Jahresbilanz 2025: Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg zeigt sich robust trotz konjunktureller Eintrübung
Der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg hat sich im Jahr 2025 unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt stabil gezeigt. Im Jahresdurchschnitt waren 15.727 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 709 Personen oder 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2024. Gegenüber 2023 beträgt der Anstieg 1.532 Personen.
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,1 Prozent. Damit bewegt sich der Agenturbezirk leicht über dem Landeswert von Schleswig-Holstein, der im Jahresdurchschnitt 5,9 Prozent betrug.
Auch die Unterbeschäftigung, die neben den registrierten Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen umfasst, ist im Jahresvergleich gestiegen. Im Jahresdurchschnitt zählten 440 Personen mehr zur Unterbeschäftigung als im Vorjahr.
Im Rechtskreis SGB II waren im Jahresdurchschnitt 9.700 Menschen arbeitslos gemeldet. Der Anteil der Arbeitslosen im SGB II an allen Arbeitslosen lag bei 61,7 Prozent. Die rechtskreisanteilige Arbeitslosenquote im SGB II betrug 3,8 Prozent und lag damit auf dem Niveau des Landes Schleswig-Holstein.
Im Rechtskreis SGB III waren im Jahresdurchschnitt 6.027 Personen arbeitslos gemeldet. Hier zeigte sich eine stärkere konjunkturelle Dynamik, die insbesondere im zweiten Halbjahr zu einem Anstieg der Bestände führte.
Der Stellenmarkt entwickelte sich im Jahresverlauf rückläufig. Der durchschnittliche Bestand an gemeldeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen sank von 3.410 im Jahr 2024 auf 3.251 im Jahr 2025. Damit verringerte sich der Stellenbestand innerhalb eines Jahres um rund 159 Stellen. Seit 2022 ist ein Rückgang um insgesamt 637 Stellen zu verzeichnen.
Zitat:
„Die wirtschaftliche Abkühlung hat sich 2025 deutlich im Stellenbestand niedergeschlagen. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in vielen Branchen hoch“, erklärt Karsten Bunk, Chef der Agentur für Arbeit Flensburg. „Unser Fokus liegt darauf, Betriebe bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen und Arbeit-suchende gezielt zu qualifizieren.“
Die Wirtschaftsstruktur im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg ist stark mittel-ständisch und dienstleistungsorientiert geprägt. Nur 20,6 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Großbetrieben. Umgekehrt bedeutet dies, dass rund vier von fünf Beschäftigten in kleinen und mittleren Unternehmen tätig sind. Die wirtschaftliche Stabilität der Region wird damit maßgeblich vom Mittelstand getragen.
Zugleich zeigt die Branchenstruktur eine klare Schwerpunktsetzung im Dienstleistungsbereich. Beschäftigungsstärkste Wirtschaftsbereiche sind das Gesundheits- und Sozialwesen, der Handel, wirtschaftliche Dienstleistungen sowie die öffentliche Verwaltung und das Gastgewerbe. Das verarbeitende Gewerbe ist vertreten, prägt den Arbeitsmarkt jedoch nicht dominierend. Damit basiert die Beschäftigungsentwicklung im Agenturbezirk vor allem auf regional verankerten Dienstleistungs- und Versorgungsstrukturen.
Die Beschäftigungsquote der 15- bis unter 65-Jährigen beträgt 62,2 Prozent.
Trotz steigender Arbeitslosenzahlen zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Flensburg insgesamt tragfähig.
Zitat:„Wir sehen keinen Einbruch, sondern eine konjunkturelle Delle“, so Karsten Bunk weiter. „Die Beschäftigung bleibt auf stabilem Niveau, und mit gezielter Qualifizierung und enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen schaffen wir gute Voraussetzungen für eine positive Entwicklung im Jahr 2026.“
Für das kommende Jahr rechnet die Agentur mit einer leichten Stabilisierung, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern. Die Sicherung von Fachkräften, die Unterstützung von Unternehmen sowie die nachhaltige Integration von Arbeitsuchenden bleiben zentrale Handlungsfelder.