Arbeitsmarktentwicklung Juni 2026

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 22

Weniger Arbeitslose, mehr offene Jobs

Der Arbeitsmarkt ist robust, doch die Entwicklung ist ambivalent. Während
die Zahl der Arbeitslosen leicht sinkt, steigt der Bestand an offen Stellen,
Mismatch bleibt Herausforderung.

Im Landkreis Mittelsachsen waren im Juni 9.033 Frauen und Männer arbeitslos
gemeldet. Das sind 103 oder 1,1 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich
zum Vorjahr sind 322 Personen oder 3,7 Prozent mehr arbeitslos. Die Arbeits-
losenquote beträgt 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,6 Prozent.

In Hainichen und Freiberg ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat Mai
gesunken, in Döbeln hingegen leicht gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote
verzeichnet Hainichen mit 5,2 Prozent, gefolgt von Freiberg mit 6,0 Prozent und
Döbeln mit 6,7 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Juni 1.514 Personen. Davon wurden
486 nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 353 nach einer Ausbildung oder einer
Maßnahme arbeitslos. Demgegenüber standen 1.609 Personen, die ihre Arbeits-
losigkeit beendeten. 502 von ihnen haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen
und 365 eine Ausbildung oder sonstige Bildungsmaßnahme.

„Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vormonat in Mittelsachsen leicht
gesunken, was grundsätzlich ein positives Zeichen für den Arbeitsmarkt
ist. Gleichzeitig weist der Rückgang der Arbeitsaufnahmen darauf hin, dass
der Arbeitsmarkt an Dynamik verliert. Dass zudem der Stellenbestand steigt, 
deutet wiederum darauf hin, dass viele offene Stellen nicht besetzt werden 
können. Der Bedarf an Arbeitskräften, insbesondere gut qualifizierten Fach-
kräften bleibt weiter hoch. Insgesamt spricht dies für den Arbeitsmarkt, der 
zwar stabil erscheint, aber zunehmend von Fachkräfteengpässen geprägt ist. 
Die Herausforderung liegt nicht nur in der Zahl der Arbeitslosen, sondern zu-
nehmen in der Passung zwischen Arbeitsuchenden und den Anforderungen 
der Unternehmen. Der Arbeitsmarktausgleich wird durch dieses erhebliche 
Mismatch erschwert. Der Bedarf an Arbeitskräften, insbesondere gut qualifi-
zierten Fachkräften bleibt weiter hoch. Der Anteil Helferstellen an allen offe-
nen Arbeitsstellen liegt derzeit bei rund 15 Prozent. Automatisierung und 
Digitalisierung haben hier zu großen Teilen Einfluss auf diesen Trend ge-
nommen. Um den aktuellen wie den zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern, 
sind beispielsweise Qualifizierungen für Arbeitslose und Beschäftigte eine 
Möglichkeit. Die Arbeitsagentur kann ganz individuell und zielgenau den 
Beschäftigten oder auch das Unternehmen mit Bildungsmaßnahmen, Ein-
arbeitungsmöglichkeiten oder auch finanziell unterstützen. Bei Beratungs-
bedarfen sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie“, kommentiert Kathrin 
Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frei-
berg den aktuellen Arbeitsmarkt.

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit Freiberg 2.961 neue Arbeitsstellen
gemeldet. Der Gesamtbestand an Arbeitsstellen liegt im Juni bei 2.537 Stellen. Das 
sind 55 Stellen mehr als im Vormonat und 619 mehr als im Juni letzten Jahres. 
Stellenangebote gibt es beispielweise im Verarbeitendem Gewerbe (499), im Bereich
Handel und Verkauf (169), im Baubereich (271) oder Gesundheits- und Sozialwesen 
(250).

Ausbildungsmarkt

Seit Oktober des vergangenen Jahres wurden der Arbeitsagentur Freiberg 1.286 Aus-
bildungsstellen gemeldet, davon sind noch 613 unbesetzt. Freie Ausbildungsstellen
gibt es in Freiberg (258), in Hainichen (179) und Döbeln (176). Unbesetzte Ausbil-
dungsplätze stehen unter anderem in dem Bereich Verkauf (103), Energietechnik 
(47) sowie im Bereich Lagerwirtschaft (27) zur Verfügung. Aber auch in allen anderen 
Bereichen sind noch unbesetzte Ausbildungsstellen zu finden. Von insgesamt 1.400 
gemeldeten Bewerbern sind noch 602 auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. 
Zum Beispiel möchten 88 von ihnen eine Ausbildung im Verkauf oder 52 eine Aus-
bildung als Mechatroniker*in absolvieren.

„Die Berufswegplanung junger Menschen ist ein wichtiger und oft langfristiger
Entscheidungsprozess“, so Kathrin Groschwald. „Für diejenigen, die derzeit 
noch keinen Ausbildungsplatz haben, ist es jedoch nicht zu spät. Die Auswahl 
an Ausbildungsstellen ist für Jugendliche gut, es gibt aktuell mehr unbesetzte 
Ausbildungsstellen als unversorgte Bewerber. Jedoch passen nicht immer die 
Vorstellungen der Jugendlichen mit den Vorstellungen oder Anforderungen der 
Unternehmen überein. Daher sollten die Jugendlichen immer auch einen Plan B 
haben und sich auch abseits des Traumberufs für Alternativen öffnen. Möglicher-
weise kommen Ausbildungsgänge in Betracht, die weniger bekannt sind. Denn 
um die wirtschaftliche Situation in der Region weiterhin zu sichern, benötigen 
wir dringend junge Menschen in den Unternehmen und in der dualen Ausbildung.
Manchmal bedürfen Jugendliche in ihren individuellen Lebenslagen Unterstützung,
um den Übergang in den Beruf zu meistern. Unsere Beraterinnen und Berater sind 
für die Jugendlichen da, deshalb sollte umgehend Kontakt aufgenommen werden.“

Blick in die Regionen des Landkreises Mittelsachsen

Agenturbezirk Gesamt

 9.033 Personen arbeitslos gemeldet
 322 mehr als im Juni letzten Jahres
 103 weniger als im Vormonat
 Arbeitslosenquote 5,9 Prozent

Region Hainichen

 2.874 Personen arbeitslos gemeldet
 69 mehr als im Juni letzten Jahres
 58 weniger als im Vormonat
 Arbeitslosenquote 5,2 Prozent

Region Freiberg

 3.226 Personen arbeitslos gemeldet
 122 mehr als im Juni letzten Jahres
 63 weniger als im Vormonat
 Arbeitslosenquote 6,0 Prozent

Region Döbeln

 2.933 Personen arbeitslos gemeldet
 131 mehr als im Juni letzten Jahres
 18 mehr als im Vormonat
 Arbeitslosenquote 6,7 Prozent