Frankfurter Arbeitsmarkt: Leichte Entspannung ohne erkennbare Trendwende

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main hat sich im Februar nicht fortgesetzt. Die Arbeitslosenquote ging leicht auf 7,1 Prozent zurück. Unternehmen meldeten wieder mehr freie Stellen als im Januar.   

27.02.2026 | Presseinfo Nr. 15

Die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main ist im Februar im Gegensatz zu den zwei vorangegangenen Jahren etwas zurückgegangen. Insgesamt waren im Februar 31.775 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet. Das sind 272 Menschen weniger als im Januar (-0,8 Prozent) und 1.046 Menschen mehr als im Februar 2025 (+3,4 Prozent).   
Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie bei 7,0 Prozent.   

Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Januar zeigt sich nicht bei allen Personengruppen: Während etwas weniger Frauen, ab 50-Jährige und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit gezählt wurden, gab es bei den unter 25-Jährigen, bei Männern und bei von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen leichte Anstiege.
Im Vergleich zum Vorjahr waren weiterhin in allen Personengruppen mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Die stärksten prozentualen Anstiege gegenüber Februar 2025 gab es mit einem Plus von 9,8 Prozent (+219 Personen) bei den jungen Menschen, gefolgt von der Gruppe der Langzeitarbeitslosen (+8,6 Prozent oder +830 Menschen). Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im Februar 33,1 Prozent - insgesamt 10.509 Menschen - bereits ein Jahr oder länger keine Beschäftigung.     

„Die aktuellen Zahlen liefern keinen klaren Trend, wohl aber eine heterogene Momentaufnahme“, so die Einordnung von Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Mit leicht gesunkener Arbeitslosigkeit und einer leichten, saisonal üblichen Bewegungszunahme auf dem Stellenmarkt, leitet der Februar keinen Umschwung ein, sondern steht für die strukturelle Übergangsphase, in der sich unser Arbeitsmarkt befindet. Konjunkturelle Impulse bleiben verhalten, während sich der Fachkräftebedarf langfristig steigern wird. Entscheidend ist und bleibt daher die strategische Ausrichtung auf Qualifizierung und Vermittlung. Als international geprägter Wirtschaftsstandort reagiert Frankfurt sensibel auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, verfügt aber über eine stabile Basis. Entscheidend bleibt, vorhandene Potenziale konsequent zu aktivieren, zu fördern und gleichzeitig internationale Potenziale für unsere Region zu gewinnen. So sichern wir nachhaltige Beschäftigungsperspektiven und erhalten die Stärke unseres Wirtschaftsraums.“ 

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
36,9 Prozent aller in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen (insgesamt 11.729), zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 194 Menschen weniger als zu Jahresbeginn (-1,6 Prozent) und 673 mehr (+6,1 Prozent) als im Februar 2025.
63,1 Prozent (insgesamt 20.046 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld) zugeordnet und werden vom Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Dies sind 78 Personen weniger (-0,4 Prozent) als im Vormonat und 373 mehr als vor einem Jahr (+1,9 Prozent). 
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes die finanzielle Unterstützung des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen verharrt mit insgesamt 31.917 auf dem Niveau des Vormonats (+5 Bedarfsgemeinschaften oder +0,0 Prozent), ist aber niedriger als vor einem Jahr (-549 Bedarfsgemeinschaften oder -1,7 Prozent). 

„Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen weiterhin, wie wichtig kontinuierliche Weiterbildung ist.“, betont Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Der Arbeitsmarkt verändert sich, insbesondere durch Digitalisierung und strukturellen Wandel. Wer seine Qualifikationen erweitert, kann seine Chancen deutlich verbessern. Wir unterstützen sowohl Unternehmen als auch Arbeitssuchende aktiv bei diesem Prozess und haben schon jetzt zu Jahresbeginn unsere Eintritte in Qualifizierungsmaßnahmen deutlich erhöht. Ebenfalls erfreulich ist, dass wir im Januar die Anzahl der Abmeldungen in Beschäftigung um 161 auf 551 zum Vorjahr steigern konnten.“

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Frankfurt bleibt hoch 
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main ist im Vergleich zum Vorjahr weiter angestiegen. Am Stichtag 31. August 2025 wurden 648.666 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 5.165 Menschen mehr (+0,8 Prozent) als im August 2024. Damit zeigt sich in Frankfurt am Main weiterhin der höchste Beschäftigungsanstieg in ganz Hessen.

Mehr Stellen als im Januar, weiterhin weniger als vor einem Jahr 
1.713 offene Arbeitsstellen wurden der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main im Februar gemeldet. Das sind deutlich mehr als im Januar (384 Stellen oder +28,9 Prozent) und weniger als vor einem Jahr (-158 Stellen oder -8,4 Prozent). 
Insgesamt sind 7.296 Stellen gemeldet 172 mehr als im Januar (+2,4 Prozent) und 1.439 weniger (-16,5 Prozent) als im Februar 2025. 
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Berufe im Verkauf, für Berufe in der Lagerwirtschaft sowie für Berufe im Objekt-, Werte- und Personenschutz.    
Die höchsten Stellenzugänge kamen im Februar aus Berufen im technischen Luftverkehrsbetrieb, Berufen im Verkauf und Berufen in der Lagerwirtschaft.