Jahresrückblick 2025

Wirtschaftliche Herausforderungen prägten 2025 den Arbeitsmarkt in Mittelsachsen

 

22.01.2026 | Presseinfo Nr. 2

Im Jahr 2025 entwickelte sich die mittelsächsische Wirtschaft nur schwach, die Arbeitslosigkeit ist gestiegen und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm ab.

Arbeitslosigkeit

Mit einem durchschnittlichen Gesamtbestand von 8.946 ist die Anzahl arbeitsloser Menschen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. 2024 belief sich die Zahl auf 8.472 Personen. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 5,8 Prozent, im Jahr 2024 belief sie sich auf 5,5 Prozent.

Für 2025 stellen wir fest, dass sich im Jahresdurchschnitt die Arbeitslosigkeit erhöht hat und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung abnahm. Positiv hervorzuheben ist, dass der Stellenzugang im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Im langjährigen Vergleich zeigt sich, dass die schwache konjunkturelle Lage den Arbeitsmarkt belastet. Die gewohnten saisonalen Rückgänge der Arbeitslosigkeit sind nahezu ausgeblieben. Die Wirtschaft steckt in einer bereits länger andauernder Schwächephase. Deutlich wird dies bei Betrachtung der Arbeitslosenzahlen, seit 2018 verzeichnen wir aktuell den höchsten Bestand. Nach der Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wird diese Entwicklung 2026
anhalten. Für Mittelsachsen wird sich nach Berechnungen die Arbeitslosigkeit weiter um 1 Prozent erhöhen. Die gute Nachricht ist dabei, der Zugang aus Erwerbstätigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, denn viele Unternehmen versuchen die Beschäftigten zu halten, solange es geht. Sie wissen: Springt die Konjunktur wieder an, finden sie auf dem Markt immer schwerer Fachkräfte. Denn die Struktur der Arbeitslosigkeit hat sich geändert, sie ist zunehmend geprägt von einem höheren Alter, von Langzeitarbeitslosigkeit oder fehlenden Kenntnissen bzw. veralteter Qualifikation.“ konstatiert Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg.

„Für die offenen Arbeitsplätze werden überwiegend qualifizierte Fachkräfte gesucht, lediglich jede zweite Stelle ist für Helfertätigkeiten. Deshalb stehen eine Qualifizierung oder Weiterbildung weiter im Fokus. Die Begleitung dieser Prozesse ist ein Aufgabenschwerpunkt der Vermittlungsfachkräfte. Sprechen Sie mit den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit Freiberg, sie beraten zu Qualifizierungslehrgängen,
Weiterbildungen oder Umschulungen“, äußert Kathrin Groschwald. Und fügt hinzu: „Auch für Beschäftigte besteht die Möglichkeit sich im Unternehmen
weiterzubilden. Die Berufsberatung im Erwerbsleben ist ein Beratungsangebot der Agentur für Arbeit für Beschäftigte und Arbeitgeber, um den individuellen und beruflichen Herausforderungen im Transformationsprozess zu begegnen. Qualifizierung dient als Schlüssel zur Stabilisierung von Erwerbsverläufen!“


Personengruppen

Betrachtet man die Arbeitslosigkeit bei den verschiedenen Personengruppen, ist festzustellen, dass die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen gestiegen ist. 

Im Jahr 2025 waren in Mittelsachsen 975 Jugendliche unter 25 Jahren ohne Beschäftigung. Im Vergleich zum Vorjahr sind dies 12 Prozent mehr.

Der Großteil der arbeitslos gemeldeten Personen ist über 50 Jahre alt. Insgesamt liegt der Anteil der über 50-Jährigen am Gesamtbestand bei 39,8 Prozent (3.561 Personen). Im Vergleich zum Vorjahr sind das 122 Personen oder 3,5 Prozent mehr.

3.886 Frauen waren im vergangenen Jahr in Mittelsachsen arbeitslos gemeldet, 213 bzw. 5,8 Prozent mehr als im Jahr 2024. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen liegt bei 56,6 Prozent zu 43,4 Prozent.

Die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen ist steigend. Im Jahresdurchschnitt waren 3.198 Frauen und Männer länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 206 bzw. um 6,9 Prozent.

Auch bei den Schwerbehinderten Menschen ist die Anzahl der Arbeitslosen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um acht Frauen und Männer auf 593 und damit am geringsten.

Rechtskreise

62 Prozent oder 5.578 arbeitslos gemeldete Personen wurden 2024 im Rechtskreis SGB II durch den Träger der Grundsicherung (Jobcenter Mittelsachsen) und 38 Prozent oder 3.367 Personen im Rechtskreis SGB III von der Agentur für Arbeit Freiberg betreut.


