Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im April

Der Essener Arbeitsmarkt im April: Arbeitslosigkeit gestiegen

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 10

„Aufgrund der unsicheren gesamtwirtschaftlichen und politischen Lage setzt auch im April keine saisonale Belebung des Essener Arbeitsmarktes ein. Mit einem Plus von 133 Personen gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen wieder leicht angestiegen. Einen Einfluss auf die Arbeitslosenquote hat der Anstieg nicht, sie liegt unverändert bei 11,4 Prozent. Dabei sind besonders Menschen ohne Ausbildung von Arbeitslosigkeit und Jobverlust betroffen, Fachkräfte haben auf dem Arbeitsmarkt deutlich bessere Chancen. Bestes Beispiel sind junge Fachkräfte unter 25 Jahren. Nur 1,2 Prozent (410 Personen) aller arbeitslosen Menschen in Essen gehört zu dieser Gruppe - viele sind ausschließlich für eine Übergangszeit arbeitslos“, erklärt Andrea Demler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Essen, zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. „Die Essener Unternehmen haben uns wieder mehr Stellen gemeldet, es sind 3.642 Arbeitsstellen im Bestand. Dennoch zögern die Unternehmen aktuell mit Einstellungen, gegenüber März konnten weniger Personen eine neue Erwerbstätigkeit aufnehmen. In unsicheren Zeiten braucht der Arbeitsmarkt Mut: für Ausbildung, für Wiedereinstieg – und Unternehmen, die beides möglich machen. Als Arbeitsagentur unterstützen wir dabei durch Förderung und Qualifizierung – ein Schlüssel, um Chancen in echte berufliche Perspektiven zu verwandeln.“

Die Arbeitslosigkeit ist in Essen im April 2026 gestiegen. 35.474 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 133 Personen mehr (0,4 Prozent) als im März und 734 Personen bzw. 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 11,4 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 11,3 Prozent.

Im April waren in Essen 3.266 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 6 mehr als im März und 24 weniger als vor einem Jahr (-0,7 Prozent). Mit 2.498 Personen entfällt das Gros auf das JobCenter (24 mehr als im März und 80 weniger zum Vorjahresmonat). 768 junge Frauen und Männer wurden von der Agentur für Arbeit betreut, das waren 18 weniger als im März und 56 mehr als im Vorjahresmonat. 

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 8.498 Personen (65 Personen mehr als im Vormonat und 694 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 26.976 Arbeitslose registriert (68 Personen mehr als im Vormonat und 40 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 76 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 802 Stellen wurden im April neu gemeldet (42 mehr als im Vormonat und 160 mehr als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, Gesundheits- und Sozialwesen, Baugewerbe, Verkehr und Lagerei. Aktuell befanden sich damit 3.642 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Der Ausbildungsmarkt: Mehr Interesse an Ausbildung, noch viele Plätze offen 

Der Agentur für Arbeit Essen wurden bis April insgesamt 3.274 Interessierte als Bewerber und Bewerberinnen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium bei der Berufsberatung gemeldet, darunter befanden sich 921 Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Von den 3.274 Bewerber*innen suchen aktuell noch 1.774 Bewerber und Bewerberinnen aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium. Alle anderen Bewerber bzw. Bewerberinnen haben sich bereits für ein Angebot entschieden oder eine andere Alternative für sich gefunden.

42 Prozent der gemeldeten Bewerber bzw. Bewerberinnen bewarben sich mit dem Realschulabschluss, 23 Prozent mit dem Hauptschulabschluss und 26 Prozent mit der Fach- oder Hochschulreife auf die offenen Stellen. 39 Prozent der Jugendlichen hat die Schule im aktuellen Berufsberatungsjahr beendet, die Übrigen schon vor längerer Zeit.

Die Top 10 Berufswünsche der Jugendlichen sind: Kaufmann/-frau Büromanagement, Kraftfahrzeugmechatroniker/in PKW-Technik, Medizinische/r Fachangestellte/r, Anlagenmechaniker/in Sanitär-/Heizungs- und Klimatechnik, Verkäufer/in, Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung, Friseur/in, Fachinformatiker/in Systemintegration und Kaufmann/-frau im Einzelhandel.

Die regionalen Unternehmen haben bisher 2.249 Ausbildungs- und duale Studienplätze gemeldet (40 Stellen bzw. 1,7 Prozent weniger als vor einem Jahr). Aufgrund prozessualer Umstellungen kam es zu einer Untererfassung in der statistischen Abbildung gemeldeter Ausbildungsstellen. Eine Korrektur der Daten erfolgt bis voraussichtlich Juni/Juli. Aktuell sind 1.355 Ausbildungs- und duale Studienplätze frei, vor allem in den Berufen Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Verwaltungsfachangestellte/r Kommunalverwaltung und Kaufmann/-frau Büromanagement.

Die Top 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen (inkl. der dualen Studienplätze) waren: Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Kaufmann/-frau Büromanagement, Medizinische/r Fachangestellte/r, Kaufmann/-frau Groß/Außenhandelsmanagement Großhandel, Fachkraft Lagerlogistik, Elektroniker/in- Energie-/Gebäudetechnik, Verwaltungsfachangestellte Kommunalverwaltung und Industriemechaniker/in.

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