Keine spürbare Frühjahrsbelebung, Frankfurts Arbeitsmarkt wird selektiver

Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main ist im April in einem saisonüblichen Rahmen angestiegen. Unternehmen meldeten weniger neue Stellen als im März und als vor einem Jahr. Die Beschäftigung ist weiterhin hoch. 

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 31

Nachdem die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main zwei Monate in Folge etwas zurückging, ist Sie im ersten Monat des 2. Jahresquartals wieder angestiegen. Insgesamt waren im April 32.030 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet. Das sind 639 Personen mehr als im März (+2,0 Prozent) und 1.059 mehr (+3,4 Prozent) als im April 2025.  
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls wie im Vormonat bei 7,0 Prozent.   

Der Anstieg der Arbeitslosenzahl zu Beginn des neuen Quartals zeigt sich bei allen Personengruppen.   
Auch im Vorjahresvergleich bildet sich der Anstieg bei allen Personengruppen ab. Prozentual am stärksten zeigt er sich bei den unter 25-Jährigen (+8,2 Prozent, das sind 182 junge Menschen mehr), bei von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen (+7,8 Prozent, das sind 772 Menschen mehr) und den ab 55-Jährigen (+5,9 Prozent, das sind 379 ältere Menschen mehr). 
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im April 33,3 Prozent, das sind 10.680 Menschen, bereits ein Jahr oder länger keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt.     

„Der Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main hat im Zuge der sonst üblichen Frühjahrsbelebung bislang nicht nennenswert an Dynamik zugelegt“, erklärt Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Die Entwicklung der Arbeitslosenzahl bewegt sich in einem saisonüblichen Rahmen, die Einstellungszurückhaltung vieler Unternehmen hält an. Die Beschäftigung in der Stadt zeigt weiterhin einen Aufwärtstrend. Entscheidend ist jedoch nicht allein, ob Beschäftigung entsteht, sondern für wen sie erreichbar ist. Hier zeigt sich, dass zunehmend selektiver vorgegangen wird, höhere Anforderungen an Qualifikation und Passgenauigkeit gestellt werden. Diese Entwicklung bestärkt uns darin, Qualifizierung und Weiterbildung als zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument noch stärker zu nutzen und zu bewerben. Hierfür möchten wir den Bildungspunkt als zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um diese Themen noch bekannter machen und weiter etablieren.“   

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
37,4 Prozent der in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen, insgesamt 11.964, zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 380 Menschen mehr als im März (+3,3 Prozent) und 917 Personen mehr (+8,3 Prozent) als im März 2025.
62,6 Prozent (insgesamt 20.066 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld bzw. ab Juli 2026 Grundsicherungsgeld) zugeordnet und werden durch das Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 259 Menschen mehr (+1,3 Prozent) als im März und 142 mehr als vor einem Jahr (+0,7 Prozent). 
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, das sind Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur finanziellen Sicherung ihres Lebensunterhaltes auf Leistungen des Jobcenters Frankfurt am Main angewiesen sind, ist im Vormonatsvergleich angestiegen (+0,7 Prozent), liegt aber weiterhin unter dem Wert des Vorjahresmonats (-1,1 Prozent). Insgesamt wurden in Frankfurt im April 32.239 Bedarfsgemeinschaften gezählt. 

„Eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt misst sich nicht ausschließlich an einem schnellen Übergang von Arbeitslosigkeit in Beschäftigung, sondern vielmehr an der Stabilität des Ergebnisses“, betont Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main.„Entscheidend ist, Menschen so zu unterstützen, dass aus Leistungsbezug verlässliche Teilhabe und tragfähige Beschäftigung entstehen kann. Dies zeigt sich auch in der Grundsicherung: Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist im Vorjahresvergleich um 350 Haushalte und Familien zurückgegangen. Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten hat sich zum Vorjahr um 1,5 Prozent, das sind 637 Menschen, auf 43.186 verringert.“ 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterhin hoch 
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main ist weiter angestiegen. Am Stichtag 31. Oktober 2025 wurden 652.981 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 4.359 Menschen mehr (+0,7 Prozent) als im Oktober 2025.

Weniger Stellenmeldungen von Seiten der Unternehmen 
Im April wurden der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 1.341 offene Arbeitsstellen gemeldet. Das sind weniger als im März (-376) und auch weniger als vor einem Jahr (-285). 
Seit Jahresbeginn meldeten Unternehmen 6.100 neue, freie Stellen bei der Frankfurter Arbeitsagentur. Das sind 506 Stellen weniger (-7,7 Prozent) als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.  
Der Stellenbestand belief sich im April auf rund 7.300.
Die meisten freien Stellen gibt es aktuell für Berufe in der Lagerwirtschaft, für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie für Berufe im Verkauf.     
Die höchsten Stellenzugänge im April kamen aus Berufen im Gastronomieservice, Berufen in der Lagerwirtschaft und Berufen in der Kinderbetreuung und -erziehung. 

Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis April 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 3.178 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren deutlich mehr (+478 oder +17,7 Prozent) als im April 2025. 
Im gleichen Zeitraum wurden 2.353 gemeldete offene Ausbildungsstellen gezählt. Das sind weniger, als vor einem Jahr (-754 oder -24,3 Prozent). 
Aktuell waren 2.062 Ausbildungsinteressierte noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 1.199 gezählte Ausbildungsstellen waren noch frei. 

Hinweis: Aufgrund von veränderten Prozessen bei der Erfassung von Ausbildungsstellen, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell unterzeichnet. 
Durch eine Vereinfachung des Prozesses, um eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmen zu erreichen, können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung aufgenommen werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden. Dies wird im Sommer abgeschlossen sein.