Arbeitsmarkt Juli 2026

Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit nach Ausbildungsende

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 25

Saisonbedingt ist der Bestand an Arbeitslosen im Juli gestiegen. Der Anstieg zeigt sich hauptsächlich bei den Jüngeren im Alter von 15 bis 25 Jahren. Das ist auf die Beendigung von Schul- und Lehrausbildungen zurückzuführen.

Im Juli waren 9.488 arbeitslose Frauen und Männer im Landkreis Mittelsachsen gemeldet (Vormonat: 9.033). Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit um 462 Personen bzw. um 5,1 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,9 Prozent.

In allen Liegenschaften ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gestiegen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit spiegelt sich auch im Vergleich zum Vorjahr wider. Den größten Anstieg im Vergleich zum Vormonat (+219) verzeichnen wir in Döbeln. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg ebenfalls in Döbeln (+247) am höchsten.
Die niedrigste Arbeitslosenquote verbleibt in Hainichen mit 5,4 Prozent, gefolgt von Freiberg mit 6,2 Prozent und Döbeln mit 7,2 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im Juli 2.121 Personen. Davon wurden 731 nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 616 nach einer Ausbildung oder einer Maßnahme arbeitslos.

Demgegenüber standen 1.662 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 472 von ihnen haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und 374 eine Ausbildung oder sonstige Bildungsmaßnahme.

„Wir verzeichnen im Juli einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mittelsachsen. Wie jedes Jahr steigt nach dem Ende des Ausbildungsjahres die Zahl arbeitslos gemeldeter Jugendlichen an. Viele junge Menschen finden nicht sofort eine Anschlussbeschäftigung, was den saisonüblichen Trend der Jugendarbeitslosigkeit verstärkt. Unser Ziel ist es, dass die jungen Menschen zeitnah eine neue Beschäftigung aufnehmen und unterstützen hierbei mit verschiedensten Angeboten,“ konstatiert Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg und ergänzt: „Die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen ist ein komplexes und vielschichtiges Thema, das durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Durch das Schul- bzw. Ausbildungsende stehen viele Jugendliche oft nicht ohne Unterbrechung vor dem Start in eine Ausbildung oder den ersten Job. Oder die jungen Menschen haben nach der Ausbildung wenig bis keine Berufserfahrung und finden deshalb schwerer eine Arbeitsstelle. Aber auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen können zur Arbeitslosigkeit der Jugendlichen führen. Wenn Unternehmen Personal abbauen oder nicht mehr einstellen, sind Jugendliche oft die ersten, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Trotz dessen stehen die Chancen für den Berufseinstieg langfristig gut. Der demografische Wandel und der Fachkräftebedarf eröffnen Jugendlichen in vielen Branchen attraktive Perspektiven. Für die künftige Fachkräftesicherung in Mittelsachsen ist es wichtig, dass die Unternehmen auch in diesem Jahr den Übergang von Ausbildung in Beschäftigung ermöglichen und weiter auf Ausbildung setzen. Die Investition in Nachwuchskräfte lohnt sich in jedem Fall.“

Im Juli wurden der Agentur für Arbeit Freiberg 521 Stellen gemeldet, das sind 11 mehr als im Vormonat. Der Bestand an gemeldeten Stellen (2.483) liegt 54 Stellen unter dem Vormonat und 529 Stellen über dem Vorjahr. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in fast allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden das Verarbeitende Gewerbe (501 Stellen), das Gesundheits- und Sozialwesen (253), das Baugewerbe (199) sowie der Groß- und Einzelhandel (167).

Ausbildungsmarkt

Aktuell sind 1.467 Jugendliche als Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Freiberg gemeldet, 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den Unternehmen in Mittelsachsen wurden bis Ende Juli 1.381 Ausbildungsstellen gemeldet, drei Prozent weniger als im Vorjahr. Ende Juli waren noch 442 Mädchen und Jungen auf der Suche nach einer Lehrstelle und 550 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt. Die meisten in Freiberg (250) und in Döbeln (158). Aber auch in Hainichen stehen noch 142 freie Lehrstellen zur Verfügung.

Ausbildungschancen gibt es noch in fast allen Bereichen. Die meisten unbesetzten Ausbildungsplätze gibt es für Kaufmann/-frau im Einzelhandel (58), Verkäufer/in (43), Elektroniker/in (37), Fachkräfte Lagerlogistik (21), Industriemechaniker/in (16), Zerspanungsmechaniker/in (12) oder auch Kaufmann/-frau Büromanagement (12). Aber auch in vielen weiteren Bereichen gibt es noch unbesetzte Ausbildungsplätze.

Wie jedes Jahr steht im Sommer die Ausbildung im Fokus. Die Chancen für die Jugendlichen mit einer Ausbildung ins Berufsleben zu starten sind, trotz des leichten Rückgangs an Ausbildungsstellen gut. Aktuell gibt es noch mehr unbesetzte Ausbildungsstellen als Bewerber. Jedoch sollten die Jugendlichen auch einen Plan B haben, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Daher empfehle ich den jungen Menschen sich frühzeitig an die Berufsberatung zu wenden. Aber auch jetzt ist es noch nicht zu spät! Unsere Beraterinnen und Berater stehen unterstützend und beratend zur Seite, sie kennen den regionalen Arbeitsmarkt, aktuelle Trends, Berufsbilder und Zukunftschancen. Gemeinsam mit unseren Partnern am Ausbildungsmarkt arbeiten wir daran, für jeden Jugendlichen einen konkreten Fahrplan zum Einstieg ins Berufsleben zu entwickeln.“ so Kathrin Groschwald.
Wir richten unseren Blick auch auf Jugendliche mit Startschwierigkeiten und setzen mit intensiver Beratung an. Ich appelliere an die Arbeitgeber in der Region: Geben Sie Jugendlichen, die noch nicht alle Anforderungen erfüllen eine Chance in Ihrem Unternehmen. Wir unterstützen mit Assistierter Ausbildung, damit diese jungen Menschen sich zu Fachkräften entwickeln können“, betont Kathrin Groschwald abschließend.

Blick in die Regionen des Landkreises Mittelsachsen

Agenturbezirk Gesamt

  • 9.488 Personen arbeitslos gemeldet
  • 462 mehr als im Juli letzten Jahres
  • 455 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 6,2 Prozent

Region Hainichen

  • 2.976 Personen arbeitslos gemeldet
  • 80 mehr als im Juli letzten Jahres
  • 102 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 5,4 Prozent

Region Freiberg

  • 3.360 Personen arbeitslos gemeldet
  • 135 mehr als im Juli letzten Jahres
  • 134 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 6,2 Prozent

Region Döbeln

  • 3.152 Personen arbeitslos gemeldet
  • 247 mehr als im Juli letzten Jahres
  • 219 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 7,2 Prozent