Nach einem Anstieg zu Beginn des 2. Jahresquartals ist die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main im Mai wieder etwas zurückgegangen. Insgesamt waren im Mai 31.592 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet. Das sind 438 Personen weniger als im April (-1,4 Prozent) und noch 692 mehr (+2,2 Prozent) als im Mai 2025.
Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 6,9 Prozent gelegen.
Ein Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat ist bei fast allen Personengruppen sichtbar und ist bei den unter 25-Jährigen (+136 oder +6,1 Prozent) und von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen (+596 Menschen oder +6,0 Prozent) prozentual am stärksten ausgeprägt. Einzig bei der Gruppe ohne deutschen Pass ist kein Anstieg sichtbar (-28 Menschen oder -0,2 Prozent gegenüber Mai 2025).
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen hatten im Mai 33,4 Prozent, das sind 10.550 Menschen, bereits ein Jahr oder länger keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt.
„Der Frankfurter Arbeitsmarkt ist kein Markt ohne Chancen – aber die Eintrittshürden sind höher geworden“, sagt Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Die entscheidende, aktuelle Frage ist nicht, ob es Beschäftigung gibt, sondern wer direkten Zugang dazu findet. Wir erleben in der Praxis, dass beruflicher Einstieg und Wechsel anspruchsvoller geworden sind. Auch gut qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber stehen vor der Herausforderung, dass gute Abschlüsse, Fachwissen und Engagement nicht mehr ausreichen. In einem angespannten Arbeits- und Fachkräftemarkt, der von einem sinkenden Stellenangebot bei gleichzeitigem Personalbedarf bestimmt wird, lohnt sich für Unternehmen ein kritischer Blick auf die eigenen Prozesse bei der Personalauswahl und das eigene Angebot an Ausbildungsstellen. Potenziale zeigen sich nicht immer auf den ersten Blick oder in standardisierten, starren Abläufen. Der persönliche Eindruck, individuelle Stärken und Motivation zeigen sich häufig erst im direkten Austausch. Besonders die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte im Betrieb fördert die Bindung zukunftsfähigen Know-hows. Genau dabei begleiten wir mit Beratung, Coaching und Qualifizierung.“
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
37,5 Prozent aller in der Stadt Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen, das sind insgesamt 11.843 Personen, zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 121 Menschen weniger als im April (-1,0 Prozent) und 961 Personen mehr (+8,8 Prozent) als im Vorjahr.
62,5 Prozent (insgesamt 19.749 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (Bürgergeld bzw. ab Juli 2026 Grundsicherungsgeld) zugeordnet und werden durch das Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 317 Menschen weniger als im Vormonat (-1,6 Prozent) und 269 weniger als vor einem Jahr (-1,3 Prozent).
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, das sind Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes auf finanzielle Unterstützungsleistungen des Jobcenters Frankfurt am Main angewiesen sind, ist im Vormonatsvergleich etwas angestiegen (+0,3 Prozent), liegt aber nach wie vor unter dem Wert des Vorjahresmonats (-0,6 Prozent). Insgesamt wurden in der Stadt Frankfurt am Main im Mai 32.366 Bedarfsgemeinschaften gezählt.
„Die Entwicklung auf dem Frankfurter Arbeitsmarkt ergibt kein einheitliches Bild“, erläutert Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Einerseits sinkt die Zahl der Menschen im Leistungsbezug, was in der aktuellen wirtschaftlichen Lage durchaus ein positives Signal ist. Andererseits sehen wir, dass die Unterstützung für die verbleibenden Kundinnen und Kunden weiter intensiviert werden muss. Unser Fokus liegt deshalb darauf, Menschen mit höherem Unterstützungsbedarf gezielt auf ihrem Weg in Beschäftigung zu begleiten.“
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bleibt hoch
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main ist im Vergleich zum Vorjahresmonat angestiegen. Am Stichtag 30. November 2025 wurden 652.737 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 4.209 Menschen mehr (+0,6 Prozent) als im November 2024.
Insgesamt weiterhin weniger Stellenzugänge als 2025
Im Mai meldeten die ansässigen Unternehmen 1.458 offene Arbeitsstellen an die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Das sind etwas mehr als im April (+117) aber auch etwas weniger als im Mai 2025 (-56 Stellen).
Die höchsten Stellenzugänge im Mai kamen aus Berufen in der Informatik, Berufen in der Lagerwirtschaft, Berufen in der Kinderbetreuung und -erziehung sowie Berufen im Verkauf.
Bei Betrachtung des Gesamtzugangs seit Jahresbeginn von 7.558 gemeldeten Arbeitsstellen zeigt sich, dass von Januar bis einschließlich Mai 2026 insgesamt 562 Arbeitsstellen weniger eingingen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-6,9 Prozent).
Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis Mai 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 3.433 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren deutlich mehr als im Mai 2025 (+475 oder +16,1 Prozent).
Im gleichen Zeitraum wurden 2.431 gemeldete offene Ausbildungsstellen gezählt. Das sind weniger als vor einem Jahr (-748 oder -23,5 Prozent).
Aktuell waren 2.065 Ausbildungsinteressierte noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 1.006 gezählte Ausbildungsstellen waren noch frei.
Hinweis: Aufgrund von veränderten Prozessen bei der Erfassung von Ausbildungsstellen, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell unterzeichnet.
Durch eine Vereinfachung des Prozesses, um eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmen zu erreichen, können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung aufgenommen werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden. Dies wird im Sommer abgeschlossen sein.