Arbeitsmarkt im August 2026

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit in Mittelsachsen und Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 26

Im Landkreis Mittelsachsen waren im August 9.585 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 97 oder 1,0 Prozent mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr sind 609 Personen oder 6,8 Prozent mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkt und liegt im August bei 6,3 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 5,8 Prozent.

In allen Geschäftsstellen im Landkreis ist die Arbeitslosigkeit marginal gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquote verzeichnet Hainichen mit 5,4 Prozent, gefolgt von Freiberg mit 6,3 Prozent und Döbeln mit 7,3 Prozent.

Neu bzw. erneut arbeitslos meldeten sich im August 1.715 Personen. Davon wurden 587 nach vorheriger Erwerbstätigkeit und 490 nach einer Ausbildung oder einer Maßnahme arbeitslos. Demgegenüber standen 1.638 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit beendeten. 493 von ihnen haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen und 393 begannen eine Ausbildung oder sonstige Bildungsmaßnahme.

„Wir verzeichnen im August einen leichten saisonalen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Landkreis Mittelsachsen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betrifft - mit Ausnahme der Männer - alle Personengruppen und spiegelt sich in beiden Rechtskreisen von Arbeitsagentur und Jobcenter wider. Zu den saisonalen Gründen gehören u. a. das Ausbildungs- und Schulende, auslaufende Fördermaßnahmen und die Sommerpause in vielen Unternehmen, wo meist weniger Einstellungen erfolgen. Mit Blick auf die Bewegungsdaten wurden mehr Menschen aus einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, als neue Beschäftigungsaufnahmen erfolgten. Insgesamt bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Obwohl sich die Konjunkturaussichten leicht verbessert haben, bleiben die Risiken weiter bestehen“, konstatiert Kathrin Groschwald, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Freiberg und ergänzt: „Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich im Landkreis stabilisiert – auch wenn aufgrund der Sommerpause von den Unternehmen im August weniger Stellen gemeldet wurden. Aktuell stehen insgesamt über 2.400 freie Stellenangebote in vielen Wirtschaftsbranchen zur Besetzung zur Verfügung. Das ist ein Anstieg von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mehr als zwei Drittel dieser Stellen sind für Fachkräfte gemeldet und mehr als 90 Prozent sind in Vollzeit und unbefristet zu besetzen. Das verdeutlicht, dass die Unternehmen trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin neues Personal einstellen, nicht zuletzt auch aus demografischen Gründen. Das Thema Fachkräftesicherung ist und bleibt auch weiterhin ein Schwerpunktthema in unserer Region. Hier leisten Unternehmen, Kammern, Verbände, Jobcenter und Arbeitsagentur einen großen Beitrag.“

Seit Jahresbeginn wurden der Agentur für Arbeit Freiberg 3.916 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 498 Stellen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im August zeigten die Unternehmen im Landkreis Mittelsachsen 434 offene Stellen an. Der Gesamtbestand an freien Arbeitsstellen liegt momentan bei 2.434. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es aktuell in nahezu allen Wirtschaftsbranchen. Schwerpunkte bilden das Verarbeitende Gewerbe (523 Stellen), das Baugewerbe (262), das Gesundheits- und Sozialwesen (252), der Handel (190), Verkehr und Lagerei (119) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (548).


Ausbildungsmarkt

Kurz vor dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind im Landkreis Mittelsachsen noch 259 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Ihnen stehen 416 freie Lehrstellen gegenüber.

Die Chancen für Jugendliche auf eine Ausbildung sind auch in diesem Jahr gut. Mit Blick auf den Ausbildungsstart appelliert Kathrin Groschwald an alle Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz in diesem Jahr, Kontakt zur Arbeitsagentur aufzunehmen: „Im August bzw. September starten die Ausbildungen. Viele junge Menschen haben sich bereits in eine Ausbildung abgemeldet oder haben eine Alternative gefunden. Über 200 Jugendliche sind noch auf der Suche. Für diese stehen die Chancen mit dem Blick auf über 400 freie Ausbildungsstellen gut. Wichtig ist, dass die Bewerberinnen und Bewerber neben dem Wunschberuf auch für Alternativen offen sind. Wer noch nichts hat, sollte schnellstmöglich einen Termin in der Berufsberatung vereinbaren. Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater suchen gemeinsam mit den Jugendlichen nach individuellen Lösungen, helfen mit Informationen und ihren Erfahrungen bei der kurzfristigen Suche. Denn auch, wenn es rein rechnerisch für jeden Ausbildungssuchenden eine freie Lehrstelle gibt, führt das nicht automatisch zu einer erfolgreichen Besetzung.“

Aktuell sind 1.490 Jugendliche als Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur Freiberg gemeldet, 20 oder 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den Unternehmen in Mittelsachsen wurden bis Ende August 1.447 Ausbildungsstellen gemeldet, 16 oder 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die freien Ausbildungsplätze verteilen sich über alle Regionen des Landkreises. Ausbildungschancen gibt es noch in fast allen Bereichen. Die meisten unbesetzten Ausbildungsplätze gibt es für Kaufleute im Einzelhandel (56), Verkäufer/in (43), Industriemechaniker/in (15), Elektroniker/in (13) und Fachkräfte Lagerlogistik (12). Es werden aber auch noch Zerspanungsmechaniker/in (9), Maurer/in (9) und Anlagenmechaniker/in Sanitär/Heizung/Klimatechnik (9) gesucht. 

Blick in die Regionen des Landkreises Mittelsachsen

Agenturbezirk Gesamt

• 9.5854 Personen arbeitslos gemeldet
• 609 mehr als im August letzten Jahres
• 97 mehr als im Vormonat
• Arbeitslosenquote 6,3 Prozent


Region Hainichen

  • 3.000 Personen arbeitslos gemeldet
  • 126 mehr als im August letzten Jahres
  • 24 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 5,4 Prozent


Region Freiberg

  • 3.388 Personen arbeitslos gemeldet
  • 150 mehr als im August letzten Jahres
  • 28 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 6,3 Prozent


Region Döbeln

  • 3.197 Personen arbeitslos gemeldet
  • 333 mehr als im August letzten Jahres
  • 45 mehr als im Vormonat
  • Arbeitslosenquote 7,3 Prozent