kreis Segeberg gegenüber. Dass es bisher noch nicht bei allen geklappt hat, liegt häufig an der regionalen Verteilung, an den Wünschen der Ausbildungssuchenden oder Anforderungen der Ausbildungsplätze. Diese passen nicht immer zusammen.

„Die Bewerbungsverfahren gehen allmählich in den Endspurt. Der Ausbildungsmarkt steckt jedoch immer noch voller Chancen. Auch wer sich spontan für eine betriebliche Ausbildung entscheidet, hat in unserer Region beste Möglichkeiten. Unsere Berufsberatung berät ganz individuell wo und wie auf dem Ausbildungsmarkt noch etwas geht,“ empfiehlt Thomas Kenntemich und rät Ausbildungsinteressierten kurzfristig einen Beratungstermin unter der kostenfreien Rufnummer 0800 – 4555500 zu vereinbaren.

Unternehmen sollten jetzt nicht mehr lange auf die Wunschbewerbung warten, sondern bald ihre Entscheidungen treffen. Dies gilt auch für Ausbildungsplatzsuchende, die die gewünschte Zusage erhalten haben. „Zögern Sie bitte nicht mit der Entscheidung, eine angebotene Ausbildungsstelle beziehungsweise eine Ausbildungsbewerbung anzunehmen - es ist ein Gebot der Fairness! Je später sich Ausbildungssuchende und Betriebe entscheiden, umso schlechter sind die Chancen für die noch suchenden Jugendlichen und Unternehmen“, appelliert Thomas Kenntemich.

Für Ausbildungsplatzsuchende, Eltern, Lehrkräfte und Arbeitgeber, die mehr wissen möchten, gibt es ein breites Informations-, Beratungs- und Veranstaltungsangebot:

•           www.arbeitsagentur.de/vor-ort/elmshorn/biz-elmshorn

•           www.deine-jba.de/

•           www.arbeitsagentur.de/k/ausbildungklarmachen

Ausbildungsbetriebe können sich über die unterschiedlichen Angebote unter der kostenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 informieren.

 

 

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung 2019-2022 in ausgewählten Branchen im Kreis Segeberg

 

Branchen

Beschäftigte 2019

Beschäftigte 2022

Veränderung in Prozent

Wachdienste

420

540

+ 26,2

Erziehung und Unterricht

2.150

2.510

+ 16,7

Baugewerbe

6.540

6.980

+ 6,7

Einzelhandel

8.480

8.670

+ 2,2

alle Branchen

93.030

96.000

+ 3,2

Gesundheitswesen

5.780

5.600

- 3,1

Zeitarbeit

2.280

2.210

- 3,1

Maschinenbau

4.030

3.890

- 3,5

Gastgewerbe (Hotels und Gastronomie)

2.680

2.530

- 5,6

Reisebüros

120

100

- 16,7

 

Zahlen, Daten, Fakten

Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg

 

Beschäftigte

Mit Datenstand 30.09.2022 waren 97.187 Personen im Kreis Segeberg sozialversicherungspflichtig beschäftigt, ein Plus von 1,6 Prozent oder 1.573 Personen im Vergleich zum September 2021.

Stellen

Die Unternehmen gaben 441 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen neu zur Besetzung auf. Das sind 39 mehr als im Vormonat, jedoch 156 weniger als im April 2022.

Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 2.150 Arbeitsangebote gemeldet – 670 weniger als in den ersten vier Monaten des letzten Jahres.

Arbeitslose

Die Arbeitslosenzahl ist zum Vormonat um 39 Personen oder 0,5 Prozent gestiegen. Damit waren im April 7.565 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl um 968 Personen oder 14,7 Prozent höher.

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist von 4,8 im Vormonat auf 4,9 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr hatte sie 4,2 Prozent betragen.

Langzeitarbeitslose

Im April ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 29 Personen angewachsen. Mit 2.387 Personen liegt die Zahl dennoch um 197 niedriger als vor einem Jahr.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

(Agentur für Arbeit / Jobcenter)

Von allen Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) 2.646 Personen, das sind 18 weniger als im Vormonat. Es waren 212 Personen (+8,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet.
Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4.919 Arbeitslose registriert. Dies sind 57 Personen mehr als im März. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 756 Personen gestiegen (+18,2 Prozent).

Ukrainische Staatsangehörige

im SGBII (Jobcenter)

Beim Jobcenter Kreis Segeberg sind 1.365 erwerbsfähige, ukrainische Staatsangehörige gemeldet. Viele stehen dem Arbeitsmarkt nicht unmittelbar zur Verfügung, z.B. weil Sprachkurse oder Qualifizierungen besucht werden oder die Kinderbetreuung nicht sichergestellt ist. 619 sind als Arbeitslose registriert, 15 weniger als im Vormonat und 617 mehr als vor einem Jahr.

Unterbeschäftigung

Zu den Arbeitslosen kamen im April 2.064 weitere Menschen, die ohne Arbeit waren. 9.629 Personen befanden sich damit in Unterbeschäftigung. Die Unterbeschäftigung ist innerhalb eines Jahres um 1.467 Personen oder 18,0 Prozent gestiegen.

Info Unterbeschäftigung: Die Zahl der Unterbeschäftigten erfasst neben den Arbeitslosen beispielsweise auch Personen in Qualifizierungsmaßnahmen und Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs), Krankgeschriebene, geförderte Existenzgründer und Arbeitsuchende mit Vorruhestandsregelungen. Die aktuellen Werte sind vorläufig und hochgerechnet. Endgültige Werte zur Unterbeschäftigung stehen erst nach einer Wartezeit von drei Monaten fest.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

Aktuell besuchen 474 Menschen eine berufliche Weiterbildung, die durch die Arbeitsagentur oder das Jobcenter gefördert wird. Dies sind 62 Personen mehr als vor einem Jahr. Weitere 367 Personen nehmen an Kurzqualifizierungen oder betrieblichen Praktika teil – 88 mehr als im April 2022.

Ausbildungsmarkt

Für den Ausbildungsstart in 2023 meldeten sich im Kreis Segeberg bislang 680 Ausbil-dungsplatzbewerber/innen bei der Berufsberatung, dies sind 56 weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Von den gemeldeten Bewerbern/innen waren Mitte April noch 330 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Unternehmen haben 1.141 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung aufgegeben, 130 weniger als im Vorjahreszeitraum. Von den gemeldeten Ausbildungsstellen sind noch 769 unbesetzt, beziehungsweise die Bewerbungsverfahren noch nicht abgeschlossen.

Davon wurden im Raum Norderstedt bislang 420 Ausbildungsplätze gemeldet, 29 weniger als im Vorjahreszeitraum. 277 Stellen sind aktuell noch unbesetzt. Mit 214 Bewerbern/innen meldeten sich bislang 23 mehr als im Vorjahr. Von ihnen sind 112 bislang noch unversorgt.