Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main ist im Dezember wieder etwas angestiegen. Insgesamt waren 30.622 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 365 Menschen mehr als im November (+1,2 Prozent) und 2.127 mehr als vor einem Jahr (+7,5 Prozent). In den drei Vormonaten war die Arbeitslosenzahl jeweils etwas zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt zeigt sich für das Jahr 2025 insgesamt ein Anstieg gegenüber 2024 und 2023.
Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 6,5 Prozent gelegen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit seit dem Vormonat zeigt sich mit Ausnahme der unter 25-Jährigen bei allen Personengruppen.
Im Vergleich zum Vorjahr sind ausnahmslos alle Personengruppen von der Zunahme betroffen. Der stärkste prozentuale Anstieg zeigt sich mit einem Plus von 13,4 Prozent (oder +1.199 Personen) bei von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen.
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im Dezember 33,2 Prozent - insgesamt 10.178 Menschen - bereits ein Jahr oder länger keine Beschäftigung.
„Frankfurt zeigt 2025 zwei Seiten: mehr Arbeitslosigkeit, aber gleichzeitig den stärksten Beschäftigungszuwachs in Hessen,“ so Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Das ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck eines tiefgreifenden Strukturwandels. Bereits seit Januar bewegt sich die Arbeitslosenzahl über der 30.000er Marke, während die Jahresdurchschnittswerte in den vorangegangenen Jahren noch unterhalb dieser Grenze lagen. Auch an der anhaltenden, teilweise auch zunehmenden Zurückhaltung vieler Unternehmen bei der Neueinstellung von Personal hat sich leider nichts geändert. Dennoch konnte die Beschäftigung mit einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen. Unsere Aufgabe wird sein, Arbeitslose schneller in die neu entstehenden Beschäftigungsfelder zu bringen – das ist der entscheidende Hebel für 2026.“
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
35,9 Prozent aller in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen (insgesamt 10.998), zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 24 Menschen mehr als im November (+0,2 Prozent) und 1.011 mehr (+10,1 Prozent) als zum Vorjahresende.
64,1 Prozent (insgesamt 19.624 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld) zugeordnet und werden von dem Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 341 Personen mehr (+1,8 Prozent) als im Vormonat und 1.116 mehr als im Dezember 2024 (+6,0 Prozent).
Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes finanzielle Unterstützung des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist seit November etwas angestiegen (+0,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren hingegen weiterhin etwas weniger Haushalte auf finanzielle Hilfen angewiesen (-1,0 Prozent).
„Das jetzt abgeschlossene Jahr hat gezeigt, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt besonders für Menschen ohne ausreichende berufliche Qualifizierung und zunehmend auch für qualifizierte Arbeitsuchende verschärft hat,“ ergänztUlli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Insgesamt haben Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit im Jahresverlauf zugenommen. Dennoch konnten wir mit einer Optimierung unserer Förderangebote 2,6 Prozent mehr Menschen in Arbeit integrieren als im Vorjahr. Insgesamt sprechen wir von etwa 5.450 Menschen, die den Sprung in den Arbeitsmarkt wieder geschafft haben. Ein erheblicher Teil davon entfiel auf Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, darunter unter anderem ukrainische, afghanische und syrische Staatsbürgerinnen und -bürger.“
Stärkster Beschäftigungsanstieg in Hessen
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Frankfurt am Main ist gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen. Am Stichtag 30. Juni 2025 wurden 651.125 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das waren 8.759 Menschen mehr (+1,4 Prozent) als im Juni 2024. Damit zeigt sich in Frankfurt am Main der mit Abstand höchste Beschäftigungsanstieg in ganz Hessen.
Rund 11 Prozent weniger Stellen als im Jahr 2024
Im Dezember haben Unternehmen und Betriebe 1.517 neue offene Stellen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main gemeldet. Das sind etwas mehr als im November (+5,8 Prozent) aber etwas weniger als vor einem Jahr (-1,9 Prozent).
Insgesamt lag der Stellenzugang im Jahr 2025 mit insgesamt 18.733 gemeldeten Stellen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-2.336 Stellen oder -11,1 Prozent).
Der Stellenbestand ist mit 7.256 Arbeitsstellen etwas höher als im Vormonat (+2,7 Prozent) und ebenfalls niedriger als im Vorjahr (-12,8 Prozent).
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell für Berufe im Verkauf, für Berufe in der Lagerwirtschaft und für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung.
Die höchsten Stellenzugänge im Dezember gab es für Berufe im Verkauf, für Berufe im technischen Luftverkehrsbetrieb, für Servicefachkräfte im Luftverkehr sowie für Berufe in der Lagerwirtschaft.