Liegenschaften

In allen Geschäftsstellen in der Region ist im Jahr 2025 die Arbeitslosigkeit gestiegen. Den stärksten Anstieg mit 8,1 Prozent verzeichnet Hainichen, gefolgt von Freiberg mit einem Anstieg von 6,3 Prozent. Döbeln verzeichnet den geringsten Anstieg mit 2,5 Prozent.
Die niedrigste Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt verzeichnet die Geschäftsstelle Hainichen mit 5,2 Prozent. Gefolgt von Freiberg mit 5,8 Prozent und Döbeln liegt bei 6,6 Prozent.


Arbeitskräftenachfrage

Im Jahr 2025 wurden der Agentur für Arbeit insgesamt 5.392 Arbeitsstellen gemeldet, das sind 1.027 mehr als 2024. Der Bestand an gemeldeten Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und beläuft sich am Ende des Jahres auf 2.000. Gegenüber dem Vorjahr sind das 0,8 Prozent weniger.
 

Unterbeschäftigung und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen

In der Unterbeschäftigung werden zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen erfasst, die nicht als arbeitslos im Sinne des Sozialgesetzbuches gelten, weil sie beispielsweise Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsförderung sind.


Die Unterbeschäftigungsquote betrug 2025 hoch gerechnet durchschnittlich 7,1 Prozent, im Vorjahr lag sie bei 6,8 Prozent.


Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Ende Juni 2025 (letzter Stichtag) belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Mittelsachsen auf 103.123 Personen, das sind 1.614 weniger als im Vorjahresmonat.


Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 1.840 arbeitslose Ausländer im Agenturbezirk Freiberg gemeldet, das sind 60 Personen oder 3,4 Prozent mehr als im Jahr 2024.
 

Prognose 2026

„Aktuell können wir nur den Moment betrachten. Die Zukunft ist Ungewiss: Entscheidend wird sein, wie sich die Unternehmen künftig weiterentwickeln, wie sich die Absatzmärkte (Exporte) entwickeln, welche neuen Unternehmen und technischen Neuerungen sich durchsetzen. Laut IAB wird der Arbeitsmarkt in 2026 wahrscheinlich trotz einiger Wachstumsimpulse für die Wirtschaft weiter schwächeln. Für Mittelsachsen wird ein weiterer Rückgang der Beschäftigung bei gleichzeitig leichtem Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Es besteht allerdings weiterhin eine erhebliche Prognoseunsicherheit, sodass auch gegenteilige Entwicklungen statistisch nicht auszuschließen sind. Langfristige Trends wie der demografische Wandel wirken bremsend auf den Arbeitsmarkt,
das Erwerbspotenzial sinkt weiter ab. Ohne zusätzliche Fachkräfte, z. Bsp. durch Zuwanderung oder Qualifizierung können Engpässe entstehen. Es ist absehbar, dass die Lage für viele Beschäftigte und Arbeitssuchende schwieriger wird. Hintergrund ist, dass viele Arbeitslose, vor allem Langzeitarbeitslose weder Berufsausbildung noch Studienabschluss vorweisen können. Sie passen oft nicht auf die offenen Stellen, die es ja durchaus gibt. Durch den technischen Fortschritt fallen zwar Jobs weg, aber auch neue Berufe entstehen oder werden gebraucht. Festzustellen ist, der Arbeitsmarkt 2026 ist geprägt von einem tiefgreifenden Strukturwandel. Während Industriebranchen wie Auto, Chemie, Pharma und Maschinenbau weiter Stellen abbauen, steigt der Bedarf an Fachkräften in der digitalen Wirtschaft, im Staatssektor, Bau, Handwerk und insbesondere bei KI-Anwendungen,“ konstatiert Kathrin Groschwald.

Die Themen sind nicht neu und wir arbeiten gemeinsam mit allen Netzwerkpartnern an optimalen Lösungen. Denn Fachkräftesicherung war und ist eines der wichtigsten Themen auf dem Arbeitsmarkt und gewinnt weiter an Bedeutung. Arbeitgeber suchen gut qualifizierte neue Mitarbeitende, in diesem Prozess möchten wir die Unternehmen zuverlässig unterstützen und weiterhin alles daransetzen, tragfähige Lösungen zu finden. Zusammengefasst: Wir setzen auf Interaktion, Investition und Integration“, so Kathrin Groschwald abschließend.
 

Telefonische Erreichbarkeit

Die Servicecenter sind Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar.

  • Service-Hotline für Arbeitnehmer: 0800 4 5555 00
  • Service-Hotline für Arbeitgeber: 0800 4 5555 20
  • Service-Hotline für Selbständige: 0800 4 5555 21