„Mit den aktuellen Entwicklungen können wir nicht zufrieden sein“

Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main ist im März leicht zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl weiterhin höher: Die prozentual höchsten Anstiege gibt es bei jungen Menschen und von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen. Die Beschäftigung ist weiter angestiegen.  

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 25

Die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main ist im März den zweiten Monat in Folge wieder etwas zurückgegangen. Insgesamt waren im März 31.391 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet. Das sind 384 Personen weniger als im Februar (-1,2 Prozent) und 715 mehr (+2,3 Prozent) als vor einem Jahr.  
Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent zurück. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 7,0 Prozent.   

Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit seit Februar zeigt sich bei allen Personengruppen.   
Gegenüber dem Vorjahr hat es bei allen Personengruppen einen Anstieg der Arbeitslosenzahl gegeben. Die stärksten prozentualen Anstiege gegenüber März 2025 gab es mit einem Plus von 9,0 Prozent (+196 Personen) bei den jungen Menschen, gefolgt von der Gruppe der Langzeitarbeitslosen (+7,0 Prozent oder +687 Menschen). 
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im März 33,4 Prozent - insgesamt 10.474 Menschen - bereits ein Jahr oder länger keine Beschäftigung.     

„Der Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main steht in einem strukturellen Spannungsfeld“, sagt Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Obwohl viele Betriebe ihren Fachkräftebedarf nicht decken können, hat sich die Zurückhaltung bei der Besetzung von Arbeits- und Ausbildungsstellen tendenziell verstärkt. Besonders bei jungen Menschen und von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen zeigen sich die prozentual höchsten Anstiege in Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr. Deshalb können wir mit der aktuellen Entwicklung nicht zufrieden sein. Obwohl sich wieder mehr junge Menschen für eine Ausbildung interessieren, ist auch die Zahl derer gewachsen, die wegen kurzfristiger finanzieller Anreize Beschäftigungen ohne Berufsabschluss nachgehen. Damit steigt die Gefahr, dass ein erhebliches Fachkräftepotenzial ungenutzt bleibt und sich individuelle Beschäftigungschancen langfristig verschlechtern.“

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
36,9 Prozent aller in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen, insgesamt 11.584, zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 145 Menschen weniger als im Vormonat (-1,2 Prozent) und 646 Personen mehr (+5,9 Prozent) als im Vorjahr.
63,1 Prozent (insgesamt 19.807 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld bzw. ab Juli 2026 Grundsicherungsgeld) zugeordnet und werden vom Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 239 Menschen weniger (-1,2 Prozent) als im Februar und 69 mehr als vor einem Jahr (+0,3 Prozent). 
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes finanzielle Leistungen des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist zurückgegangen. Insgesamt wurden in der Stadt Frankfurt im März 31.925 Bedarfsgemeinschaften gezählt. Das sind etwas weniger als im Februar (-104 oder -0,3 Prozent) und 682 weniger als vor einem Jahr (-2,1 Prozent).

„Insgesamt zeigt sich ein differenziertes Bild: Während wieder mehr Menschen den Schritt in Beschäftigung schafften als im Vorjahr, steigen die Herausforderungen bei der Langzeitarbeitslosigkeit“, erklärt Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Besonders bei jungen Menschen beobachten wir eine Entwicklung, die wir sehr ernst nehmen. Deshalb investieren wir gezielt in frühzeitige Unterstützung und Prävention. Dies ist notwendig, um langfristig stabile Erwerbsbiografien zu fördern. Das stärkt nicht nur die individuelle Perspektive der Menschen, sondern auch den regionalen Arbeitsmarkt.“ 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter angestiegen 
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main ist seit dem Vorjahr weiter angestiegen. Am Stichtag 30. September 2025 wurden 652.141 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 5.805 Menschen mehr (+0,9 Prozent) als im September 2024. Damit verzeichnet Frankfurt am Main weiterhin den höchsten Beschäftigungsanstieg in Hessen.

Mehr Stellenzugänge als im Vorjahr 
Im März wurden der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 1.717 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das sind in etwa so viele wie im Februar (+0,2 Prozent) und mehr als vor einem Jahr (+7,7 Prozent). In den Vorjahren waren die Stellenzugänge im März rückläufig. Die positive Entwicklung sowohl bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten als auch bei den Stellenzugängen unterstreicht, dass sich der Frankfurter Arbeitsmarkt trotz des aktuellen Spannungsfeldes stabil zeigt und wächst. Zugleich spiegelt sich diese Dynamik nicht unmittelbar in einem Rückgang der Arbeitslosigkeit wider, da insbesondere strukturelle Herausforderungen - etwa bei Langzeitarbeitslosen - sowie regionale Effekte und Pendlerbewegungen die Entwicklung beeinflussen.

Insgesamt sind 7.422 offene Stellen im Bestand. Das sind mehr als im Februar (+1,7 Prozent) und deutlich weniger als vor einem Jahr (-15,9 Prozent).   
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Berufe in der Lagerwirtschaft, für Berufe im Objekt-, Werte- und Personenschutz sowie für Berufe im Verkauf.     
Die höchsten Stellenzugänge im März kamen aus Berufen in der Lagerwirtschaft, Berufen im Objekt-, Werte- und Personenschutz und Berufen im Verkauf.