Arbeitsmarkt in Frankfurt am Main: Höhere Einstiegshürden für Arbeitsuchende

Die Arbeitslosigkeit in Frankfurt am Main ist nochmals etwas angestiegen. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 7,2 Prozent. Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich weiterhin ein Ungleichgewicht zwischen Ausbildungsstellenangebot und Bewerberzahl.    

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 52

Die Arbeitslosenzahl in Frankfurt am Main ist im August nochmals leicht angestiegen. Insgesamt waren 32.574 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind etwas mehr als im Juli (+121 Menschen oder +0,4 Prozent) und 1.063 mehr als vor einem Jahr (+3,4 Prozent).  
Die Arbeitslosenquote blieb wie bereits im Juli bei 7,2 Prozent. Im August 2025 lag sie bei 7,1 Prozent.    

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juli bis August zeigt sich in erster Linie bei unter 25-Jährigen (+189 junge Menschen oder +7,3 Prozent) und Frauen (+147 Frauen oder +1,0 Prozent). Der Anstieg bei den unter 25-Jährigen geht vor allem auf junge Menschen zurück, die sich nach Ende ihrer Schul- oder Ausbildungszeit bei der Agentur für Arbeit melden, wenn sie auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz sind. Bei den anderen Personengruppen - den Männern, den ab 50-Jährigen, Menschen ohne deutschen Pass und von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffenen - gab es minimale Rückgänge.   
Gegenüber dem Vorjahr sind alle Personengruppen von dem Zuwachs der Arbeitslosigkeit betroffen. Die höchsten prozentualen Anstiege gab es bei den 15 bis unter 25-Jährigen (+6,4 Prozent) und den von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen Menschen (+5,7 Prozent).  
Gemessen an der Gesamtzahl aller Arbeitslosen haben im August 33,1 Prozent, insgesamt 10.766 Menschen, bereits ein Jahr oder länger keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt.     

„Die Einstiegshürden für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sind höher geworden“, betont Andrea Sichart, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main. „Viele Unternehmen suchen nach erfahrenen Fachkräften. Besonders junge Menschen stehen nach ihrer Ausbildung oder ihrem Studium deshalb zunehmend vor dem Problem, dass ihnen diese Berufserfahrung natürlich noch fehlt. Sie müssen die Chance bekommen, diese Erfahrungen aufzubauen, damit sie sich beruflich weiterentwickeln können. Dabei kann es beispielsweise hilfreich sein, mit Unterstützung der Agentur für Arbeit über ein Praktikum einen Betrieb kennenzulernen und so erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. Stellen beide Seiten fest, dass sie zusammenpassen, kann dies eine Brücke in eine dauerhafte Beschäftigung sein. Berufserfahrung muss irgendwo ihren Anfang nehmen können, damit Betriebe ihren Fachkräftebedarf auch in der Zukunft decken können.“  

Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen
38,1 Prozent aller in Frankfurt am Main arbeitslos gemeldeten Menschen (insgesamt 12.416 Personen) zählen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung), für den die Agentur für Arbeit Frankfurt am Main verantwortlich ist. Das sind 90 Menschen weniger als im Juli (-0,7 Prozent) und 945 mehr als vor einem Jahr (+8,2 Prozent).
61,9 Prozent (insgesamt 20.158 Menschen) sind dem Rechtkreis SGB II (seit 1. Juli 2026 Grundsicherung für Arbeitsuchende) zugeordnet und werden durch das Jobcenter Frankfurt am Main betreut. Das sind 211 Menschen mehr als im Juli (+1,1 Prozent) und 118 mehr als vor einem Jahr (+0,6 Prozent). 
Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften, das sind Haushalte, Lebensgemeinschaften und Familien, die zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes finanzielle Unterstützungsleistungen des Jobcenters Frankfurt am Main benötigen, ist im Vormonatsvergleich wieder etwas zurückgegangen (-0,1 Prozent) und ist weiterhin niedriger als vor einem Jahr (-0,6 Prozent). Insgesamt sind in der Stadt Frankfurt am Main im August 32.096 Bedarfsgemeinschaften gemeldet. 

„Die Wege, aus Arbeitslosigkeit herauszukommen, können sehr unterschiedlich sein“, erklärt Ulli Dvořák, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt am Main. „Ausgangslagen und Voraussetzungen sind sehr verschieden. Kommen mehrere Herausforderungen zusammen, gibt es selten die eine einzige Maßnahme, mit der alles gelöst werden kann. Was für den einen Menschen ein direkter Weg in Arbeit ist, kann für einen anderen auch der zweite oder dritte Schritt sein. Deshalb entwickeln wir in der Beratung individuelle Wege für die Rückkehr in Arbeit. Entscheidend ist, dass unsere Angebote angenommen werden und wir diesen Weg gemeinsam gehen.“

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung  
Die Beschäftigung in Frankfurt am Main liegt nach wie vor über dem Wert des Vorjahresmonats. Am Stichtag 28. Februar 2026 wurden 647.388 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gezählt. Das sind 715 Menschen mehr (+0,1 Prozent) als im Februar 2025. 

Stellenangebot weiterhin unter Vorjahresniveau 
Im August meldeten Unternehmen in Frankfurt am Main 1.533 offene Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind etwas mehr als im Juli (+41) und etwas weniger als im August 2025 (-24 Stellen). 
Die höchsten Stellenzugänge im August gab es für Berufe in der Informatik, Berufe für Post- und Zustelldienste, Berufe in der Lagerwirtschaft, dem Verkauf und für Büro- und Sekretariatskräfte.       
Der Gesamtzugang offener Stellen von Jahresbeginn bis einschließlich August war mit insgesamt 12.005 Stelleneingängen niedriger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (-724 Stellen oder -5,7 Prozent).  

Aktuelle Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis August 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main 4.018 Bewerberinnen und Bewerber um eine Ausbildungsstelle gemeldet. Das waren weiterhin deutlich mehr als im August 2025 (+453 oder +12,7 Prozent). 
Im gleichen Zeitraum wurden 2.892 gemeldete offene Ausbildungsstellen gezählt. Das sind deutlich weniger als vor einem Jahr (-568 oder -16,4 Prozent). 
Aktuell sind noch 1.542 Ausbildungsinteressierte auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle, 513 gemeldete Ausbildungsstellen sind noch frei.