Die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main ist im Juni nochmals leicht zurückgegangen. Insgesamt waren 31.352 Menschen in der Stadt arbeitslos gemeldet, 240 weniger als im Mai (-0,8 Prozent) und 556 mehr (+1,8 Prozent) als vor einem Jahr.
Die Arbeitslosenquote blieb wie im Vormonat bei 7,0 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 6,9 Prozent gelegen.
Der leichte Rückgang der Arbeitslosigkeit gegenüber Mai ist, mit Ausnahme der unter 25-Jährigen und der von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen, bei allen Personengruppen sichtbar.
Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vorjahr ist lediglich bei Menschen ohne deutschen Pass ausgeblieben (-0,7 Prozent). Den höchsten prozentualen Anstieg von +5,7 Prozent gab es bei den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen.
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen haben im Juni 33,7 Prozent und somit insgesamt 10.553 Menschen bereits ein Jahr oder länger keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt.
„Im ersten Halbjahr des Jahres hat sich zunehmend herauskristallisiert, dass Übergänge in Beschäftigung immer mehr Zeit in Anspruch nehmen“, erörtert Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Das bedeutet, dass der Frankfurter Arbeitsmarkt zwar durchaus Chancen bietet, die Einstellungskriterien aber anspruchsvoller geworden sind. Das gilt zunehmend auch für akademische Berufe. Besonders Young Professionals, die wenig oder noch keine Berufserfahrungen mitbringen, stehen bei ihrem Berufseinstieg vor spürbar höheren Hürden. Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit immer noch deutlich niedriger als bei anderen Qualifikationsgruppen. Berufseinstieg und Rückkehr in Beschäftigung verlaufen jedoch weit weniger geradlinig als noch vor wenigen Jahren. Das zeigt sich auch an dem Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. Umso wichtiger ist und bleibt es, bei allen von Arbeitslosigkeit Betroffenen individuelle Perspektiven herauszuarbeiten und vorhandene Potenziale gezielt mit den konkreten Anforderungen des Arbeitsmarktes zusammenzubringen.“
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
37,7 Prozent der in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen, insgesamt 11.807 Personen, zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 36 Menschen weniger als im Mai (-0,3 Prozent) und 929 Personen mehr (+8,5 Prozent) als im Juni 2025.
62,3 Prozent, insgesamt 19.545 Menschen, werden dem Rechtkreis SGB II (ab 1. Juli 2026 Grundsicherung für Arbeitsuchende) zugeordnet, der durch das Jobcenter Frankfurt am Main betreut wird. Das sind 204 Menschen weniger als im Vormonat (-1,0 Prozent) und auch 373 weniger als vor einem Jahr (-1,9 Prozent).
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also Haushalten, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes finanzielle Unterstützungsleistungen des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist im Vormonatsvergleich etwas angestiegen (+0,1 Prozent), liegt aber weiterhin konstant unter dem Wert des Vorjahres (-0,5 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Frankfurt am Main im Juni 32.281 Bedarfsgemeinschaften erfasst.
„Mit den bevorstehenden gesetzlichen Änderungen ab 1. Juli 2026 werden Vermittlung, Mitwirkung und eine verbindliche Zusammenarbeit noch stärker in den Fokus gestellt“, sagt Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Viele dieser Ansätze sind bereits Teil unserer täglichen Arbeit. Das spiegelt sich auch in der gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufigen Zahl an Arbeitslosen in der Grundsicherung. Auch die Integrationen in Beschäftigung sind im Jahresdurchschnitt um rund 3 Prozent gestiegen. Daran wollen wir anknüpfen. Deshalb ist und bleibt es unser Anspruch, die Situation jedes einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen. Nachhaltige Integration kann nur gelingen, wenn Verbindlichkeit und individuelle Unterstützung ineinandergreifen.“
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung konstant hoch
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main ist höher als im Vorjahresmonat. Am Stichtag 31. Dezember 2025 wurden 648.536 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 1.830 Menschen mehr (+0,3 Prozent) als im Dezember 2024.
Betriebe bei Stellenmeldungen weiterhin zurückhaltend
Im Juni meldeten die ansässigen Unternehmen 1.422 offene Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. Das sind etwas weniger als im Mai (-36) und etwas mehr als im Juni 2025 (+56 Stellen).
Die höchsten Stellenzugänge im Juni gab es für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Berufe im Verkauf, für Bankkaufleute sowie für Berufe in der Elektrotechnik.
Der Gesamtzugang an offenen Stellen seit Jahresbeginn lag mit insgesamt 8.980 Stellenmeldungen im ersten Halbjahr des Jahres 2026 um -5,3 Prozent (-506 Stellen) unter dem Niveau des Vorjahres.
Aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis Juni 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 3.618 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren deutlich mehr als im Juni 2025 (+447 oder +14,1 Prozent).
Im gleichen Zeitraum wurden 2.493 gemeldete offene Ausbildungsstellen gezählt. Das sind weniger als vor einem Jahr (-787 oder -24,0 Prozent).
Aktuell waren 2.038 Ausbildungsinteressierte noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 906 gezählte Ausbildungsstellen waren noch frei.
Hinweis: Aufgrund von veränderten Prozessen bei der Erfassung von Ausbildungsstellen, ist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen aktuell noch unterzeichnet.
Durch eine Vereinfachung des Prozesses, um eine Reduzierung des bürokratischen Aufwands für Unternehmen zu erreichen, können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung aufgenommen werden. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden. Dies wird voraussichtlich im Juli abgeschlossen sein.