Die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main ist im Juli saisonbedingt gestiegen. Insgesamt waren 32.453 Menschen arbeitslos gemeldet, 1.101 mehr als im Juni (+3,5 Prozent) und 1.035 mehr als vor einem Jahr (+3,3 Prozent).
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Im Juli 2025 lag sie bei 7,0 Prozent.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im ersten Monat des dritten Jahresquartals zieht sich sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich durch alle Personengruppen.
Die höchsten prozentualen Anstiege im Vergleich zu Juli 2025 gab es bei den 15 bis unter 25-Jährigen (+7,8 Prozent) und den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen (+5,9 Prozent).
Der Anstieg bei den unter 25-Jährigen ist saisonbedingt und geht vor allem auf Schulabgängerinnen und Schulabgänger zurück, die sich nach dem Ende ihrer Schulzeit bei der Agentur für Arbeit auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz melden.
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen haben im Juli 33,2 Prozent, das sind 10.780 Menschen, bereits ein Jahr oder länger keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt.
„Saisonale Effekte durch die Ferienzeit und der Start ins dritte Jahresquartal prägen die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt Björn Krienke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Die Sommermonate sind deshalb kein Gradmesser für den weiteren Verlauf des Arbeitsmarktjahres. Jetzt zählt, was nach dem Sommer passiert, wie sich politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gestalten und sich die Entwicklung fortsetzt. Wir befinden uns in einer heißen Phase auf dem Ausbildungsmarkt. Noch immer suchen potenzielle Nachwuchskräfte einen Ausbildungsplatz. Viele möchten möglichst noch in diesem Jahr in das Berufsleben einsteigen. Aktuell gibt es wieder mehr junge Menschen, die sich für eine Ausbildung interessieren, während das Angebot an gemeldeten Ausbildungsstellen zurückgegangen ist. Ich fordere Unternehmen deshalb auf, Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben, die auf den ersten Blick vielleicht nicht perfekt erscheinen, damit sie ihr Potenzial sichtbar machen können. Unsere Berufsberatung unterstützt Betriebe und Jugendliche auf diesem Weg.“
Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
38,5 Prozent der in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen, das sind 12.506 Personen, zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 699 Menschen mehr als im Juni (+5,9 Prozent) und 991 Personen mehr als vor einem Jahr (+8,6 Prozent).
61,5 Prozent, insgesamt 19.947 Menschen, sind dem Rechtkreis SGB II (seit 1. Juli 2026 Grundsicherung für Arbeitsuchende) zugeordnet und werden durch das Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 402 Menschen mehr als im Juni (+2,1 Prozent) und nur 44 Personen mehr als vor einem Jahr (+0,2 Prozent).
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, also der Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes finanzielle Unterstützungsleistungen des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist im Vormonatsvergleich etwas zurückgegangen (-0,4 Prozent) und bleibt weiterhin konstant unter dem Wert des Vorjahres (-0,8 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Frankfurt am Main im Juli 32.117 Bedarfsgemeinschaften gemeldet.
„Für uns steht die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt im Mittelpunkt“, betont Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Dafür ist eine abgeschlossene Berufsausbildung der wichtigste Grundstein. Deshalb setzen wir alles daran, möglichst vielen jungen Menschen den Einstieg in Ausbildung zu ermöglichen. Hinter jeder gelungenen Integration steht ein Mensch, der eine neue Perspektive gewonnen hat. Darüber hinaus begleiten wir Menschen, die bereits auf Grundsicherung angewiesen sind, mit individueller Beratung, Qualifizierung und Förderangeboten. Unser Ziel ist eine berufliche Perspektive, die dauerhaft trägt.“
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterhin hoch
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main bleibt höher als im Vorjahresmonat. Am Stichtag 31. Januar 2026 wurden 646.943 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 1.854 Menschen mehr (+0,3 Prozent) als im Januar 2025.
Stellenangebot bleibt hinter Vorjahreswert zurück
Im Juli meldeten in Frankfurt am Main ansässige Unternehmen 1.492 neue, offene Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind etwas mehr als im Juni (+70) und weniger als im Juli 2025 (-194 Stellen).
Die höchsten Stellenzugänge im Juli gab es für Berufe in der Kinderbetreuung und -erziehung, für Büro- und Sekretariatskräfte, für Berufe in der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft sowie für Berufe im Verkauf und für Post- und Zustelldienste.
Der Gesamtzugang offener Stellen von Jahresbeginn bis einschließlich Juli lag mit insgesamt 10.472 Stellenmeldungen weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres (-700 Stellen oder -6,3 Prozent).
Aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis Juli 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 3.870 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren deutlich mehr als im Juli 2025 (+495 oder +14,7 Prozent).
Im gleichen Zeitraum wurden 2.755 gemeldete offene Ausbildungsstellen gezählt. Das sind deutlich weniger als vor einem Jahr (-622 oder -18,4 Prozent).
Aktuell waren 1.804 Ausbildungsinteressierte noch auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. 790 gezählte Ausbildungsstellen waren noch frei.